Ratgeber Problemfall Leishmaniose

ein kranker Hund liegt mit einem feuchten Tucj auf dem Kopf in seinem Hundkörbchen
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Die Leishmaniose ist eine parasitäre Infektionskrankheit. Als Zoonose kann sie vom Hund auf den Menschen übertragen werden, und zwar durch Sandmücken und andere Stechmücken, die in tropischen und subtropischen Regionen heimisch sind. Inzwischen wurden Sandmücken jedoch auch in Deutschland nachgewiesen. Leishmaniose ist also auch ein Thema für Hundehalter hierzulande. 

Symptome der Krankheit

Ein Großteil der mit Leishmanien infizierten Hunde zeigt über längere Zeit keine typischen Symptome. Die Inkubationszeit ist sehr variabel und kann, so das Internetportal Tierklinik.de, zwischen vier Wochen und sieben Jahren variieren. Das Krankheitsbild reicht von Hunden, die lediglich als Träger der Infektion auftreten, bis zu einer hochgradigen klinischen Erkrankung, die unbehandelt zum Tod führen kann. Im Bereich der Mückenstiche treten Hautveränderungen, Hautgeschwüre und Ekzeme auf. Diese können sich ausdehnen auf große Bereiche der Körperoberfläche, verbunden mit Fellausfall, Augenentzündungen und ausgefransten Ohren. Typische Symptome der ausgebrochenen Krankheit: Schwellungen von Lymphknoten, Leber und Milz, Nieren- und Hirnschäden, Fieberschübe, rapider Gewichtsverlust, Gelenkschmerzen, Lahmheit, Trägheit sowie übermäßiges Krallenwachstum.   

Auslöser, Behandlung, Vorbeugen

Die Parasiten nisten sich vor allem im Knochenmark und in der Lymphflüssigkeit ein und sind nur dort nachweisbar. Antikörper bilden sich erst, wenn die Leishmaniose ausbricht. Auslöser können Stress, Krankheiten oder eine Futterumstellung sein. Der Verein SardinienHunde aus Regensburg weist darauf hin, dass infizierte Hunde vorwiegend aus Süd- und Osteuropa zu uns kommen, vor allem aus dem Mittelmeerraum. Hunde infizieren sich auch bei Urlaubsreisen in diese Regionen. Sie sollten dort deshalb Halsbänder gegen Insektenstiche tragen. Inzwischen gibt es auch vorbeugende Impfungen zur Immunisierung von Hunden vor einem längeren Aufenthalt in solchen Gebieten. Sandmücken sind nachtaktiv und stechen vorwiegend in der Abenddämmerung, insbesondere im Frühherbst. Noch ist ihre Verbreitung in Deutschland gering. Wenn die Krankheit beim Hund ausgebrochen ist, muss sofort behandelt werden. Tierärzte verfügen über Medikamente und kennen Wirkstoffe gegen Leishmaniose. Allerdings haben diese nur hemmende Wirkung, eine sichere, die Erreger eliminierende Therapie gibt es nicht. Leishmaniose bei Hunden ist nicht heilbar, aber eine Linderung der Symptome und Verbesserung der Lebensqualität sind möglich.

Gefahr für den Menschen?

Auch beim Menschen befällt der Parasit überwiegend Leber, Milz und Knochenmark. Es treten ähnliche Symptome auf, bei schwerer Erkrankung auch Herzmuskelschäden, Anämien und Gesichtsschwellungen. Die Tierärztliche Vereinigung AniCura Germany weist darauf hin, dass eine Übertragung auf den Menschen oder auf Hunde weder durch Blut noch durch Speichel, Tränenflüssigkeit, Kot oder Urin infizierter Hunde möglich ist, sondern ausschließlich durch Stiche von Sandmücken. Gesunde Jugendliche und Erwachsene erkranken selbst nach einer Infizierung in der Regel nicht an Leishmaniose. Gefährdet sind kranke und immungeschwächte Personen sowie Kleinkinder. Sie sollten deshalb keinen Kontakt zu infizierten Hunden haben. Es gibt Hinweise auf rassespezifische Unterschiede: Während einige Hunderassen wie der Spanische Windhund offenbar resistent gegen den Erreger sind, gelten andere Rassen wie Deutscher Schäferhund, Boxer und Rottweiler als anfällig für Leishmaniose.

Mehr Informationen im Internet:

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Tierisch tierisch | 15. April 2020 | 19:50 Uhr