Henrike von Kuick als Polizistin Elke.
Bildrechte: MDR/Paul

Kooperation mit dem Filmnachwuchs MDR KurzKino

Mit der Initiative "MDR KurzKino" fördert der Mitteldeutsche Rundfunk junges Gegenwartskino und ermöglicht Studierenden der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf, ihre Vision von Film ins Fernsehen zu bringen.

Henrike von Kuick als Polizistin Elke.
Bildrechte: MDR/Paul

Cineastisch innovative und intensive Filme, die berühren und verführen, irritieren und provozieren, suchte der MDR mit einer Ausschreibung an der Filmuni erstmals im Jahr 2014. Ob Thriller, Historienfilm oder das klassische Drama – frei von jeglicher Genreorientierung stehen die außergewöhnliche Idee und eine mutige visuelle Umsetzung im Zentrum. "Grenzenlos" lautet das Thema, das die Geschichten inhaltlich aufgreifen sollten. Um Endlichkeit, Vorurteile, Träume und Einschränkungen, um das Akzeptieren und Aufbrechen neuer und alter Grenzen im politisch-sozialen, aber auch im ganz persönlichen Sinne drehen sich die Filmprojekte: "Am Ende der Wald" (Felix Ahrens) und "Für Dich bei mir" (Clemens Beier) entstanden aus der diesjährigen Initiative "MDR KurzKino" mit der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF.

Die Projekte entstanden im MDR-Sendegebiet: Das Team von "Am Ende der Wald" drehte in und um Bad Schandau und Sebnitz, in Halle wurde "Für dich bei mir" gedreht.

Projekt: Am Ende der Wald

Der 30-minütige Kurzfilm „Am Ende der Wald“ (Drehbuch: Lucas Flasch; Regie: Felix Ahrens) geht der Frage nach, was mit einem Menschen passiert, der aus Angst heraus gewalttätig wird. Elke, eine junge Polizistin, und ihr Kollege Armin befinden sich nahe der tschechischen Grenze auf Streife. Bei einer routinemäßigen Fahrzeugkontrolle widersetzt sich ein junger Tscheche ihren polizeilichen Anordnungen. Elke erschießt ihn unbeabsichtigt. Gedreht wurde in Bad Schandau und Sebnitz.

Projekt: Für Dich bei mir

„Für Dich bei mir“ (Drehbuch: Linda Brieda und Clemens Beier; Regie: Clemens Beier), ist ein Film über grenzenlose Liebe im Alter. Margret (74) plant zusammen mit ihrem Mann Helmut (78) nach Italien zu reisen. Aber bereits kurze Zeit später befindet sich Helmut in einem demenzbedingten Dämmerzustand. Immer öfter scheint sämtliches Leben aus seinen anteilnahmslosen Blicken entwichen zu sein. Bemüht, die eigene Hoffnung aufrecht zu erhalten, merkt sie nicht, wie ihre Weigerung die Realität anzuerkennen, nicht nur ihren Traum, sondern auch das Leben ihres Mannes gefährdet.

Nominierung & Preise

Der Film "Für Dich bei Mir" ist in der Kategorie "Bester mittellanger Film" für den Studio Hamburg Nachwuchspreis nominiert. Wir drücken die Daumen! Zudem hat der Film sowohl beim Kurzsuechtig in Leipzig als auch beim Filmfest Dresden den Publikumspreis gewonnen, in den USA gewnn der Film beim Speechless Festival den Preis “Best Student Short”. Herzlichen Glückwunsch!

"Plattform für den Filmachwuchs"

Dem Filmnachwuchs eine Plattform zu geben, heißt für den MDR nicht nur, in die Zukunft junger kreativer Filmemacher zu investieren, sondern auch die Filmlandschaft mit neuen spannenden Stoffen und neuen Sichtweisen zu bereichern. Die Nachwuchsförderung liegt dem MDR sehr am Herzen und hat Tradition. Mit der Initiative 'MDR KurzKino' bietet der MDR jungen Filmemachern nicht nur Freiraum für ihren individuellen Ausdruck, sondern gleichzeitig die Chance, ein großes Publikum zu erreichen.

