Rolf Hoppe zum 90. – "Mephisto"

Hendrik Höfgen (Klaus Maria Brandauer), hochtalentierter Schauspieler am Hamburger Künstlertheater, erkennt bei dem Gastspiel eines berühmten Berliner Stars, was er bisher immer nur geahnt hat: Ziel seines Lebens kann einzig und allein der Erfolg sein! Dabei macht er sich auch mit dem Nazi-system gemein, verkörpert durch einen General (Rolf Hoppe)

Als Mephisto in Goethes "Faust" erlebt der Schauspieler Hendrik Höfgen (Klaus Maria Brandauer) seinen Karrierehöhepunkt.
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Als erste Stufe auf der Erfolgsleiter erobert Höfgen die gesellschaftlich weit über ihm stehende, weltoffene Barbara Bruckner (Krystyna Janda). Als seine Frau ebnet sie ihm nicht nur den Weg in gut situierte0 Kreise, sondern auch nach Berlin. Bald umjubelt ihn auch hier das Theaterpublikum. In seinem Drang, ganz vorn im Rampenlicht zu stehen, können ihn weder politische Zeitströmungen noch menschliche Beziehungen beirren. Als Höfgen bei Dreharbeiten in Budapest von der Machtübernahme der Nationalsozialisten erfährt, entscheidet er sich spontan für die Rückkehr nach Deutschland und nicht für Barbara, die ins Exil geht.

Höfgen und ein deutscher General
Der General und Höfgen: Die Darstellung der beiden Figuren machten die Schauspieler Hoppe und Brandauer zu Stars. Bildrechte: MDR/Cine aktuell

Fortan führt ihn seine Laufbahn steil nach oben, denn der mächtige Luftwaffengeneral (Rolf Hoppe) protegiert ihn. Hendrik Höfgen, der Mann, der das Theater mehr als sein Leben liebt, kann endlich seine Traumrolle, den "Mephisto" in Goethes Faust, spielen und wird "Generalintendant der Preußischen Staatstheater". Und dennoch, bei allem Glanz nach außen, muss er bald schmerzlich die Grenzen erkennen, die ihm, dem besessenen Theatermann, von den Machthabern gesteckt sind.

Ein Oscar für Mephisto

Beiden geht es vielmehr um die Charakterstudie eines vom Ehrgeiz besessenen Mannes, der sich seinen Erfolg mit opportunistischer Anpassung an die Macht erkauft. Mit Klaus Maria Brandauer als karrierebesessenem Schauspieler und Rolf Hoppe als spießbürgerlich-jovialen "Kunstkenner" und zugleich zynisch-gefährlichen NS-General fand Szabó eine brillante Besetzung. "Mephisto" wurde ein Welterfolg und erhielt zahlreiche internationale Auszeichnungen, so u.a. 1982 den Oscar für den Besten fremdsprachigen Film.

Produktion: Musik: Zdenkó Tamássy
Kamera: Lajos Koltai
Buch: Péter Dobai und István Szabó, nach Motiven von Klaus Mann
Regie: István Szabó

Darsteller Hendrik Höfgen - Klaus Maria Brandauer
General - Rolf Hoppe
Barbara Bruckner - Krystyna Janda
Juliette Martens - Karin Boyd
Nicoletta von Niebuhr - Ildikó Bánsági
Hans Miklas - György Cserhalmi
Lotte Lindenthal - Christine Harbort
Otto Ulrichs - Péter Andorai
Professor - Martin Hellberg
Böck, Garderobier - István Komlós
Cäsar von Muck - Christian Grashof
und andere

Dauer: 138 Minuten

Steckbrief: Klaus Mann Klaus Heinrich Thomas Mann ist das zweite Kind von Thomas Mann und seiner Frau Katia. Er wird 1906 in München geboren. Seine Kindheit verbringt er vorwiegend in Bad Tölz. Früh tritt er in die Fußstapfen seines berühmten Vaters und beginnt zu schreiben.

1925 veröffentlicht er das Drama "Anja und Esther", dass im selben Jahr in Hamburg Premiere hat. Regie führte Gustav Gründgens. Früh bezog Mann Stellung gegen Hitler und die Nationalsiozialisten. Ab Mitte der 1930er Jahre lebte Klaus Mann im Exil u.a. in der Schweiz, Ungarn und den USA.

1936 erschien eines seiner berühmtesten Werke "Mephisto". Klaus Mann starb am 21. Mai 1949 in Cannes.