Do 14.06. 2018 23:05Uhr 29:30 min

Lebensläufe Friedrich Wolf - Kommunist und Lebemann

Film von Andrea Morgenthaler

Komplette Sendung

Lebensläufe
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
MDR FERNSEHEN Do, 14.06.2018 23:05 23:35
Arzt war er und Schriftsteller, atheistischer Jude, überzeugter Humanist, gläubiger Kommunist, glühender Pazifist und naiver Kämpfer für eine bessere, gerechtere Welt. Er floh vor den Nazis und vor Stalins Schergen, wurde nach dem Krieg hochdekorierter DDR-Funktionär, erster Botschafter der DDR in Polen, Gründungsmitglied der Akademie der Wissenschaften.

Er gehörte zur Aufbaugeneration der DDR und damit zu jenen linken Intellektuellen, die nach der Erfahrung des Faschismus und zweier Kriege unbedingt an eine neue kommunistische Gesellschaft glauben wollten. Bis zu seinem Tod schrieb er, fast wie getrieben, sozialkritische Theaterstücke und Romane, Märchen für Kinder, satirische Texte. Gedichte schrieb er auch, meistens, wenn er verliebt war.

Friedrich Wolf war eine schillernde Gestalt, kämpferisch, charismatisch und ganz zweifellos ein schwärmerischer Frauenheld. Sieben Kinder hinterließ er bei seinem Tod 1953, vier eheliche und drei uneheliche, unter ihnen Markus Wolf, der spätere Geheimdienstchef der DDR und Konrad Wolf, Filmregisseur bei der DEFA.

Geprägt durch die Erfahrung zweier Kriege steht Friedrich Wolfs Schicksal und sein Lebensweg für die sozialen und politischen Umbrüche, die diese Generation so intensiv erlebte.