MDR-Intendantin Karola Wille

Die Förderung und Unterstützung des filmischen Nachwuchses ist für den MDR ein wichtiger Baustein, um eine gesunde Filmwirtschaft in Deutschland zu erhalten. Die noch junge Kooperation: "MDR KurzKino", die 2015 - gemeinsam mit der Filmuniversität Babelsberg - ins Leben gerufen wurde, ist ein Teil dieser Strategie. Das "MDR KurzKino" bietet den Studierenden, neben einer möglichen finanziellen Unterstützung ihrer Projekte, die Möglichkeit Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit einem Sender zu sammeln und sich in einem marktüblichen Auswahlverfahren mit ihrer Idee durchzusetzen.

MDR-Fernsehfilmchefin Jana Brandt

Festival-Nominierung: Erfolgreiche Premiere für das MDR Kurzkino

Die beiden entstandenen Filme laufen nun beim wichtigsten Festival für den jungen deutschsprachigen Film, dem Saarbrücker Filmfestival Max-Ophüls-Preis (18.-24. Januar) in der Sektion „Wettbewerb Mittellanger Spielfilm“.

Das 'MDR Kurzkino' ist für die Filmuniversität Babelsberg ein wichtiges Kooperationsprojekt. Jedes Jahr entstehen hier bis zu drei fiktionale Filme, die unseren Studierenden Arbeit unter Praxisbedingungen bieten und eine Präsenz in einem der großen deutschen Fernsehsender. Umso schöner ist es, dass gleich die ersten Arbeiten der Kooperation mit einer Nominierung für den 'Max Ophüls Preis' geehrt wurden.

Dr. Susanne Stürmer, Präsidentin der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF

 

 

Regiedozent Prof. Andreas Kleinert Andreas Kleinert, 1962 in Berlin geboren, schloss 1989 sein Regiestudium an der Hochschule für Film und Fernsehen der DDR Konrad Wolf ab. Seine Diplomarbeit wurde unter dem Titel
"Bewußtseinsebenen in der Filmpoesie von Andrej Tarkowskij" veröffentlicht. Seit 1990 arbeitet Andreas Kleinert als freier Regisseur und Autor für Film und Fernsehen.

An der Hochschule für Film und Fernsehen Konrad Wolf Potsdam Babelsberg ist er seit 2006 Professor für Spielfilmregie.

Andreas Kleinerts Filme waren auf allen großen internationalen A-Filmfestivals (Cannes, Venedig, Locarno, San Sebastian, Berlinale, u.v.m.) zu sehen und wurden mehrfach ausgezeichnet, u.a. ist er vierfacher Adolf-Grimme-Preisträger und wurde 2003 mit dem International Emmy Award ausgezeichnet.


Aktuelle Projekte: Im Februar 2016 ist Drehbeginn für eine moderne "Hedda Gabler" Version nach Hendrik Ibsen. Im Herbst folgt eine weitere Karl Heinz Käfer Verfilmung "Spätwerk".

Drehbuchdozent Prof. Can Togay Can Togay, 1955 geboren, ist Kulturmanager, Schauspieler, Drehbuchator, Filmemacher. Er wuchs in Budapest und Leipzig auf, studierte Literatur, Linguistik und Filmregie. Aktiv in der Budapester Off-Kultur der 1970-er / 1980-er Jahre, arbeitete er später als Filmregisseur Drehbuchautor und Schauspieler. Togay – auch als Werbefachmann und Creative Director tätig – ist Initiator und Co-Autor des Holocaust-Mahnmals "Schuhe am Donauufer". 2008-2014 war er Direktor des ungarischen Wissenschafts- und Kulturinstitutes Collegium Hungaricum Berlin (CHB). Seit Oktober 2014 lehrt er als Professor für Stoffentwicklung an der Filmuniversität "Konrad Wolf" in Babelsberg.

Für die Auswahl der Stoffe im Jahr 2015/2016 waren verantwortlich: Prof. Andreas Kleinert, Regiedozent an der Filmuniversität Babelsberg
Prof. Can Togay, Drehbuchdozent an der Filmuniversität Babelsberg
Angelina Maccarone
Barbara Albert
Meike Götze, Redakteurin MDR
-------------
Die beiden Filme sollen am 26. April 2016, ab 00.00 Uhr im MDR FERNSEHEN ausgestrahlt werden.

Für die Auswahl der Projekte im Jahr 2016/2017 sind verantwortlich: Prof. Andreas Kleinert, Regiedozent an der Filmuniversität Babelsberg
Prof. Can Togay, Drehbuchdozent an der Filmuniversität Babelsberg
Adrian Paul, Redakteur MDR

Zuletzt aktualisiert: 18. September 2018, 21:46 Uhr