Do 11.11. 2021 22:10Uhr 29:30 min

artour

Das Kulturmagazin des MDR

Komplette Sendung

2G Sachsen 30 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
MDR FERNSEHEN Do, 11.11.2021 22:10 22:40

Beiträge aus der Sendung

Die Themen:

* 2G in Sachsen und die Auswirkungen auf die Kultur
Sachsens Kultur wechselt zu 2G, was bedeutet das? Ist es nur die Tatsache, dass nur Genesene und Geimpfte in Theater, Kino, Konzert und Clubs dürfen oder bedeutet es viel mehr? "artour" fragt nach bei den Jazztagen in Dresden, die aus Protest und Solidarität ihr Festival vorzeitig beenden. Bei der Intendantin der Dresdner Philharmonie, Frauke Roth, wie sich 2G auf die Zuschauerzahlen auswirken wird und ob sich ihre Musiker alle impfen lassen müssen. Bei der Ministerin für Kultur und Tourismus, Barbara Klepsch, ob sie eine Impfpflicht für Künstler ausschließt. Und dem Betreiber der Kulturstätte "Institut für Zukunft" in Leipzig, einem Club, der zwar für 2G ist, doch ohne Masken und Abstand. Er befürchtet das Ende und den "Todesstoß für die Kultur".
Autorin: Sibylle Muth

* "Lieber Thomas" - ein Film über den Schriftsteller Thomas Brasch 20 Jahre nach seinem Tod
In "Lieber Thomas" von Andreas Kleinert spielt Albrecht Schuch ("Systemsprenger", "Berlin Alexanderplatz") sehr einfühlsam und voller Leidenschaft den Dichter Thomas Brasch. Die Stationen dieses Lebens sind hier deutlich kenntlich gemacht, vor allem die Leiden seines rebellischen Lebens, die ehrliche Verbundenheit mit der DDR und die mutige Kritik am realen Sozialismus. Die Auseinandersetzung mit dem Funktionärsvater, den Jörg Schüttauf differenziert und sehr menschlich spielt, die Fremdheit im Westen nach seiner Ausreise aus der DDR 1976.
"artour" sprach mit dem Schauspieler Albrecht Schuch über die Arbeit an dieser Rolle, über seine erstaunliche Verwandlung und mit dem Regisseur Andreas Kleinert über seine sehr persönliche Annäherung an das Leben von Thomas Brasch. Wir stellen diesen Film vor, der das Leben der DDR-Bohème aufscheinen lässt und um das Geheimnis der unbändigen Kreativität des ewig unangepassten Brasch kreist, dessen Todestag sich am 3. November 2021 zum 20. Mal jährte. Der Film "Lieber Thomas" kommt am 11.11. ins Kino.
Autor: Knut Elstermann

* Vom Scheitern und Erwachsenwerden - Das Album "Failure Familiar" des Leipziger Musikers Shelter Boy
"Rock ´n´ Roll Saved My Childhood" nannte er seine zweite EP. Vielleicht war für Simon Graupner alias Shelter Boy die Musik am Ende auch immer eine Exit-Strategie. Raus aus der sächsischen Provinz, hinein in den großen, schillernden Kosmos der Pop-Musik. Am Anfang, in der Jugend, begeisterten ihn die Beatles. "Ich weiß, glaub ich, alles, was man über sie wissen kann", gab der Musiker gerade in einem Interview zu. Heute lebt Shelter Boy nicht mehr auf dem Land bei Zwickau, sondern kam über Dresden kürzlich nach Leipzig. Die Einflüsse auf seine Musik aber sind britisch geblieben, und so klingt der junge Mann so gar nicht nach ostdeutscher Provinz, sondern mit seiner mal melancholischen, mal absolut tanzbaren Mischung aus Dream- und Britpop vielmehr nach großer weiter Welt. Gerade ist sein erstes Album erschienen. Es heißt "Failure Familiar". "artour" hat Shelter Boy in Leipzig getroffen.
Autor: Marcus Fitsch

* Kleines Rettungsjubiläum - Meisterwerke aus der Sammlung Maximilian Speck von Sternburg im Leipziger Bildermuseum
Die Sammlung Speck von Sternburg im Leipziger Museum der bildenden Künste, allein 200 Gemälde, ist ein bedeutender Teil des älteren Bilderbestandes insgesamt. Seit Kriegsende im Museum, erhielten die Erben sie Mitte der 1990er Jahre zurück. Dass sie weiter im MdbK zu sehen ist, verdankt sich der Einigung von Wolf-Dietrich Speck von Sternburg, dem Ur-Ur-Enkel des ursprünglichen Sammlers, mit dem Museum, der Stadt und dem Freistaat. Am 12. November 1996 wurde die Maximilian Speck von Sternburg Stiftung gegründet. Damit wurde eine der größten und bedeutendsten sächsischen Privatsammlungen dauerhaft für die Öffentlichkeit gesichert.
Das ist jetzt 25 Jahre her, das MdbK widmet dem Jubiläum eine kleine Ausstellung und präsentiert bislang selten gezeigte Zeichnungen, Grafiken und Gemälde. Interessanterweise aber hatte schon Maximilian, der Sammler und Selfmademan des 19. Jahrhunderts (1776-1856), einen Anteil daran - indem er verfügte, dass die Sammlung zusammenbleiben solle und immer der Älteste die Verantwortung dafür bekommt. Vom 11. November 2021 bis 9. Januar 2022 soll die Ausstellung zu besichtigen sein.
Autor: Meinhard Michael

* Kulturkalender
- "Emil und die Detektive" war vor 75. Jahren das Eröffnungsstück des "Theaters der Jungen Welt" Leipzig und wird zum Jubiläum aufgeführt - Premiere war am 7.11.2021
- BATS von der Sebastian Weber Dance Company, am 12. +13.11. im Theaterhaus Jena
- Der Film "Die große Freiheit" - Kinostart 18.11.2021
Autorin: Charlotte Witt