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Mi, 05.10. 01:35 Uhr 44:30 min

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Auf Leben und Tod - Der Westfriedhof Magdeburg

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Auf Leben und Tod - Der Westfriedhof Magdeburg

Der rund 60 Hektar große Magdeburger Westfriedhof wurde am 17. Oktober 1898 offiziell eröffnet. Ca. 5.000 Bäume stehen auf dem Friedhof, der 1994 komplett unter Denkmalschutz gestellt wurde. Bildrechte: MDR/werkblende
Auf dem Westfriedhof findet man neben Grabanlagen auch Brunnen und Denkmale. Carl Krayl schuf 1930 diese expressionistische Skulptur, die sich einem Urnenhain befindet. Bildrechte: MDR/werkblende
Kerstin Hartmann, Chefin des Westfriedhofs Magdeburg, arbeitet seit 30 Jahren auf dem Friedhof. Sie beobachtet ein Umdenken bei den Friedhofsbesuchern: Der Friedhof wird als Park gesehen, auf dem man die Seele baumeln lassen kann. Friedhofsgärtner Fabian Voss trägt dazu viel bei: 25.000 bepflanzte Gräber, etliche Wildblumenwiesen und die vielen Bäume machen den Friedhof zu einer grünen Oase. Bildrechte: MDR/werkblende
Anfang der 2000er Jahre ändert sich die Bestattungskultur, weil anonyme Beerdigungen im Trend sind. Der Friedhof wird immer leerer, weil es zu wenige Tote im eigenen Grab sind. Bildrechte: MDR/werkblende
Dabei sei Trauer doch wichtig, sagt Friedhofschefin Hartmann. Man brauche einen Ort, wo man sich an den Toten erinnere und Menschen treffen könne, die ebenfalls trauern. Bildrechte: MDR/werkblende
Seit Neustem gibt es auf dem Magdeburger Friedhof die Möglichkeit der digitalen Erinnerung: eine Grabstätte mit QR-Code. Friedhofsgärtner Martin Cziborra gestaltet mit einem Steinmetz und einem Webdesigner eine digitale Erinnerungsseite. Scannt man den QR-Code, gelangt man auf eine Internetseite, auf der Bilder und Texte den Verstorbenen porträtieren. Bildrechte: MDR/werkblende
Der Westfriedhof wird von vielen Magdeburgern nicht nur zum Spazierengehen sondern auch zum Sporttreiben genutzt. Bildrechte: MDR/werkblende
Auf dem Westfriedhof befinden sich auch Soldatengräber. Hier werden der Soldaten gedacht, die im 1. und 2. Weltkrieg gefallen sind. Aber auch Gedenkstätten für die Opfer des Bombenangriffs auf Magdeburg (16.01.1945) sowie für die Opfer des Zugunglücks in Langenweddingen (06.07.1967) sind hier zu finden. Bildrechte: MDR/werkblende
Magdeburger Schülerinnen und Schüler pflegen auf dem Westfriedhof die Soldatengräber. Bildrechte: MDR/werkblende

Der Magdeburger Westfriedhof ist ein besonderer Ort. Hier spürt man Trauer und Stille - aber auch das Leben. Es ist ein Ort, der auch immer mehr "in Mode" kommt. Unser Alltag ist hektisch und stressig. Wer seine Mitte finden will, geht immer öfter auf Friedhöfe - zum Krafttanken und Nachdenken. Oder zum Sport machen. Auf dem Westfriedhof ist Joggen und Walken erlaubt.

Friedhofchefin Kerstin Hartmann arbeitet seit über 30 Jahren hier und ist immer offen für Veränderungen und Neuerungen. Seien es Kunstaktionen oder Bienenstöcke für Imker, QR-Codes für digitale Erinnerungen oder kleine Treffpunkte, an denen sich Witwen und Witwer zum Plausch verabreden können. So manche neue Ehe ist daraus schon hervorgegangen. Freundschaften sowieso. Friedhof hilft gegen Einsamkeit, weiß Kerstin Hartmann aus Erfahrung.

Nicht nur die circa 25.000 bepflanzten Gräber, auch schätzungsweise 5.000 Bäume und viele schöne Wiesen machen den Westfriedhof zur parkähnlich gründen Oase inmitten der Großstadt.

Die Dokumentation erzählt vom Wandel der Bestattungskultur und von ungewöhnlichen Geschichten, die der Friedhof schreibt.

Hier finden Sie das Video zur Sendung

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