Ratgeber Zur Haltung von zwei oder mehr Hähnen

Eher zweimal hingucken muss man hier: In Möhra wachsen Hähne auf den Bäumen!
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"Zwei Hahnen auf dem Mist vertragen sich nicht", sagt ein altes deutsches Sprichwort. Auch wenn in der Volksweisheit wie so oft ein wahrer Kern steckt, stimmt der Satz nicht ganz und gar. Mehrere Hähne können durchaus miteinander auskommen. Dafür braucht es allerdings bestimmte Voraussetzungen.

Der Hahn im Korb

Hühner auf dem Bauernhof
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Zunächst sollte die Rolle des Hahnes überhaupt geklärt sein. Hühner haben eine genau festgelegte Rangordnung, die sogenannte Hackordnung. In dieser ist klar geregelt, wer die besten Schlafplätze bekommt, wer zuerst fressen darf und vieles mehr. Der Hahn hat in der Regel die höchste Position in der Schar. Eier legen die Hennen zwar auch ohne Gockel, aber für Befruchtung, Fortpflanzung und Zucht ist ein Hahn nötig. Auch für das Sozialverhalten ist ein Hahn in der Hühnerschar von großer Bedeutung. Er bewacht und beschützt die Hühner vor Eindringlingen und Angreifern, indem er Alarm schlägt oder den Feind sogar attackiert. Der Hahn schlichtet Streitigkeiten unter dem Hennen und sorgt für eine ausgewogene Gemeinschaft. Er verwöhnt seine Hühner mit gefundenen Leckereien und zeigt ihnen die besten Plätze für ein Nest. Größter Nachteil für Halter ist sein lautes Krähen, das auch Kampfbereitschaft signalisiert.

Verhältnisse im Hühnerharem

Zwei Hühner picken im Gras
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Von Natur aus leben Hühner in einem Harem. Dabei sollten auf einen Hahn sechs bis maximal zehn Hühner kommen, damit keine Unruhe und Stress in der Schar aufkommen. Bei leichten Rassen kann das Verhältnis bis 1:15 betragen. Wird ein Hahn angeschafft, bietet sich ein älteres Exemplar an, das schon einen Erfahrungsschatz bei der Führung von Hühnern mitbringt. Die Balzneigung, ihre Häufigkeit und Heftigkeit wird stark von der Anzahl der Hennen und von den Haltungsbedingungen beeinflusst, ist zudem von Rasse zu Rasse unterschiedlich. Werden mehrere Hähne gehalten, müssen diese nicht zwangsläufig zu "Kampfhähnen" werden.

Streithähne in der Hühnerschar

Am besten klappt es, wenn man ranghohe Hähne mit rangniedrigen kombiniert, auf keinen Fall jedoch gleichstarke. Wenn die Hähne von klein auf zusammen sind, gibt es ohnehin selten ein Problem. Beim Heranwachsen klären sich die Stärkeverhältnisse. Der dominante Hahn setzt sich durch. Er paart sich deutlich öfter, "erlaubt" jedoch auch rangniederen Tieren den Tretakt, wobei er selbst bestimmte Hennen bevorzugt. Bei freiem Auslauf sollte die Haltung von mehreren Hähnen durchaus möglich sein. Das trägt zum Mix der Rassen bei und verringert Inzucht. Wenn es genügend Hennen gibt, können auch zwei ausgeprägte Streithähne miteinander auskommen, indem sie sich aus dem Weg gehen.

Auch eine Frage der Hühnerrasse

Bei Züchtern sind Hahnengruppen eher die Regel, bei Hobbyhühnerhaltung Ausnahme oder Zufall. Die Vergesellschaftung geht meist besser mit Rassen, die durch menschliche Zuchtwahl ruhiger und gelassener geworden sind.