Ratgeber Paarhaltung von Katzen

Katzen sind Persönlichkeiten, von großer Individualität und , oftmals eigensinnig. Daher wird ihnen nachgesagt, sie wären Einzelgänger. Eigentlich sind Katzen jedoch Rudeltiere, die die Gesellschaft von Artgenossen durchaus genießen können. Ob sie sich als Haustier allerdings einen Artgenossen wünschen oder lieber alleine sind, hängt wesentlich von den Umständen ab, mit denen sie aufgewachsen sind und unter denen sie gehalten werden.

10 kleine Katzen auf einem Kletterbaum
Bildrechte: Katrin Wunder

Paarweise Haltung empfohlen  

Viele Katzen pflegen auch außerhalb der Fortpflanzungszeit näheren Umgang mit Artgenossen, mit denen sie spielen und toben können, brauchen einen Weggefährten und Schmusepartner, auch zum gegenseitigen Putzen, Lecken und Kuscheln. Sobald durch eine Einzelhaltung als Wohnungskatze ohne Freigang solch ein sozialer Kontakt unterbunden wird, kann das dazu führen, dass die Katze einsam wird.

"Wohnungskatzen, die von klein auf alleine gehalten werden, leiden häufiger unter Fehlentwicklungen", stellt Sebastian Maßmann vom Tierschutzverein München fest. "Durch den fehlenden Kontakt zu Artgenossen können sich beispielsweise Verhaltensstörungen entwickeln. D, diese reichen von Aggressivität über Angst bis hin zu seelischer Verkümmerung." Deshalb rät er, Katzen zu zweit zu vermitteln und zu halten. Katzen jagen zwar allein, ansonsten schätzen sie den sozialen Umgang mit Ihresgleichen. Freigänger freilich haben genug Kontakte zu Artgenossen und wollen sich zu Hause eher zurückziehen.

Welche Katzen zueinander passen

Die Rasse spielt bei der Vergesellschaftung kaum eine Rolle, sondern vielmehr Alter, Geschlecht und Charakter. Am besten harmonieren zwei Katzenwelpen miteinander, zum Beispiel Wurfgeschwister. Auf keinen Fall sollten jedoch Kitten mit Senioren zusammen gehalten werden. Bei einem Altersunterschied von drei bis fünf Jahren kommen zwei Stubentiger in der Regel gut miteinander aus.  Grundsätzlich ist es aber sinnvoll, Katzen etwa gleichen Alters zusammen zu halten. Weibchen und Männchen harmonieren meist besser miteinander als gleichgeschlechtliche Tiere. Um unerwünschten Nachwuchs zu vermeiden, sollten sie kastriert bzw. sterilisiert werden. Allzu große Unterschiede in Bezug auf Charakter und Temperament erweisen sich oft als problematisch. Ob zwei Katzen wirklich zueinander passen, lässt sich nicht genau voraussagen. Für den Halter sind Kenntnisse über die Vorgeschichte der Tiere hilfreich.

Zusammenführen zweier Katzen

Katzen bilden Reviere und verhalten sich daher gegenüber Artgenossen mitunter abweisend bis feindselig, weil sie diese als Eindringlinge betrachten. Zudem sind sie Gewohnheitstiere, die auf Veränderungen in ihrem Alltag empfindlich reagieren können. Beim Zusammenführen zweier Katzen sind Zeit und Geduld geboten. In der ersten Zeit sollten beide Tiere einen eigenen Wohnbereich bekommen, möglichst sogar eine eigene Bezugsperson. Um Rivalitäten vorzubeugen, erhält jede Katze dauerhaft eine eigene Katzentoilette und ihren Schlafplatz, ihre Näpfe für Trinken und Fressen sowie eigene Spielsachen. Jede kann sich ihren Lieblingsplatz und Rückzugsort wählen. Die Rangordnung wird untereinander ausgemacht. Speziell auf Katzen ausgelegte Duftstoffe, sogenannte Pheromone, die ausgleichend und entspannend wirken, können als Botenstoffe die Vergesellschaftung unterstützen. Doch auch nach einer erfolgreichen Vergesellschaftung sollte der Halter auf Stresssignale seiner Katzen achten.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Tierisch tierisch | 20. Januar 2021 | 19:50 Uhr