So 07.10. 2018 09:00Uhr 29:30 min

Unser Dorf hat Wochenende

Ponitz

Komplette Sendung

Ein Hof in Ponitz. 30 min
Bildrechte: MDR/Mathias Schaefer
MDR FERNSEHEN So, 07.10.2018 09:00 09:30

Ponitz - ganz im Osten von Ostthüringen. Es ist der letzte Zipfel im Altenburger Land, grenzt direkt an Sachsen. Derzeit laufen hier die Vorbereitungen zum "Tag der Altenburger", denn in Sachen Mundart und Bauerntracht hat das Dorf einiges zu bieten. Eine Jugendtrachtengruppe zum Beispiel. Die trifft sich immer freitags in der Turnhalle, aber: nix mit Sport. Hier wird geredet - in Mundart - von "Hitschen" und "Sauhagsch", von "Ditsche" und "Nischel". Und: das Programm sitzt; muss es ja auch, denn die 12 Kinder und Jugendlichen sind beim großen Bauernreiten am 7. Oktober ganz vorne mit dabei.

Von maukendem Lehm und literarischem Sonntagskäffchen, von berittenen Bogenschützen und langsam wachsenden Karpfen, von klingendem Silbermannerbe und vererbten Bauerntrachten erzählt "Unser Dorf hat Wochenende".

Die MDR-Sendereihe fürs Landleben. Ein Wochenende lang fangen Reporter, Kamera und Ton Lebensgefühl, Alltag und Höhepunkte, das Miteinander und die Zankereien, das Tun und Lassen, Freuden und Sorgen, skurrile und emotionale Momente von Dorfbewohnern in Mitteldeutschland ein.

Dorf als Heimat, ist das so, wie es sich die Städter voller Sehnsucht nach dem Landleben erträumen? Wie sieht es wirklich aus auf dem Dorf? Was macht das Landleben anders? Welche Traditionen und Trends gibt’s da bei den Alten und den Jungen? Und wer sind die Leute, die für diese Heimat und ihre Zukunft stehen?

