Ratgeber | 01.05.2019 Sind Katzen Einzelgänger?

Sind Katzen Einzelgänger oder ist der Mehrkatzenhaushalt die artgerechte Lebensform? Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Die Haltung hängt grundsätzlich vom Charakter der Katze sowie von den Lebensumständen des Halters ab.

Sozialkontakte sind Grundbedürfnisse

Der Kontakt zu Artgenossen gehört zweifellos zu den Grundbedürfnissen einer Katze. Dabei spielen weder Alter noch Geschlecht eine Rolle und auch nicht, ob sie als Wohnungskatze oder als Freigänger gehalten wird. Der Mensch und andere Haustiere können kein wirklicher Ersatz für einen Katzenpartner sein. Für die spezielle Art der Kommunikation, für das gemeinsame Spielen, für Körperkontakte und gegenseitiges Putzen braucht es eine andere Katze. Allein gehaltene Stubentiger langweilen sich häufig, können lethargisch oder aggressiv werden, neigen zu Übergewicht und zu Unsauberkeit. Jedoch brauchen auch gesellige Tiere in einem Mehrkatzenhaushalt von Zeit zu Zeit Ruhe und Rückzugsorte.

Reine Einzelkatzen gibt es trotzdem

Einige Katzen sind grundsätzlich vom Charakter her Einzelgänger. Sie mögen einfach keine Artgenossen und wollen den Kontakt zu anderen Katzen nicht. Das kommt gerade bei Rassekatzen vor. Öfter haben über Jahre als Einzelkatzen gehaltene Tiere den Umgang mit Artgenossen verlernt. Sie sind mit anderen Katzen überfordert, zeigen Stress, ein starkes Revierverhalten oder Futterneid.

Nicht jede Einzelkatze ist ein Einzelgänger

Kitten brauchen unbedingt gleichaltrige Katzen, mit denen sie spielen, raufen und kuscheln können, um gemeinsam richtige Verhaltensweisen zu lernen. Damit eine Katze zutraulich, verschmust und anhänglich zum Menschen wird, muss sie nicht einzeln gehalten werden. Und nicht jedes als Einzelkatze gehaltene Tier ist auch tatsächlich ein Einzelgänger. Aber es gibt Einzelkatzen, die mit ihren Menschen harmonisch zusammenleben, ohne Artgenossen zu vermissen, weil sie ihr Sozialverhalten ihren Lebensumständen angepasst haben.

Erfolgsaussichten von Vergesellschaftung

Wer mehrere Katzen halten möchte, sollte sich gleich für ein Katzenpaar entscheiden oder zwei (oder mehr) gesellige Katzen zusammenführen. Denn die Chemie zwischen den Tieren muss stimmen. Das trifft am besten auf Wurfgeschwister zu oder auf Katzenfreundschaften aus Tierheimen. Das Zusammenführen und Vergesellschaften zwei einander fremder Katzen ist schwierig. Eine gemeinsame Basis kann ein ähnlicher Charakter oder ein nicht zu großer Altersunterschied sein.

Zeit, um sich aneinander zu gewöhnen

Die alte Katze wird eine neue zunächst als Eindringling betrachten. Die Zweitkatze hat durch den Transport und die neue Umgebung Umzugsstress. Die meisten Tiere brauchen also Zeit, um sich aneinander zu gewöhnen. Für eine stressfreie Vergesellschaftung und dauerhafte gemeinsame Haltung muss genügend Platz sowie Rückzugsmöglichkeiten für jede Katze zur Verfügung stehen. Als Faustregel gilt: pro Zimmer maximal eine Katze. Die Grundausstattung (Näpfe, Katzenklo, Schlafplätze) muss für jede Katze separat vorhanden sein. Wenn die Tiere nicht miteinander harmonisieren sollten, muss das kein Beleg dafür sein, dass sie lieber als Einzelkatzen leben. Auch Katzen lassen sich keine Freundschaften aufzwingen.

Mehr Informationen im Internet:

www.katzen-fieber.de/einzelhaltung-katzen

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Tierisch tierisch | 01. Mai 2019 | 19:50 Uhr