So 05.09. 2021 22:30Uhr 45:00 min

MDR DOK Der Abzug

Die Afghanistan-Mission und was davon bleibt

Film von Sibylle Licht und Markus Spieker

Komplette Sendung

Bundeswehrsoldaten zwischen afghanischen Menschen 44 min
Der Krieg, der offiziell keiner war, dauerte länger und war verlustreicher als jede andere Bundeswehr-Mission. 59 Soldaten verloren ihr Leben, die Kosten werden auf über 20 Milliarden Euro geschätzt. Die Bilanz fällt zwiespältig aus. Zwar ist das ursprüngliche Ziel erreicht und die Terrorgruppe Al-Qaida in Afghanistan ausgeschaltet. Frauen können an vielen Orten studieren und sogar mitregieren. Die Infrastruktur wurde ausgebaut. Aber ein Großteil der Hilfsgelder ist in den Händen korrupter Politiker gelandet, und wurde statt in Schulen etwa in Dubai-Luxusvillen investiert. Die Taliban rücken scheinbar unaufhaltsam vor. Droht dem Land das gleiche Schicksal wie vor 40 Jahren nach dem Abzug der Russen, als wenige Jahre später eine finstere Religionsdiktatur errichtet wurde? (Archivbild) Bildrechte: MDR
MDR FERNSEHEN So, 05.09.2021 22:30 23:15

Bilder zum Film: Der Abzug

Bilder zum Film: Der Abzug

Bundeswehrsoldaten zwischen afghanischen Menschen
Nach fast 20 Jahren endet der Einsatz in Afghanistan. Der Krieg, der offiziell keiner war, dauerte länger und war verlustreicher als jede andere Bundeswehr-Mission. 59 Soldaten verloren ihr Leben, die Kosten werden auf über 20 Milliarden Euro geschätzt. Die Bilanz fällt zwiespältig aus. Bildrechte: MDR
Bundeswehrsoldaten zwischen afghanischen Menschen
Nach fast 20 Jahren endet der Einsatz in Afghanistan. Der Krieg, der offiziell keiner war, dauerte länger und war verlustreicher als jede andere Bundeswehr-Mission. 59 Soldaten verloren ihr Leben, die Kosten werden auf über 20 Milliarden Euro geschätzt. Die Bilanz fällt zwiespältig aus. Bildrechte: MDR
Zwei Personen in Armeeuniformen sprechen miteinander.
Zwar ist das ursprüngliche Ziel erreicht und die Terrorgruppe Al-Qaida in Afghanistan ausgeschaltet. Frauen können an vielen Orten studieren und regieren mit. Die Infrastruktur wurde ausgebaut. Aber ein Großteil der Hilfsgelder ist in den Händen korrupter Politiker gelandet, und wurde statt in Schulen etwa in Dubai-Luxusvillen investiert. Die Taliban rücken scheinbar unaufhaltsam vor. Droht dem Land das gleiche Schicksal wie vor 40 Jahren nach dem Abzug der Russen, als wenige Jahre später eine finstere Religionsdiktatur errichtet wurde? Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Mehrere Personen, darunter Soldaten, und eine Herde Ziegen laufen über eine Straße in einer afghanischen Stadt
Sibylle Licht und Markus Spieker, die als Südasien-Korrespondenten seit 2015 über Afghanistan berichtet haben, begleiten den Abzug der Bundeswehr, die Räumung des Lagers in Mazar-e Sharif und die Ankunft der letzten Einheiten in der Heimat. Sie blicken aber auch zurück auf die anfänglichen Erfolge bei der Friedenssicherung und dann das blutige Comeback der Taliban und geben ein Resumee der letzten Jahre, in denen sich die Bundeswehr auf Beratung und Ausbildung beschränkte. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Viele Afghanen fühlen sich im Stich gelassen.
Soldaten und Soldatinnen erzählen von ihren Erfahrungen, den Narben und den Lehren. Zu Wort kommen Politiker, die den Einsatz verantwortet und begleitet haben, den Ex-Verteidigungsminister Franz Josef Jung und der Grünen-Verteidigungsexperte Winfried Nachtwei, aber auch Afghanen, die sehr unterschiedliche Erfahrungen mit dem Krieg gemacht haben: Zwei Schwestern, die in der Nähe des Bundeswehr-Camps die einzige frauengeführte Universität des Landes betreiben; Hilfskräfte, die sich vor der Rache der Taliban fürchten und nach Deutschland kommen wollen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Ein Flugzeug der Luftwaffe.
Gleichzeitig gibt es Entwicklungshelfer, die ausharren wie Stefan Recker von der Caritas, der in entlegenen Provinzen praktische Unterstützung leistet. Und schließlich ziehen auch Experten ihr Resümee: Thinktank-Betreiber Thomas Ruttig, der schon den Abzug der Russen mitverfolgte, und der Militärhistoriker Sönke Neitzel. Wie haben sich die Bundeswehr, Deutschland insgesamt und Afghanistan durch den Einsatz verändert - das beschreibt die Dokumentation "Der Abzug". Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
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Nach fast 20 Jahren endet der Einsatz in Afghanistan. Der Krieg, der offiziell keiner war, dauerte länger und war verlustreicher als jede andere Bundeswehr-Mission. 59 Soldaten verloren ihr Leben, die Kosten werden auf über 20 Milliarden Euro geschätzt. Die Bilanz fällt zwiespältig aus. Zwar ist das ursprüngliche Ziel erreicht und die Terrorgruppe Al-Qaida in Afghanistan ausgeschaltet. Frauen können an vielen Orten studieren und sogar mitregieren. Die Infrastruktur wurde ausgebaut.

