Ratgeber Tierkauf über das Internet

Ein Mann hält ein Smartphone in der Hand. In der App eBay-Kleinanzeigen werden Katzen zum Verkauf angezeigt.
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Tierhandel findet immer häufiger im Internet statt. Auf zahlreichen Online-Plattformen können Haustiere und exotische Tiere gekauft werden. Der Deutsche Tierschutzbund fordert ein Verbot des Handels mit Lebendtieren im Internet, denn unseriöse Verkäufer gefährden das Tierwohl ebenso wie unüberlegte Tierkäufe. Anderseits ist das Internet bei der Tiervermittlung über Tierheime und Tierschutzeinrichtungen nicht mehr wegzudenken.

Probleme beim Online-Handel mit Haustieren

Ein Smartphone mit ebay-Logo auf einer Computertastatur
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Ob ein Verkaufsangebot auf gängigen Seiten wie Ebay oder Quoka seriös ist oder nicht, können Interessenten nicht ohne weiteres erkennen. Über eine Emailadresse kann jeder anonym ein Tierverkaufs-Inserat schalten. Spontankäufe sind so leicht möglich, niedrige Preise senken die Hemmschwelle. Das betrifft insbesondere das Geschäft  mit Welpen, Modehunden und Exoten. Der Internet-Handel mit Tieren ist nicht kontrollierbar, stellt eine aktuelle Studie der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung fest. Käufer können die Verkäufer nicht einschätzen, Herkunft und Vorgeschichte der Tiere sind nicht überprüfbar. Sogenannte „Tiervermehrer“ produzieren zum Zweck eines lukrativen Tierhandels, warnt die Kampagne von „Aktion Tier - Menschen für Tiere e.V.“. Es gibt keine Beratung zu artgerechter Haltung. Häufig können die Tiere nicht einmal vor dem Verkauf in Augenschein genommen werden, leider sind viele kranke und verhaltensgestörte Tiere darunter. Aber auch die Verkäufer können die Käufer nicht einschätzen und kontrollieren eher selten, ob die Tiere in ein artgerechtes Zuhause kommen.

Zur Rechtslage des Internethandels mit Lebendtieren

Hund Jenna
Jenna wurde unüberlegt von ihren Haltern angeschafft und im Tierheim abgegeben Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

In Deutschland gibt es bislang für den Online-Handel mit Tieren keine spezifischen Vorschriften. In Österreich dagegen ist es Privatpersonen seit 2017 verboten, Tiere im Internet zum Verkauf anzubieten. Die Rechtsverstöße beim Internethandel in Deutschland sind laut der Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ zahlreich und nehmen zu. Ein Rückgaberecht gibt es meist nicht, „Fehlkäufe“ werden häufig ins Tierheim gegeben oder einfach ausgesetzt. Ein einträglicher Schwarzhandel boomt im Netz. Bei der Tiereinfuhr aus dem Ausland, vor allem aus Osteuropa, werden laut deutschem Zoll gesetzliche Bestimmungen oft durch Schmuggel umgangen. Die Tiere sind oft weder gechipt noch geimpft, haben keinen EU-Heimtierpass oder gefälschte Papiere. Die Tier-, Natur- und Artenschutzvorschriften werden missachtet. Übrigens machen sich beim illegalen Tierhandel auch die Käufer strafbar. Der Europäische Tier- und Naturschutz e.V. hat gemeinsam mit dem Verein TASSO und dem Bund gegen Missbrauch der Tiere einen Kriterienkatalog zu seröser Tiervermittlung erarbeitet.

Seriöse Tiervermittlung via Internet

Hundewelpen
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Die Vermittlung von Tieren aus Tierschutzeinrichtungen, Tierheimen und Auffangstationen sowie von autorisierten Züchtern ist inzwischen nicht mehr vorstellbar ohne die Präsentation von Tieren auf seriösen Internetseiten mit Angaben, die konntrollierbar und zurückzuverfolgen sind. Dabei findet eine direkte Beratung und Vermittlung vor Ort in der Einrichtung statt, mit Tierübernahmevertrag und Schutzgebühr. Durch die Webseiten kann der Auswahlprozess erleichtert werden. Transparenz statt Anonymität sind gerade im Internet gefragt, aber das persönliche Kennenlernen von Mensch und Tier ist nicht zu ersetzen. Neben den regionalen und örtlichen Internet- und Facebook-Angeboten von Tierschutzeinrichtungen und Züchtern gibt es die vom Deutschen Tierschutzbund unterstützte Vermittlungsseite:

Mehr Informationen zum Thema finden Sie hier:

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Tierisch tierisch | 12. Februar 2020 | 19:50 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. Februar 2020, 18:41 Uhr