Wissenswertes Clickertraining für Hunde und Katzen

Clickertraining wird schon seit langem bei Tieren angewendet und ist mit nahezu jeder Tierart möglich. Bei Haustieren hat es sich zuerst bei Pferden und Hunden bewährt, inzwischen auch bei Katzen, Meerschweinchen, Vögeln und sogar bei Amphibien.

Hundebesitzerin hält Clicker
Bildrechte: Colourbox.de

Was ist Clickern?

Clickern ist eine einfach zu erlernende Methode, um sich den Tieren verständlich zu machen und mit ihnen zu kommunizieren. Dabei handelt es sich beim Clicker um ein einfaches Gerät, das ein Klick-Geräusch oder ein anderes akustisches Signal erzeugt. Dieses Geräusch sorgt für Aufmerksamkeit des Tieres, weil es in seinem üblichen Umfeld ansonsten nicht vorkommt.

Wozu dient Clickertraining?

Clickern eignet sich als Erziehungsmethode und als Verhaltenstraining, in der Alltagserziehung ebenso wie für Ausbildung oder Erlernen von Tricks und Kunststücken. Das Tier wird dabei geistig und körperlich gefordert, aber nicht überfordert. Es geht nicht darum, ihm etwas abzugewöhnen, sondern mit Hilfe des Clickers richtiges Verhalten zu bestärken. Das Tier wird beim Clickern niemals bestraft, sondern für richtiges Verhalten immer belohnt, meist in Form von Leckerli.  

Clickertraining motiviert

Das Training motiviert die  Tiere zu Leistungen und setzt kreatives Potenzial frei. Zu den Anfangsübungen können z.B. bei Hunden und Katzen Pfote geben, Männchen machen, Apportieren, Slalom laufen oder auf den Platz gehen gehören. Dabei muss der Click im richtigen Moment kommen, wenn das Tier die gewünschte Verhaltensweise zeigt.

Clickertraining ermöglicht auch Zugang zu ängstlichen und verhaltensgestörten Tieren, weil dabei auf körperlichen Kontakt verzichtet werden kann. Auch Kinder können das Clickern mit dem Haustier problemlos erlernen. Es macht Spaß und kann durch das Miteinander beim Training die gesamte Beziehung zwischen Mensch und Tier verbessern.

Was gehört dazu?

Neben dem Clicker-Gerät und ausreichend Leckerli-Belohnung wird öfter ein Target-Stick benutzt, dessen breiteres Ende beim Clickertraining mit der Schnauze berührt werden muss. Dafür eignen sich z.B. Teleskop-Zeigestöcke, aber auch Fliegenklatschen oder Kochlöffel. Das Clickersignal kann zusätzlich  durch Zungenschnalzen oder ein Kurzwort wie zum Beispiel „Click“ / „Yup“ / „Look“ / „Schau“ oder „Gut“ begleitet werden.

Kreatives Clickertraining

Im Gegensatz zur traditionellen Hundeausbildung reagiert beim  kreativen Clickertraining der Mensch auf das Agieren des Vierbeiners. Wenn das Tier die Bedeutung des Klickens verinnerlicht hat, wird es selbst Verhaltensweisen anbieten, die einen Klick und damit Belohnung bringen oder eben nicht erwünscht sind. Katzen haben zwar ihren eigenen Kopf, aber auch eine angeborene Neugier. So kann ihr Verhalten durch das Clickertraining in die gewünschten Wege gelenkt werden.

Kurze Übungseinheiten

Da ihre Intelligenz und Kreativität gefordert werden, sind Hunde und Katzen für Clickertraining begeisterungsfähig. Dabei sind kurze Übungseinheiten, die vom Tier regelrecht eingefordert werden, besser als ein überforderter Vierbeiner, der nur mehr des Leckerlis wegen halbwegs mitmacht. Allerdings müssen die Übungen in Abständen öfter wiederholt und jede Übungseinheit mit einem Erfolg für den Vierbeiner beendet werden.

Fehler beim Clickertraining

Neben zu langen Trainingseinheiten kann auch eine zu hohe Erwartungshaltung das Tier überfordern, also bei zu komplizierten Übungen oder zu schnell steigendem Schwierigkeitsgrad. Ungeduld hat beim Clickertraining nicht zu suchen. Das Tempo gibt immer das Tier vor. Bei Fehlern darf es weder zurechtgewiesen noch bestraft werden. Lob und Belohnung müssen dagegen immer sein, jedoch keine durchschnittliche oder gar falsche Belohnung. Wichtig ist das richtige Timing beim Clickern. Kommt der Klick nicht zum richtigen Zeitpunkt, lernt das Tier möglicherweise ein Fehlverhalten. Der Clicker ist weder ein Rufinstrument noch ein Spielzeug, Clickertraining kein Beschäftigungsmittel gegen Langeweile oder für nicht ausgelastete Hunde und Katzen. 

Anleitung zum Clickertraining

Ohne genaue Kenntnisse oder sachkundige Anleitung kann Clickertraining zu Misserfolg führen. Daher sollte besser ein Clicker-Trainer einbezogen werden, speziell bei Hunden gibt es solche Seminare bei Hundeschulen. Natürlich helfen auch Sachbücher und Internet-Videos dabei, sich die Thematik zu erschließen.

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