Axel Ranisch (li.) und Mišel Matičević bei den Dreharbeiten zu "Zorn - Tod und Regen" in Halle.
Ein ungleiches Paar: Axel Ranisch (li.) und Mišel Matičević spielen die Hauptkommissare Schröder und Zorn. Bildrechte: MDR/ARD/Degeto/Edith Held

Dreharbeiten zu "Zorn - Tod und Regen" | Interview mit Axel Ranisch "Ich bin das moppelige Arbeitstier, er der faule Sack"

Axel Ranisch kommt aus dem Grinsen gar nicht mehr heraus: "Diese Rolle ist ein Geschenk!" In der neuen MDR-Verfilmung von Stephan Ludwigs Roman "Zorn" spielt er den dicken Assistenten Schröder. Wir haben ihn vor den Dreharbeiten getroffen. Im Gespräch mit uns hat er verraten, wieviel Schröder in ihm persönlich steckt, was er wirklich von seinem Kollegen Claudius Zorn hält, und warum ihm eine Messer-Szene im Film ganz schön zu schaffen macht...

Axel Ranisch (li.) und Mišel Matičević bei den Dreharbeiten zu "Zorn - Tod und Regen" in Halle.
Ein ungleiches Paar: Axel Ranisch (li.) und Mišel Matičević spielen die Hauptkommissare Schröder und Zorn. Bildrechte: MDR/ARD/Degeto/Edith Held

Erzähl uns mal ein paar Sätzen: Was ist Schröder für ein Typ?

Axel Ranisch: Schröder ist ein moppeliges Arbeitstier im Präsidium in Halle. Einer, der wahnsinnig gern arbeitet, der wahnsinnig gern Polizist ist, jemand der Ordnung liebt und immer einen guten Witz auf Lager hat ... und ganz schön breite Schultern haben muss, weil er diesen faulen Sack Zorn erträgt!

Ohne was kann Schröder nicht leben?

Schröder kann nicht leben ohne Ordnung! Bei ihm Zuhause sieht's auch sehr ordentlich aus. Und ohne dass es Stress bedeutet, denn Arbeit erfüllt ihn. Ohne klassische Musik geht es für ihn natürlich auch gar nicht, ohne Kunst, und Architektur, Film ... Schröder ist total interessiert an allem. Ohne Kultur würde er, glaube ich, total untergehen.

Gibt’s Parallelen zwischen Axel Ranisch und Schröder?

(lacht) Ich glaube, deswegen wurde ich besetzt! Ich finde mich ganz gut in dem Schröder wieder. Einmal von der Statur her natürlich, andererseits von den Interessen. Und der ist auch so ein liebenswerter Mensch, der ist so ein Herzmensch. Ich glaub, er glaubt sogar an das Gute im Menschen! Das tu ich auch.

Was denkt Schröder über Claudius Zorn?

Tja, wenn die beiden nicht Kommissare wären und miteinander arbeiten würden, weiß ich nicht, ob Schröder Zorn auf der Straße ansprechen würde oder privat mit ihm befreundet wäre. Eigentlich kann er das liederliche Leben von Zorn nicht so richtig gut leiden. Aber die beiden sind ja Kollegen und Zorn hat natürlich – das muss man ihm ja eingestehen – eine verdammt gute Intuition. Die hat Schröder nicht! Dahingehend ist er ein guter Kollege – aber privat müssen wir ja nicht so viel miteinander zu tun haben.

Und andersrum, was glaubst du, denkt Claudius Zorn über Schröder?

Das frage ich mich auch manchmal: Was denkt der sich eigentlich?! Ich weiß nicht, ob der überhaupt so viel denkt! Der guckt immer irgendwo anders hin, ich weiß nicht ob Schröder ihm überhaupt irgendwas bedeutet. Ich weiß auch nicht, ob ihm klar ist, was ich da überhaupt für Arbeit leiste! Und dass ich den ganzen Dreck mache! Eigentlich müsste er die ganze Zeit ein schlechtes Gewissen haben...

Was hat dich an dem Film gereizt?

Also, erstmal ist es eine wahnsinnig schöne Geschichte und gut geschrieben. Eine tolle Vorlage, der Roman von Stephan Ludwig. Und die Figuren sind wunderbar! Der Schröder ist 'ne ganz tolle, vielschichtige Figur. Davon kriegt man im ersten Teil nicht alles mit, aber vielleicht werden ja auch die anderen Teile verfilmt, und da kriegt man dann noch ganz genau mit, was den Schröder so alles umtreibt ... Diese Figur ist ein totales Geschenk für jeden Darsteller und deswegen bin ich ganz stolz, den spielen zu dürfen.

Siehst du auch Herausforderungen in dem Dreh?

Ja, einige. Vor allem körperliche – denn es wird ja nicht immer ganz freundlich mit mir umgegangen in diesem Film… irgendwann im Verlauf des Films steckt ein großes Messer tief in mir drin. Ich bin ja ursprünglich kein Schauspieler und habe keine Ahnung, wie man das spielt! Wie spielt man denn ein Messer im Bauch?! Das wird sich zeigen …

Kennst du eure Drehorte, warst du vorher schonmal in Halle?

Ich kenn Halle ganz gut und mag's ganz gern! Ich war in meiner Kindheit oft dort. Mein Vater ist Wasserspring-Trainer und in Halle gibt’s einen Olympia-Stützpunkt für Wasserspringen. Da waren wir dann halt oft. Das war in Halle-Neustadt in der Schwimmhalle, in der werden wir vermutlich auch drehen.

Wir sind gespannt. Vielen Dank für das Gespräch!

Was Mišel Matičević von ihm hält, lesen Sie hier:

Mehr zu "Zorn - Tod und Regen":

Axel Ranisch *geboren 1983 in Berlin

• Regie-Studium an der Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ in Babelsberg

Schauspiel (Auswahl):
• Ruhm (2011)
• Wie man leben soll (2011)
• Papa Gold (2011)
• Die Rose und die Nachtigall (2011)

Regie (Auswahl):
• Ich fühl mich Disco (2013)
• Reuber (2013)
• Rosakinder (2012)
• Dicke Mädchen (2011)
• Der will nur spielen (2008)

Zuletzt aktualisiert: 21. Juni 2017, 14:08 Uhr