Sa 30.10. 2021 11:45Uhr 29:55 min

Peter und Paul und das Waidhaus. Diese Aufnahme wurde von der Altstadtbrücke gemacht, die sich als 80-Meter-Bogenbrücke über die Neiße spannt.
Peter und Paul und das Waidhaus. Diese Aufnahme wurde von der Altstadtbrücke gemacht, die sich als 80-Meter-Bogenbrücke über die Neiße spannt. Bildrechte: MDR/René Römer
MDR FERNSEHEN Sa, 30.10.2021 11:45 12:15

Der Osten - Entdecke wo du lebst Görlitz - wunderbar verwandelt

Görlitz - wunderbar verwandelt

Film von René Römer

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Bilder zur Sendung

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Peter und Paul und das Waidhaus. Diese Aufnahme wurde von der Altstadtbrücke gemacht, die sich als 80-Meter-Bogenbrücke über die Neiße spannt.
Wenn man in Görlitz über die Altstadtbrücke geht, die sich als 80-Meter-Bogenbrücke über die Neiße spannt, erblickt man die zwei Türme der Pfarrkirche St. Peter und Paul. Links neben der Kirche steht das Waidhaus, der älteste erhaltene Profanbau der Stadt Görlitz. Bildrechte: MDR/René Römer
Peter und Paul und das Waidhaus. Diese Aufnahme wurde von der Altstadtbrücke gemacht, die sich als 80-Meter-Bogenbrücke über die Neiße spannt.
Wenn man in Görlitz über die Altstadtbrücke geht, die sich als 80-Meter-Bogenbrücke über die Neiße spannt, erblickt man die zwei Türme der Pfarrkirche St. Peter und Paul. Links neben der Kirche steht das Waidhaus, der älteste erhaltene Profanbau der Stadt Görlitz. Bildrechte: MDR/René Römer
Blick auf den Fluss Neiße mit angrenzenden Häusern.
Wendet man den Blick von der Altstadtbrücke auf die Neiße stromabwärts, entdeckt man die Dreiradenmühle, eine Gaststätte, die auf der polnischen Seite der Stadt steht. Die Dreiradenmühle war früher eine Wassermühle. Ihr gegenüber auf der deutschen Uferseite befindet sich übrigens die Vierradenmühle. Bildrechte: MDR/René Römer
Ein Kameramann dreht von einem Dach aus die Häuser von Görlitz.
Kameramann Frank Schindler suchte für "Görlitz - wunderbar verwandelt" ganz besondere Drehorte: Er stieg er auf das Dach des ehemaligen Getreidespeichers auf der polnischen Seite. Im Hintergrund ist der Görlitzer Rathausturm zu erkennen. Bildrechte: MDR/René Römer
Ein Kameramann filmt in einer Halle.
Das Kulturhaus der Stadt Zgorzelec entstand Anfang des 20. Jahrhunderts als Oberlausitzer Gedenkhalle mit Kaiser-Friedrich-Museum auf der rechten Neißeseite in Görlitz. Bildrechte: MDR/René Römer
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Von den im Zweiten Weltkrieg unzerstört gebliebenen Städten Deutschlands dürfte Görlitz eine der, wenn nicht die schönste sein: 4.000 Baudenkmäler stehen in der Altstadt. Einen Bruch aber brachte das Kriegsende sehr wohl mit sich: die Zweistaatlichkeit. So gibt es seitdem das deutsche Görlitz westlich der Neiße und auf der östlichen Seite das polnische Zgorzelec.

Lebten in Görlitz 1989 noch rund 78.000 Menschen, schrumpfte die östlichste Stadt Deutschlands inzwischen auf etwa 55.000 Einwohner. Die Tendenz ist jetzt wieder leicht steigend, der Aderlass scheint gestoppt. Wirklich Großartiges gelang in den vergangenen 26 Jahren auf dem Feld der Denkmalpflege: In der DDR sollten zumindest Teile der Altstadt gesprengt und neu bebaut werden. Die Sprenglöcher waren angeblich schon gebohrt. Doch nach der Wende schafften Land, Bund und Kommune, privates Geld, Stiftungen, Institutionen und Spenden das "Märchen von Görlitz". Berühmt wurde die sogenannte "Altstadt-Million" eines anonymen Görlitz-Liebhabers.

So nutzen Filmproduktionen "Görliwood" als Kulisse für historische Stoffe. Kate Winslet schippte hier Kohlen in "Der Vorleser", Ralph Fiennes war Türsteher am "Grand Budapest Hotel" und Jackie Chan sprang am Untermarkt aus dem Fenster für "In 80 Tagen um die Welt". Und mit seinen sanierten Hallenhäusern, ehemaligen Kaufmannsburgen an der Via Regia, bewirbt sich Görlitz als UNESCO-Weltkulturerbe.

Die Dokumentation "Görlitz - wunderbar verwandelt" wagt einen Blick in fünfstöckige mittelalterliche Keller, aber auch den Überflug über den malerischen Ober- und Untermarkt. Sie zeigt die guten Stuben mit Stuck genauso wie die wohl schönste Schaubibliothek der Aufklärung und erzählt von Lust und Leid der Görlitzer beim "Abenteuer Sanierung". Ein Komparse plaudert aus dem Nähkästchen seiner Hollywood-Erfahrungen und ein ehemaliger Stern-Kriegsreporter zog als Pensionär an die Neiße und genießt in einem osteuropäischen Lokal regelmäßig ein Wodka-Frühstück. Wenn Görlitzer großen Sport erleben wollen, pilgern sie über den Grenzfluss zum erstklassigen Basketball-Team in die neue Sportarena von Zgorzelec. Langsam wächst wieder zusammen, was zusammen gehört.


Der wunderbare Wandel von Görlitz gehört zu einer vierteiligen Staffel, die die Geschichte der Wiedergeburt unserer Städte zeigt. Die Sendereihe "Der Osten - Entdecke, wo du lebst" macht außerdem am Beispiel von Arnstadt, Aschersleben und der Dresdner Albertstadt deutlich, wie sich das Lebensumfeld in Ostdeutschland in den letzten Jahrzehnten von Grund auf verändert hat. Vor allem die ersten Jahre nach der Deutschen Einheit waren geprägt durch schrumpfende Städte, Abwanderung und Überalterung. Dort, wo städtebauliche Sanierung griff und die Tristesse verschwand, stabilisierten sich die Bevölkerungszahlen und es entwickelte sich ein neues Lebensgefühl - eben "wunderbar verwandelt".

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