Rasseporträt Zentralasiatischer Owtscharka

Der Zentralasiatische Owtscharka ist der Schäferhund Mittelasiens, eine robuste, charakterstarke Rasse. Seine Haltung erfordert ein weitläufiges, gut eingezäuntes Grundstück. Der ursprüngliche Nomadenhund muss seinen territorialen Schutztrieb ausleben können. Als Familienhund eignet er sich kaum. In Deutschland ist die Rasse wenig vertreten.

Tierisch 1168 | Tiere Sendung
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Erscheinungsbild und Merkmale 

Im riesigen Verbreitungsraum zwischen Kaspischem Meer, Sibirien, Mongolei und China haben sich durch natürliche Auswahl und Züchtung zahlreiche Varianten dieser Hunderasse herausgebildet. Zu den Zuchtstandards gehören Größe und Gewicht von mindestens 65 cm und 55 kg beim Rüden, 60 cm und 45 kg bei der Hündin. Der Körperbau ist gut proportioniert, kräftig und muskulös. Das mittellange Fell weist dicke Unterwolle auf und zeigt ein breites Farbspektrum, von schwarz, weiß und braun bis zu strohfarben und fuchsrot sowie zahlreiche Farbkombinationen.

Wesen und Charakter  

Der Owtscharka hat einen außergewöhnlichen Charakter, der Ruhe und Temperament verbindet. Einerseits zeichnen ihn Ausgeglichenheit und Besonnenheit aus, andererseits macht sich der Schutzhund bemerkbar, wenn es etwas oder jemanden zu verteidigen gilt. Bei Bedrohung kann er ohne Vorwarnung angreifen. Die Rasse hat einen ausgeprägten Bewegungsdrang. Owtscharkas brauchen ernsthafte, auslastende Aufgaben. Optimal ist etwa der Einsatz als Herdenschutzhunde. Die Tiere sind neugierig und lieben die Unabhängigkeit. Zu den Wesensmerkmalen gehört auch eine gewisse Sturheit. Dennoch zeigt der Hund eine enge Bindung an seinen Menschen. Er ist ein treuer, wachsamer Gefährte. Für Hundesport eignet sich die Rasse nicht.

Erziehung und Haltung

Die Erziehung eines Zentralasiatischen Owtscharkas erfordert ein hohes Maß an Zeit und Geduld. Die Hundeexpertin Michelle Holtmeyer aus Osnabrück betont, diese Hunde "benötigen einen Alpha-Menschen, der mit sanfter Bestimmtheit immer wieder klare Ansagen macht. Die Tiere haben einen ausgeprägten Sinn für die Rangordnung im 'Rudel', die sie stets austesten. Für eine gute Sozialisation sollte der Vierbeiner Welpengruppen und Hundeschule besuchen." Mit Fremden und anderen Hunden verträgt sich die Rasse nicht gut. Owtscharkas sind Einzelgänger und an das Alleinsein gewohnt. Andere Haustiere sollte es im Revier nicht geben.

Pflege und Gesundheit

Obwohl der Owtscharka normalerweise zu jeder Jahreszeit die meiste Zeit draußen verbringt, hat der Hund einen geringen Pflegeaufwand. Sein Fell sollte regelmäßig gebürstet, die Ohren auf Verschmutzung untersucht und die Krallen gekürzt werden. Der Zentralasiatische Owtscharka erfreut sich einer robusten Gesundheit. Rassetypische Krankheiten sind nicht bekannt. Wie bei allen großen Hunden können jedoch im Laufe der Jahre Gelenkprobleme auftreten. Bei falscher Ernährung neigen die Tiere zu Übergewicht. Welpen und Junghunde brauchen proteinarmes Futter. Ein ausgewachsener Owtscharka sollte Futter mit hohem Fleischanteil zwei- bis dreimal am Tag zu festen Zeiten bekommen. Die Lebenserwartung liegt bei 12 bis 15 Jahren.

Weitere Informationen:

Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) e.V.:

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Tierisch tierisch | 20. April 2022 | 15:30 Uhr