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Do, 29.09. 21:00 Uhr 45:00 min

Hinter dem Abgrund - Leben in der Lausitz

Folge 2  von 4

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Miso.029 (r.) ist Rapper aus der Lausitz, der den Kohlestaub besingt und die Postleitzahl seines Heimatortes stolz im Künstlernamen trägt. Bildrechte: MDR/Max Mendez
Die Reihe begleitet über mehrere Monate, Menschen aus der Region. Dabei begenet man etwa Elisa Marusch, einer Umsiedlerin. Sie hat ihr Heimatdorf Mühlrose endlich verlassen können. Bald soll es dem Tagebau weichen. Seit Anfang des Jahres 2022 ist sie  glückliche Bewohnerin eines acht Kilometer entfernten im Farmerstil erbauten Holzhauses. Bildrechte: MDR/Max Mendez
Oder Henry, dem Eisverkäufer, der im ersten Leben "Kraftwerker" in der "Schwarzen Pumpe" war. Sein Vater eröffnete den ersten Sexshop der Region, um später die "Leckstation", die Eisdiele, zu gründen. Henry hat die Eisdiele von seinem Vater Uli übernommen. Bildrechte: MDR/Max Mendez
Tonie Jahnke hat zwar schon Shootings in verlassenen Orten abgehalten, dies sei aber nicht ihr Hobby. Auch aus dem Cheerleader-Training würde sie lieber ein Beruf machen, als diese in ihrer Freizeit zu trainieren. Sie versteht sich als Botschafterin der Lausitz und will Menschen für ihre Heimat begeistern. Bildrechte: MDR/Max Mendez
Peter Schuster hat ein eigenes Unternehmen in Weißwasser aufgebaut hat. Sieben Jahre hat Peter Schuster in Baden-Württemberg gelebt. Das Heimweh hat ihn 2009 in die Heimat zurückgezogen. Er lebt in Rohne, auf dem Hof seines Opas. Bildrechte: MDR/Max Mendez
Nach einem 35jährigen Berufsleben als "Kraftwerker" in der schwarzen Pumpe wurde Eis-Uli entlassen. Er ist drei Jahre arbeitslos. 2001 eröffnet er den ersten Sexshop Hoyerswerda “Eleganz und Erotik”. Später kommt noch ein Eisladen in der Doppelgarage seines Wohnhauses dazu.

Die dokumentarische Serie "Hinter dem Abgrund – Leben in der Lausitz" zeigt, was die politischen Entscheidungen und die Kohle-Milliarden aus den Bundeskassen mit den Menschen vor Ort machen.
Bildrechte: MDR/Max Mendez

Menschen verändern Landschaften und Umbrüche verändern Menschen. In der Lausitz ist alles auf Kohle gebaut, seit Jahrzehnten schon - und in Zukunft? In der dokumentarischen Serie erleben wir, wie die Menschen der Region über die Prozesse denken, wie sie damit umgehen, was sie geprägt hat und was ihnen Heimat bedeutet.

* Teil 2:

Der beschlossene Kohleausstieg der Bundesrepublik wird die Lausitz wieder dramatisch verändern. 40 Milliarden Euro hat der Bund für den Strukturwandel in den Kohleregionen bereitgestellt. Die riesige Summe ist ein Übergangsgeld, mit dem möglichst gleichwertige Alternativen für die vielen Tausend Industriearbeitsplätze in den Revieren geschaffen werden sollen. Ein Strukturbruch, wie nach dem Ende der DDR, und die Massenabwanderungen in den 1990er Jahre sollen sich nicht wiederholen. Doch wer bekommt das Geld? Die Kommunalpolitiker der Region haben sich zusammengeschlossen, wollen mitreden.

Viele Menschen bleiben trotz der umfangreichen Etats misstrauisch. Denn der sogenannte "Strukturwandel" ist seit Jahren in aller Munde, und Umbrüche haben sie wahrlich genug erlebt. Wer Arbeit hat, will sie behalten. Wer ein gutes Auskommen hat, der will es auch in Zukunft haben. Und wer sich darum am besten kümmert, bekommt die Stimmen der Wähler. Wird sich das politische Gesicht der Lausitz verändern?

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