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So, 30.01. 14:00 Uhr 89:13 min

Sagenhaft - Die Uckermark

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Es war schon immer ein fruchtbares Land, mit Feldern und Wiesen bis zum Horizont, großen Wäldern und blauen Seen, dünn besiedelt, stets umkämpft, mit den typischen Feldsteinkirchen, deren Wurzeln bis ins Mittelalter zurückreichen: die Uckermark. Gelegen zwischen der Oder im Osten und den Feldberger Seen im Westen, zwischen Brandenburg im Süden und Vorpommern im Norden. Ein Land, was noch nicht vom Tourismus überrollt wird. Ein echter Geheimtipp eben.

Axel Bulthaupt begibt sich in einer Folge seiner Sendereihe „Sagenhaft“ auf eine Reise durch die Uckermark. Er erlebt eine Landschaft, mit magischen Bildern, wie sie noch nie zu sehen war. Die mit ihrer üppigen Schönheit jeden in ihren Bann zieht. Ein Film mit spektakulären Aufnahmen aus der Luft.

An der Oder trifft er einen Dorfpfarrer, der sich in seiner Freizeit um Auerochsen und Wildpferde kümmert. Er ist Chef des „Verein der Freunde des Deutsch-Polnischen Europa-Nationalparks Unteres Odertal“ und zeigt Axel die wilde Schönheit des Nationalparks. Ein paar Kilometer weiter trifft er einen Oderfischer, der sich der Rettung der Störe verschrieben hat. Auf seinem Privatgelände zieht er jedes Jahr 25.000 kleine Störe auf, die anschließend in die Oder freigelassen werden. Von hier aus schwimmen sie dann nach einer Weile in die Ostsee und kommen erst nach vielen Jahren wieder zurück an die Stätte ihrer Kindheit.

Schwedt ist eine Stadt, die die Meisten nur als Industriestadt mit einer riesigen Raffinerie kennen. Nichts zum Bleiben. Und doch gibt es auch hier viele kleine Schätze zu entdecken. Geschichten über das Schloss, die Kurfürsten und Markgrafen und über eine starke Frau: Dorothea, die Frau von Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg.

Unweit von Schwedt muss sich Axel Bulthaupt als Tabakerntehelfer betätigen und die schwere Arbeit auf der italienischen Erntemaschine kennen lernen. Über 70 Hektar bewirtschaftet der letzte Tabakbauer in der Region. Nach der Ernte wandern die Blätter dann für sieben Tage in Trockenöfen und werden dort zweimal täglich „beschnuppert“. In einem kleinen Dorf bei Angermünde hat sich Axel mit einer Dorfschullehrerin verabredet. Fast 20 Jahre lang unterrichtete die quietschfidele, ältere Dame die Kinder des Dorfes in nur einem Klassenraum. Alle vier Klassen. Und sie beherrscht das uckermärker Platt.

In Blumberg hat sich ein ehemaliger Wall-Street-Banker und Professor für Agrarrecht mit Kindheit in Kalifornien auf seinem Familienstammsitz niedergelassen, und renoviert nun Stück für Stück das Gut seiner Vorfahren. Mit viel Fantasie kann man sich die Schönheit der Ländereien vorstellen. Doch es gibt noch viel zu tun. Auf einem unscheinbaren Feldweg in der Umgebung von Kraatz begegnet Axel Bulthaupt einem Mann, der voller Begeisterung in jeden Apfel beißt. Und es gibt viele davon, einer leckerer als der andere, denn es sind alles alte Sorten, echte Naturäpfel eben. In der Uckermark gibt es über 400 Sorten. Und der freundliche Apfelkoster macht daraus Apfelsaft, Secco und Apfelwein, der übrigens selbst internationale Preise gewinnt.

In Lychen schließlich muss Axel beim Flößen helfen. Das hat hier eine lange Tradition. Einst wurden die Stämme mit dem begehrten Holz aus dem Boitzenburger Land bis nach Hamburg oder Berlin geflößt. Die Städte brauchten Bauholz. Und über die Flüsse war der schnellste Weg. Der Zusammenbau so eines Floßes ist aber auch heute noch ein Knochenjob.

Die Uckermark: ein sagenhaftes Land voller Überraschungen am Boden, auf dem Wasser und in der Luft, und ein Film voll toller Entdeckungen, mit gar nicht so schweigsamen Menschen.

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