Ratgeber | 20.11.2019 Wenn der Hund nicht allein bleiben kann

Hunde sind Rudeltiere. Längeres Alleinsein liegt nicht in ihrer Natur. Am wohlsten und sichersten fühlen sie sich in der Nähe ihrer Menschen. Beim Alleinsein leiden die Tiere unter Trennungsängsten oder Kontrollverlust. Häufig liegen die Probleme jedoch nicht bei den Hunden, sondern am Verhalten ihrer Besitzer. 

Wie verhält sich der Hund beim Alleinsein?

Wie sich Ihr Hund während Ihrer Abwesenheit verhält, können Sie herausfinden. Fragen Sie ihre Nachbarn, ob der Hund dann jault oder bellt. Offensichtliche Anzeichen dafür, dass er unter dem Alleinsein leidet, sind auch Kratzspuren, beschädigte Einrichtung, zerkaute Schuhe und Verlust der Stubenreinheit. Manche Halter benutzen sogar Überwachungskameras oder GPS-Tracker, um das Verhalten der Tiere zu kontrollieren. Manch ein Hund leidet aber auch stumm. Nach der Heimkehr seines Menschen weicht er ihm dann nicht von der Seite. Wenn der Hund sicher ist, dass er nicht wieder verlassen wird, dann findet er endlich Ruhe und schläft erschöpft ein.

Alleinbleiben schon beim Welpen üben

Je älter ein Hund ist, umso zeitaufwendiger ist es in der Regel, ihm entspanntes Alleinbleiben beizubringen. Welpen, die zu früh von ihrer Mutter getrennt wurden, entwickeln Verlustängste. Ein Welpe sollte bis zu seine, fünften Lebensmonat niemals allein gelassen werden. Er muss sein Zuhause in Ruhe kennenlernen und Vertrauen zu seinem „Rudel“ aufbauen können. Dann kann Schritt für Schritt das langsame Gewöhnen an das Alleinbleiben erfolgen. Am Anfang des Trainings sollte der Raum nur für ein paar kurze Minuten verlassen werden, am besten nach einer ausgiebigen Spielphase, wenn der Welpe schon schläfrig in seinem Körbchen liegt mit Kauknochen oder Spielzeug. In der Folge werden die Zeiten der Abwesenheit immer weiter ausgedehnt, bei einem Welpen je4doch nie über 30 Minuten. Bei der Rückkehr gibt es stets ein Leckerli. So wird das Alleinsein mit positiven Erwartungen verknüpft und für den kleinen Hund normal wie Fressen und Trinken.

Training mit Geduld und Konsequenz

Beim erwachsenen Hund wird beim Training ebenso vorgegangen. Das Prinzip der kleinen Schritte kann jedoch länger ausfallen, gerade wenn die Vorgeschichte des Tieres nicht bekannt ist  Hunde aus dem Tierheim oder aus dem Ausland sind öfter Problemfälle, leiden unter Trennungsängsten und benötigen noch eine besondere Erziehung. Doch auch ein Umzug oder Veränderungen im Umfeld des Zuhauses können beim Hund das Problem auslösen, nicht mehr allein bleiben zu wollen. Natürlich ist jeder Hund unterschiedlich, hat individuelle Bedürfnisse und ein eigenes Stresslevel. Unausgelasteten Vierbeinern fällt es schwerer, allein zu bleiben.  Besser geht das nach Auslauf, Auspowern und gutem Futter. Wenn er allein bellt oder jault, versuchen Sie bei der Rückkehr einen Moment der Ruhe abzupassen, sonst hält der Hund das Heulen für erfolgreich und  macht es auch künftig. Das Training fordert vom Halter Geduld und Konsequenz.

Alleinbleiben als normal und alltäglich

Falsche Signale sind lange Abschiedszeremonien und Begrüßungsrituale. Das macht das Alleinbleiben zu etwas Besonderem statt Normalem. Während des Trainings des Alleinseins darf der Halter nicht ständig zurückkehren, um nachzusehen was der Hund macht. Viele Hunde reagieren auf Schlüsselreize, sind durch den Griff zur Tasche, zu bestimmter Kleidung, zu Schirm oder Schlüssel alarmiert. Solche Schlüsselreize sollten in den Alltag eingebaut werden, wenn der Hund sie nicht erwartet und sie nichts mit dem Weggehen zu tun haben. Während der Trainingszeit muss vermieden werden, dass der Hund tatsächlich für einen langen Zeitraum allein bleiben muss. In schwierigen Fällen helfen Tipps von Experten oder eine Hundeschule weiter.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Tierisch tierisch | 20. November 2019 | 19:50 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 20. November 2019, 18:00 Uhr