Ratgeber | 24.04.2019 Wie transportiere ich mein Tier am sichersten?

Ob Hund oder Katze – wer ein Tier im Auto mitnimmt, muss es auch entsprechend sichern. Allerdings gibt es für den Transport von Haustieren keine speziellen Vorschriften oder gesetzlichen Regelungen in der Straßenverkehrsordnung. Denn Tiere gelten beim Transport rechtlich als „Ladung“. Eine Ladung muss richtig gesichert werden, sonst drohen Bußgeld, ein Punkt in Flensburg oder versicherungsrechtliche Probleme.

Ein Yorkshire-Terrier sitzt 2008 in einer Hundebox im Kofferraum eines Autos.
Bildrechte: IMAGO / blickwinkel

Der beste Schutz ist Vorbeugen

Tiere sollten sich nie frei und ohne Sicherung im fahrenden Auto bewegen. Dadurch wird nicht nur der Fahrer abgelenkt. Im Falle von Bremsmanövern oder einem Unfall stellt das Tier ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar. Wird es dabei durch den Innenraum des Fahrzeugs geschleudert, gefährdet das Gesundheit und Leben des Tieres und der weiteren Insassen. Dagegen kann man spezielle Hilfsmittel nutzen: Zu den wichtigsten gehören Transportboxen, Sicherheitsgurte, Schutzdecken, Trennnetze und Fahrraumabtrennungen. Außerdem empfiehlt es sich, über die Kfz-Haftpflichtversicherung hinaus mit einer speziellen Versicherung auch mitfahrende Haustiere zu schützen.

Anschnallpflicht für Vierbeiner?

Eine direkte Anschnallpflicht für Hunde oder Katzen gibt es nicht. Kleine Hunde können gut in einem Tiersicherheitssitz transportiert werden, der mit dem Sicherheitsgurt oder an den Isofix-Verankerungen auf dem Rücksitz des Autos befestigt wird. Das Tier ist darauf durch ein Geschirr beidseitig gesichert. Für mittelgroße Hunde kann ein spezielles Geschirr mit Sicherheitsgurt verwendet werden. Dabei reduzieren breite und gepolsterte Gurte die Belastungen. Größere Hunde sollten möglichst im Laderaum eines Kombis, SUV oder Schrägheckfahrzeugs platziert werden, abgetrennt vom Fahrer und von sonstigen Insassen durch ein stabiles Trennnetz oder Trenngitter. Eine Schutzdecke, die für den Tiertransport auf den Rücksitzen meist an den vorderen Kopfstützen fixiert wird, hilft mehr gegen Verschmutzungen, als der Sicherheit zu dienen. Auch ein gesicherter Katzenkorb ist keine optimale Variante.

Transportboxen sind die beste Lösung

Die sicherste Möglichkeit, Tiere im Auto zu befördern, sind Transportboxen. Dabei sollten Boxen für Katzen neben einer seitlichen Gittertür auch nach oben zu öffnen sein, damit man sich sträubende Stubentiger leichter in die Box bekommt. Kleinere Boxen für Hunde oder Katzen bieten gute Sicherheit, wenn sie quer zur Fahrtrichtung im Fußraum der Rücksitzbank oder im Laderaum direkt hinter den Sitzlehnen positioniert werden, kombiniert mit Trenngitter oder Trennnetz. Große Hunde sollten in entsprechend großen Transportboxen im Laderaum oder auf der Rücksitzbank gesichert mitfahren. Zweckmäßig sind für größere Hunde Boxen, die direkt im Laderaum fest montiert sind.

Wenn die „Ladung“ ein Lebewesen ist

Die Vierbeiner müssen an ihre vorübergehende Unterkunft erst gewöhnt werden. Hunde fühlen sich in Transportboxen wie in einer Höhle bald wohl. Katzen sollte man besser schon von klein auf an eine Transportbox gewöhnen. Samtpfoten sind auch empfindlicher gegenüber Fahrtstress, können sich während der Tour erbrechen, Urin oder Kot absetzen. Eine abgedeckte Box kann für gewisse Entspannung sorgen. Das Geben von Beruhigungsmitteln sollte zuvor mit dem Tierarzt besprochen werden. Für längere Fahrten mit einem Tier an Bord gilt: Fahrten bei großer Hitze vermeiden, regelmäßige Zwischenstopps einlegen, Trinkwasser anbieten, das Tier keiner direkten Zugluft aussetzen und es bei Sonnenhitze niemals allein im Auto zurücklassen.

Mehr Informationen im Internet:

Tipps zum Transport von Hunden auf der Homepage des ADAC: