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Di, 13.09. 21:00 Uhr 44:30 min

Der Osten - Entdecke wo du lebst

Plauen – wunderbar verwandelt

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Neuer leuchtender XXL-Schriftzug: In Plauen tut sich was. Die größte Stadt des Vogtlandes zählt rund 63.000 Einwohner und hat eine bewegte Geschichte - zum Beispiel als Handelszentrum und Industriestandort. Bildrechte: MDR/Martin Reißmann
Feine Textilerzeugnisse oder Druckmaschinen machten den Ort einst weltbekannt. Anfang des 20. Jahrhunderts war Plauen eine reiche Großstadt mit 128.000 Einwohnern.  Bildrechte: MDR/Schaustickerei Plauen
Die Bahnhofstraße mit dem Kaffeehaus Trömel und dem Warenhaus im Jahre 1930: Die Weltwirtschaftskrise ein Jahr zuvor traf die exportorientierte Plauener Wirtschaft hart. Bildrechte: MDR (S2+)
Die Stadt erholte sich nach dem 2. Weltkrieg nur langsam, konnte nie wieder an ihre absoluten Glanzzeiten anknüpfen. Hier zu sehen: eine Aufnahme vom ersten Plauener Spitzenfest im Jahr 1955. Bildrechte: MDR/Lars Buchmann
Durch aufwendige Sanierungen konnte die Gemeinde in den letzten Jahrzehnten vor dem Verfall gerettet werden. Diese Aufnahme zeigt die Altstadt von Plauen mit der St. Johanniskirche und dem Rathausturm. Bildrechte: MDR
Noch heute lebt man in Plauen seine Traditionen. Die "VOMAG"-Freunde präsentieren ihren wieder aufgebauten Lastwagen der Vogtländischen Maschinenfabrik. Bildrechte: MDR
Plauens bekannteste Entertainerin und Sängerin ist Katrin Weber. "Plauen ist meine Kindheit. Ich liebe die Geräusche der Straßenbahn. Der Menschenschlag hier ist herrlich", sagt sie. Bildrechte: MDR
Videojournalist Martin Reißmann beleuchtet die Stadt in all ihren historischen und modernen Facetten. Hier im Bild zu sehen: Plauens Hexe Margitta Schier. Bildrechte: MDR/Martin Reißmann

Durch aufwendige Sanierungen konnte die Vogtlandstadt in den letzten Jahrzehnten vor dem Verfall gerettet werden. Die Altstadt ist wieder erblüht und nahezu alle baulichen Schmuckstücke aus der Gründerzeit haben ihren Glanz zurück.

Die fünftgrößte Stadt in Sachsen ist stolz auf ihre Geschichte und hat viel zu bieten. Die bekannte Entertainerin und Sängerin Katrin Weber schwärmt von ihrer Heimatstadt. "Plauen ist meine Kindheit. Ich liebe die Geräusche der Straßenbahn. Der Menschenschlag hier ist herrlich. Der Plauener sagt sofort, was ihm nicht passt. Daran muss man sich auch erst einmal gewöhnen."

In diesem Jahr feiern die Plauener das 900-jährige Bestehen ihrer Spitzenstadt. Feine Textilerzeugnisse oder Druckmaschinen machten den Ort einst weltbekannt. Anfang des 20. Jahrhunderts war Plauen eine reiche Großstadt mit 128.000 Einwohnern. Die Dichte an Millionären war enorm. Großstadtflair versprühte damals besonders das legendäre Kaffeehaus Trömel mit bis zu 7.000 Gästen pro Tag. Doch so steil wie der Aufstieg von Plauen damals in ein paar Jahrzehnten war, war auch der Fall. Im Krieg zerstört und von der DDR gebeutelt konnte Plauen nie wieder an diese schillernde Zeit anknüpfen.

Nur ein paar Kilometer entfernt von der innerdeutschen Grenze wehte in Plauen der Wind der Freiheit aber schon immer etwas stärker. Es war der 40. Jahrestag der DDR, der 7. Oktober 1989. Zu Tausenden machten die Plauener ihrem Unmut lautstark Luft und demonstrierten friedlich und völlig überraschend vor der kapitulierenden Staatsmacht gegen das bröckelnde Regime. Es war der Anfang vom Ende bereits zwei Tage vor der legendären Montagsdemo in Leipzig und der Beginn der Friedlichen Revolution.

Die Plauener mussten für die errungene Deutsche Einheit einen schmerzhaft hohen Preis zahlen. Ein in der Stadtgeschichte beispielloses Sterben der traditionellen Großbetriebe begann und raubte den Menschen ihre Identität. Von den einstigen 24 prägenden Industrieriesen sind heute nicht mal mehr eine Handvoll kleingeschrumpfter Nachfolgerbetriebe übrig. Die Wirtschaft entwickelte sich seither kleinteilig und mittelständig. Auch das ist Wandel: In einem alten Manufakturgebäude entsteht gerade das neue Plauener Spitzenzentrum. Es soll der neue Touristen-Magnet werden und Tradition und Moderne verbinden.

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