Aber ein Großteil der Hilfsgelder ist in den Händen korrupter Politiker gelandet, und wurde statt in Schulen etwa in Dubai-Luxusvillen investiert. Die Taliban rücken scheinbar unaufhaltsam vor. Droht dem Land das gleiche Schicksal wie vor 40 Jahren nach dem Abzug der Russen, als wenige Jahre später eine finstere Religionsdiktatur errichtet wurde?

Sibylle Licht und Markus Spieker, die als Südasien-Korrespondenten seit 2015 über Afghanistan berichtet haben, begleiten den Abzug der Bundeswehr, die Räumung des Lagers in Mazar-e Sharif und die Ankunft der letzten Einheiten in der Heimat. Sie blicken aber auch zurück auf die anfänglichen Erfolge bei der Friedenssicherung und dann das blutige Comeback der Taliban und geben ein Resumee der letzten Jahre, in denen sich die Bundeswehr auf Beratung und Ausbildung beschränkte.

Soldaten und Soldatinnen erzählen von ihren Erfahrungen, den Narben und den Lehren. Zu Wort kommen Politiker, die den Einsatz verantwortet und begleitet haben, den Ex-Verteidigungsminister Franz Josef Jung und der Grünen-Verteidigungsexperte Winfried Nachtwei, aber auch Afghanen, die sehr unterschiedliche Erfahrungen mit dem Krieg gemacht haben: Zwei Schwestern, die in der Nähe des Bundeswehr-Camps die einzige frauengeführte Universität des Landes betreiben; Hilfskräfte, die sich vor der Rache der Taliban fürchten und nach Deutschland kommen wollen.

Gleichzeitig gibt es Entwicklungshelfer, die ausharren wie Stefan Recker von der Caritas, der in entlegenen Provinzen praktische Unterstützung leistet. Und schließlich ziehen auch Experten ihr Resümee: Thinktank-Betreiber Thomas Ruttig, der schon den Abzug der Russen mitverfolgte, und der Militärhistoriker Sönke Neitzel. Wie haben sich die Bundeswehr, Deutschland insgesamt und Afghanistan durch den Einsatz verändert - das beschreibt die Dokumentation "Der Abzug".

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Janett Eger im MDR-Zeitreise-Studio
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
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