So 06.02. 2022 22:20Uhr 29:28 min

Janett Eger im MDR-Zeitreise-Studio
Janett Eger im MDR-Zeitreise-Studio Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
MDR FERNSEHEN So, 06.02.2022 22:20 22:50
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MDR Zeitreise

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Staatlich verordneter Kunstraub - wie in der DDR private Kunstsammler enteignet wurden

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Es war ein scheinbar unspektakulärer Raub. Anfang Dezember 2019 stahlen Diebe mehrere Orden und Schmuck aus dem Stasi-Museum in Berlin im Wert von 1.500 Euro. Aber vielleicht waren die Täter auf etwas anderes aus? Vielleicht wussten sie vom rätselhaften Goldschatz, der von der Stasi beschafft wurde: Diamanten, eine Goldkrone mit Edelsteinen, eine historische goldene Haarspange in Schmetterlingsform mit aufgesetzten Perlen und Granaten. Woher diese Gegenstände stammen, ist völlig unklar. Nicht nur Museumsleiter Jörg Drieselmann fragt sich: "Wie eigentlich kommt die Stasi zu diesen Objekten?" Ist es Raubkunst? 

Stammen die Preziosen vielleicht aus der berüchtigten "Aktion Licht" aus dem Jahr 1962? Damals ließ die DDR-Führung unter Anleitung von Stasi-Minister Mielke rund 21.000 Bankschließfächer und Tresore aufbrechen, die nach 1945 nicht mehr geöffnet wurde. Die Besitzer waren in den Westen geflüchtet oder von den Nazis ermordet worden. Den Stasi-Plünderern ging es dabei nicht darum, die gefundenen Wertgegenstände ihren Besitzern zurückzugeben. Sie wurden vielmehr dem DDR-Ministerium für Finanzen übergeben. Der Wert der gestohlenen Gegenstände betrug laut einem von Erich Mielke unterzeichneten Sonderbericht 4,1 Millionen DM.