Mehr zur Sendung

Luftbildaufnahme des Dorfes Ponitz. 1 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Ein Kind hilft bei Bau einer Lehmwand. 2 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Luftbildaufnahme des Dorfes Ponitz.
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Dorfkirche von Ponitz
Leicht erhöht, mitten im Dorf steht die Dorfkirche von Ponitz. Ihr Turm misst 42 Meter. Der Bau wirkt eher schlicht. Aber das unscheinbare Äußere trügt… Bildrechte: MDR/Kathrin Welzel
Dorfkirche von Ponitz
Leicht erhöht, mitten im Dorf steht die Dorfkirche von Ponitz. Ihr Turm misst 42 Meter. Der Bau wirkt eher schlicht. Aber das unscheinbare Äußere trügt… Bildrechte: MDR/Kathrin Welzel
Silbermannorgel in der Dorfkirche von Ponitz.
…, denn die Kirche hat ein durchaus wohlklingendes Innenleben: eine Silbermannorgel. Drei Jahre baute der sächsische Orgelbaumeister Gottfried Silbermann daran, 1737 wurde das Instrument geweiht. Noch heute sind alle wesentlichen Teile original erhalten - ein besonders Klangerlebnis, authentisch wie zu Silbermanns Zeiten. Bildrechte: MDR/Kathrin Welzel
Renaissanceschloss von Ponitz.
Unübersehbar im Dorfkern thront das Renaissanceschloss von Ponitz. Ein Förderverein engagiert sich, um das imposante Bauwerk zu erhalten und zu sanieren. Bildrechte: MDR/Kathrin Welzel
Alte Balken, die als Bücherregal benutzt werden.
Vereinsmitglieder sind es auch, die im Haus zwischen Mai und Oktober zum literarischen Sonntagskäffchen laden. Die Idee: in Büchern stöbern, welche mitbringen, welche mitnehmen. Die kleinen Spenden für die Literaturfunde fließen in den Erhalt des Schlosses. Und im Dachgeschoss stapeln sich die Bücher… Bildrechte: MDR/Kathrin Welzel
Eine Scheunenwand wird mit Lehm aufgeputzt.
Nur ein paar Schritte vom Schloss entfernt wohnt Familie Wange. Sie hat sich ganz dem Lehmbau verschrieben. Heute ist eine Scheunenwand dran, die mit Lehm aus Abrisshäusern wieder aufgeputzt werden soll. Bildrechte: MDR/Kathrin Welzel
Ein Mann auf einem Motorrad.
Täglich eine Runde mit dem Chopper: Joachim Mehlhorn ist 72 Jahre alt. Auf dem Motorradsattel fühlt sich der Bauer jung. Die schwere Maschine in Zaum zu halten, ist gar nicht so einfach, dafür ist die niedrige Sattelhöhe mit nur 60 Zentimetern perfekt für den Rentner. Bildrechte: MDR/Mathias Schaefer
Ein Hof in Ponitz.
Schon 200 Jahre leben die Mehlhorns auf dem Hof. Seitdem Joachim in Rente gegangen ist, hält er weniger Tiere. Geflügel, Eier und Kartoffeln gibt's bei ihm aber nach wie vor zu kaufen. Dass er keinen Nachfolger findet, bedauert der Bauer sehr. Bildrechte: MDR/Mathias Schaefer
Ein Hängebauchschwein in einem Gatter.
Hängebauchschwein Erwin hat seinen festen Platz auf dem Hof der Mehlhorns. Zur Freude der Dorfkinder, die häufig für Streicheleinheiten vorbeischauen. Bildrechte: MDR/Mathias Schaefer
Ein Karpfenteich in Ponitz.
Malerisch haben sich Gerd Kühn und seine Ehefrau drei Karpfenteiche angelegt, mehr zum Hobby als zum Broterwerb. Gerd sagt, sein Urgroßvater hätte es schon mit den Fischen gehabt und das sei auf ihn abgefärbt. Bildrechte: MDR/Mathias Schaefer
Innenansicht 313er Wartburg Sportcoupé.
Top im Schuss ist das seltene 313er-Wartburg Sportcoupé, ein Glanzlicht ostdeutscher Ingenieurskunst. 1958 fuhr der 50-PS-Zwei-Takter satte 140km/h Spitze. Bildrechte: MDR/Mathias Schaefer
Außenansicht 313er Wartburg Sportcoupé.
Die Rarität wird hoch gehandelt, aber ein Verkauf kommt für Uli Nitzsche so schnell nicht in Frage. Er und seine beiden Söhne sammeln aus Leidenschaft. Das nötige Kleingeld hat der 72-Jährige als geschäftsführender Gesellschafter eines mittelständischen Unternehmens verdient. Bildrechte: MDR/Mathias Schaefer
Alte Motorräder auf einem Dachboden.
Vollständig ist die Zweiradsammlung noch nicht, aber ganz nah dran sind die Nitzsches. Ob Moped, Roller oder Motorrad, beinahe alles was in der DDR rollte, steht auf ihrem Dachboden. Bildrechte: MDR/Mathias Schaefer
Eine seltene MZ.
Diese sehr seltene MZ wurde nur 600 Mal gebaut, Familie Nitzsche hat zwei davon. Es hat sich herumgesprochen, dass die Drei sammeln. So bekommen sie Tipps und Angebote. Auf eine Annonce in Oldtimer-Magazinen antworten sie hingegen nie. Bildrechte: MDR/Mathias Schaefer
Pferde auf einer Koppel
Idyllisch ist das Altenburger Land, selbst bei Regen… Bildrechte: MDR/Mathias Schaefer
Berittene Bogenschützen beim Training.
… wären da nicht die Jubelrufe der berittenen Bogenschützen. Ihre seltene Sportart: Im Galopp reiten sie 90 Meter und verschießen innerhalb von 16 Sekunden mindestens drei Pfeile. Vorwärts, seitlich und rückwärts. Volles Vertrauen in den Vierbeiner ist dabei das A und O. Bildrechte: MDR/Mathias Schaefer
Ein berittener Bogenschütze.
Steffen Kirtzel hat erst als Erwachsener reiten gelernt. Das Bogenschießen sogar noch später. In Grünberg, einem der Ortsteile von Ponitz, machte Steffen seinen ersten Schuss. Und der ging voll ins Schwarze. Mittlerweile reist er gemeinsam mit seinem Trainingspartner von einem Turnier zum nächsten: von Jordanien bis nach Südkorea. Bildrechte: MDR/Mathias Schaefer
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Unser Dorf hat Wochenende | 07. Oktober 2018 | 09:00 Uhr

Dorfkirche von Ponitz
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