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MDR-Fernsehen

So, 30.01. 23:15 Uhr 89:42 min

MDR DOK

Russlands Millenniumskinder

Film von Irene Langemann

  • Stereo
  • Audiodeskription
  • 16:9 Format
  • HD-Qualität
  • Untertitel
  • VideoOnDemand

Bilder zur Sendung

Wie denkt und fühlt die Generation Putin? Wie möchte sie in dem scheinbar erstarkten, aber dennoch nicht stabilen Land leben? Zu Russlands Millenniumskindern zählen auch die Zwillinge Egor und Taja aus St. Petersburg. Bildrechte: MDR/WDR/Lichtfilm/Irene Langemann
Der Film portraitiert unterschiedliche jugendliche Vertreter dieser Generation. Gleb stammt aus einem verlorenen Dorf aus dem Ural und pendelt nach Moskau. Er versteht sich als Rapper und hält nichts von Politik. Bildrechte: MDR/WDR/Lichtfilm GmbH
Kamilla dagegen versteht sich als politisch. Auf einer Demonstration trägt sie das Plakat mit folgendem Inhalt: "Die Kindheit meiner Oma: Tauwetter. Die Kindheit meiner Mama: Perestrojka, freies Russland. Meine Kindheit: Terrorakte, politische Morde." Bildrechte: MDR/WDR/Lichtfilm GmbH
Während Kamilla auf Moskaus Straßen gegen den Ausschluss der Opposition bei den Kommunalwahlen und gegen Putin protestiert, betet sie zurück im Dorf mit ihrer Oma. Sie sind tatarische Muslime. Bildrechte: MDR/WDR/Lichtfilm GmbH
Polina wiederum studiert in Moskau und ist im fernen Sibirien in der "geschlossenen" Stadt Schelesnogorsk, die mit Stacheldraht umzäunt ist, groß geworden. In der Stadt werden Atomwaffen recycelt und Satelitten produziert. Bildrechte: MDR/WDR/Lichtfilm GmbH

Russische Jugendliche, die an dem Tag und in der Zeit um die Jahrtausendwende geboren wurden, kennen nur den Ex-KGB Mann Wladimir Putin an den Schalthebeln der Macht. Doch ähnlich wie Gleichaltrige im Westen gehören sie zur Internetgeneration, haben Zugang zu Informationen, die in den staatlich gelenkten Medien Russlands keinen Platz haben. Wie denkt und fühlt die Generation Putin? Wie möchte sie in dem scheinbar erstarkten, aber dennoch nicht stabilen Land leben?

Von St. Petersburg bis Ostsibirien portraitiert der Film unterschiedliche Vertreter dieser Generation: Da ist der glühende Verehrer Putins, der es für richtig hält, dass die staatlich gesteuerte Propaganda einen Mythos um den ewigen Herrscher erschaffen hat. Die leidenschaftliche Aktivistin der Opposition hingegen hält Putin und seine Unterstützer für eine "kriminelle Bande", die mit verbrecherischen Methoden Reichtum angehäuft hat und das Volk verarmen lässt.

Der Film taucht in die Lebenswelten der Jugendlichen ein, zeigt Impressionen aus einer mit Stacheldraht umzäunten geschlossenen Stadt in Sibirien, aus dem impulsiven Moskau und einem muslimischen Dorf in Tatarstan. Das russische Bildungswesen wird in einem Polizeigymnasium oder bei der Ausbildung zum Koch sichtbar, die Methoden der Propaganda werden in einem Seminar für Journalistik-Studenten augenfällig.

Und immer wieder kommen die Zaren ins Spiel: Sei es im Rap eines Jugendlichen, oder bei einem Abiball in St. Petersburg, der von einem kostümierten Zarenpaar eröffnet wird, oder bei der Zubereitung eines Spanferkels, das früher als Zarengericht galt. Bis zu der Kundgebung am 27. Juli 2019, bei der die erwachsen gewordenen Millenniumskinder auf Moskaus Straßen gegen den Ausschluss der Opposition bei den Kommunalwahlen protestieren, keine Angst vor den Schlagstöcken der Polizei zeigen und Sprechchöre "Nieder mit dem Zaren!" in die Luft schmettern. Gemeint ist Präsident Wladimir Putin.

Aus der Perspektive von Millenniumskindern, im Spannungsfeld von Privatem und Politischem, ist ein dichtes differenziertes Porträt der "Generation Putin" entstanden.

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