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Di, 17.05. 21:00 Uhr 44:30 min

Der Osten - Entdecke wo du lebst

Die Bleilochtalsperre - Das Thüringer Meer

Komplette Sendung

Der Osten - Entdecke, wo du lebst | Der Koloss vom Thüringer Meer - die Bleilochtalsperre Die Bleilochtalsperre: damals und heute

Im Dezember 1932 wird an der Saale in Thüringen, nahe der Stadt Schleiz ein riesiger Koloss seiner Bestimmung übergeben. 65 Meter hoch, 210 Meter breit - die Bleilochtalsperre. Eine gigantische Wand aus Beton, von 20. 000 Arbeitern in sieben Jahren Bauzeit errichtet. Hinter der Mauer: der mit 215 Millionen Kubikmeter Wasser gefüllte Stausee- das "Thüringer Meer". Bildrechte: Mitteldeutscher Rundfunk
Am 24. November 1890 wälzte sich eine gigantische Wasserwelle das Saaletal hinunter und reißt Menschen, Tiere, Häuser und Betriebe mit sich. Ganze Dörfer werden zerstört und überflutet. Bildrechte: Mitteldeutscher Rundfunk
1926 war offizieller Baubeginn. Acht Betonpfeiler tragen da, wo später die Staumauer steht, eine hölzerne Betonier-Brücke. Bildrechte: Mitteldeutscher Rundfunk
180.000 Kubikmeter Beton sind in der 65 Meter hohen und gut 210 Meter breiten, leicht gekrümmten Mauer verbaut. Bildrechte: Mitteldeutscher Rundfunk
1932 wir die Bleilochtalsperre in Betrieb genommen. Das Staubecken wird langsam geflutet. Bildrechte: Mitteldeutscher Rundfunk
"Ich hab allergrößte Hochachtung und größten Respekt vor den Menschen, die damals, hier vor 85 Jahren diese Talsperre gebaut haben..." ,meint Thomas Beyer, Betriebsleiter der Vattenfall-Wasserkraftwerke in Thüringen Bildrechte: Mitteldeutscher Rundfunk
Friedlich schippert sie auf dem "Thüringer Meer": Die MS Bad Lobenstein. Europas kleinstes Kreuzfahrtschiff, bietet zehn Urlaubern in fünf Kabinen Platz. Bildrechte: Mitteldeutscher Rundfunk
Und Kapitän Klaus-Peter Pretsch weiß jede Menge über Land und Leute zu berichten. Bildrechte: Mitteldeutscher Rundfunk
Zu Beginn einer jeden "Kreuzfahrt" steht der Besuch der Staumauer an. Bildrechte: Mitteldeutscher Rundfunk
Doch auch am Ufer des Bleilochsees gibt es Interessantes zu erzählen: Martina und Hans-Jürgen Wegerich lernen sich... Bildrechte: Mitteldeutscher Rundfunk
...als Kinder beim Zelturlaub am Bleilochsee kennen, verlieben sich ineinander und verlieren sich doch aus den Augen. Bildrechte: Mitteldeutscher Rundfunk
Jahrzehnte später treffen sie sich an der Talsperre wieder. Sie verlieben sich erneut, heiraten und feiern hier sogar ihre Hochzeit. Bildrechte: Mitteldeutscher Rundfunk
Und so gibt es noch viele andere Geschichten rund um den Stausee zu erzählen... Bildrechte: Mitteldeutscher Rundfunk
..wie z.B. die Geschichte der Saalburger Marmorwerke, deren Produkte sogar den Palast der Republik zierten. Bildrechte: Mitteldeutscher Rundfunk
2016 wird die Bleilochtalsperre zum "Wahrzeichen der Ingenieurskunst" ernannt – das erste Wahrzeichen dieser Art in Thüringen. Bildrechte: Mitteldeutscher Rundfunk

Nahe Saalburg in Südthüringen verschwinden ab Mitte der1920iger Jahre zahlreiche Dörfer, Fabriken, Mühlen und Bauernhöfe. Menschen verlieren ihre angestammte Heimat und werden umgesiedelt. Diese riesige - nun freie - Fläche wandelt sich zu einem „Thüringer Meer“. Auf 28 Kilometern Länge entstehen Badestrände, Zeltplätze, Feriendörfer und Hotels, Schifffahrt siedelt sich an. Kernstück des gesamten Projekts bildete eine 65 Meter hohe und 210 Meter breite Betonmauer - die Bleilochtalsperre. Ein technisches Meisterwerk, aus einem Guss, wie es nie zuvor errichtet wurde und eine ökologische Vision der Energiegewinnung und des Landschaftsschutzes, die damals seiner Zeit weit voraus war. Der Film erzählt die Entstehungsgeschichte des gigantischen Vorhabens und er berichtet von Menschen, die an der Bleilochtalsperre leben oder die es einfach immer wieder herzieht, wie Martina und Hans-Jürgen Wegerich aus Mühlhausen. Beide lernen sich als Kinder beim Zelturlaub kennen, verlieben sich ineinander und verlieren sich dann jedoch aus den Augen. Jahrzehnte später treffen sie sich zufällig an der Talsperre wieder, heiraten und feiern hier sogar ihre Hochzeit.

Der Bleilochsee ist ein Eldorado für Wassersportler, Segler und Ausflugsschiffe.Annette und Klaus-Peter Pretsch leben seit ihrer Kindheit an den Ufern des Bleilochsees und sind begeisterte Wassersportler. Heute betreiben sie Europas kleinstes Kreuzfahrtschiff – 5 Kabinen für 10 Urlauber – auf dem „Thüringer Meer“. Annette und Klaus-Peter Pretsch sind dabei Schiffseigner, Kapitän, Besatzung und Entertainer zugleich - und sie konnten ihre Liebe zum Wasser und zur Schifffahrt auch an ihre Kinder weitergeben. Beide Töchter besitzen ein Kapitänspatent und fahren heute große Binnenschiffe. Sohn Marcel wird in wenigen Wochen seine Prüfung als Kapitän ablegen und der jüngste Sohn hat gerade den Beruf des Binnenschiffers erlernt.

Die großen Geheimnisse des Sees finden sich unter dem Wasserspiegel. Die Taucher Thomas Quensel und Michael Wegscheider haben zahlreiche Spuren erkundet und dokumentiert, wie etwa die einstigen Steinbrüche der bekannten Saalburger Marmorwerke. Sie liegen am Grund der Bleilochtalsperre. Zu DDR-Zeiten waren über vierhundert Menschen im Betrieb beschäftigt. Marmorplatten aus Saalburg schmücken heute noch überall auf der Welt Fußböden und Wände von Palästen, Theatern, Kirchen, Opernhäusern oder Schlössern. Die Getreidemühle in Ebersdorf ist inzwischen seit vier Generationen in Familienbesitz. Die ursprüngliche Wassermühle ist bei der Flutung des Tals ebenfalls im See versunken. Aber die Familie hat ihren Betrieb am höher gelegenen Ufer wieder neu errichtet. Und Müller Frank Rosenkranz produziert das Mehl auch heute immer noch auf traditionelle Art.

Wie damals zu ihrer Entstehungszeit dient die Talsperre heute dem Schutz gegen Hochwasser, liefert Energie, reguliert den Abfluss der Saale und ist zusammen mit den später entstandenen Talsperren der Saalekaskade ein einzigartiger Dreh - und Angelpunkt dieser Seenlandschaft. Ein visionärer Bau. 2016 wurde die Bleilochtalsperre zum „Wahrzeichen der Ingenieurskunst“ ernannt – das erste in Thüringen.

Ein Film von Michael Erler

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