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MDR-Fernsehen

Mi, 05.10. 20:45 Uhr 29:30 min

Exakt - Die Story

Der Anschlag von Halle - ein Trauma für immer?

Film von Marie Landes und Roland Jäger

Komplette Sendung

Vor drei Jahren versuchte der Rechtsextremist Stephan B. gezielt Jüdinnen und Juden in der Synagoge von Halle zu töten. Als das misslang, erschoss er dann zwei Passanten in der Stadt. Der Attentäter musste sich vor Gericht für seine Taten verantworten und wurde zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe mit anschließender Sicherheitsverwahrung verurteilt.

Der Schock vom 9. Oktober 2019, die Trauer aber auch die bundesweite Anteilnahme - wie wirkt das nach? "Exakt - Die Story" fragt, was seitdem in Halle passiert ist, wie es den Betroffenen geht und was sich verändert hat.

Wie haben diejenigen den Anschlag erlebt, die sich an Jom Kippur 2019 in der Synagoge in Halle aufgehalten haben? Stephan B. versuchte, dort schwer bewaffnet einzudringen, wollte töten - angetrieben aus einer rechtsextremistischen, antisemitischen und rassistischen Weltsicht. "Wir haben gesehen, wie er Granaten und Molotow-Cocktails geworfen hat, wie er geschossen hat auf die Tür", sagt Gemeindevorsteher Max Privorozki. "Dass das ein Anschlag auf unsere Synagoge war, habe ich nicht sofort verstanden."

Die Tür zur Synagoge hielt den Schüssen stand. Das zersplitterte Holz wurde zum Symbol für den Tag des Anschlages. Max Privorozki stand dem Attentäter im Gerichtssaal gegenüber "Ich wollte verstehen, wie er sich entwickelt hat - von einem Judenhasser zu einem Mörder", sagt er. Wie fühlt sich jüdisches Leben heute für Max Privoroski an? Gibt es ein Gefühl der Sicherheit? Die Polizei ist heute, anders als damals, hier präsent. Landesweit wurde das Sicherheitskonzept für die jüdischen Gemeinden überarbeitet.

Auf der Straße vor dem Gotteshaus hatte der Angeklagte die Passantin Jana L. erschossen, wenig später in einem Döner-Imbiss den Gast Kevin S. Die Mitarbeiter Rifat und Ismet Tekin erleben den Mord mit. Ismet Tekins Leben ist seit diesem 09. Oktober ein anderes: "Die Tage werden Nacht, die Nacht wird Tag", beschreibt er sein Trauma. Auch um das Gesehene zu verarbeiten, hat er das Verfahren gegen Stephan B. verfolgt.
Ismet Tekin hat auch viel Solidarität in Halle erfahren. Ein Unterstützerkreis half ihm bei einem gastronomischen Neustart - sein Imbiss lief nicht mehr. Ist es ihm gelungen, noch einmal ganz neu zu beginnen, oder verfolgt ihn der Mord in seinem Geschäft immer noch?

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