Fr 16.11. 2018 03:35Uhr (VPS 03:45) 29:30 min

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MDR FERNSEHEN Fr, 16.11.2018 03:35 04:05

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Das Kulturmagazin des MDR

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* Leipziger Forscher über die Flucht ins Autoritäre
Seit 2002 arbeiten Wissenschaftler der Universität Leipzig an einem eindrucksvollen Forschungs-Projekt: Sie versuchen, dem nebulösen Gefühl der zunehmenden Fremdenfeindlichkeit und dem wachsenden Rechtsextremismus in der Gesellschaft konkrete Fakten und belastbare Zahlen entgegenzusetzen. Für die sogenannte Leipziger Autoritarismus-Studie hat das Team mehr als 2.400 Deutsche zu ihren Einstellungen befragt und so Zusammenhänge, Tendenzen und Entwicklungen aufgezeigt, die gängige Denkmuster zum Teil wiederlegen und dennoch eine besorgniserregende Dynamik zur Ausländerfeindlichkeit verzeichnen. Die Langzeitbeobachtung ist eine umfassende Bestandsaufnahme zur Demokratieakzeptanz und politischen Orientierung. Eine Art Seismograph der Stimmungslage aus den vergangenen zwei Jahrzehnten. Am vergangenen Mittwoch wurden die Ergebnisse dieser Studie der Öffentlichkeit vorgestellt. "artour" spricht mit einem der beiden Studienleiter, Oliver Decker, über seinen Befund und wie wir damit umgehen können.

* Gerechtigkeit am Dirigentenpult? Wenn Frauen den Takt angeben
Früher wurden sie von Orchestern gefürchtet. Es hieß sogar, Frauen würden mit ihrer sexuellen Energie das Orchester verwirren. Heute haben zwar einige Pionierinnen wie Simone Young und Maren Alsop ihr Talent längst bewiesen, doch noch immer werden fast alle der 129 Berufsorchester in Deutschland von Männern geleitet. Während es schon längst Ärztinnen, Richterinnen oder Politikerinnen gibt, müssen Dirigentinnen offenbar weiterhin auf ihre Chancen warten. Wie kommt es, dass sich gerade in diesem Beruf Männer bisher durchgesetzt haben? 2019 übernehmen Anna Skryleva in Magdeburg und Ariane Matiakh in Halle die Leitung der Orchester. Und seit dieser Spielzeit ist Ewa Strusińska die neue Generalmusikdirektorin am Theater Görlitz. Ist es also nur eine Frage der Zeit, bis auch hier Frauen das Feld erobern? In diesem Porträt spricht Ewa Strusińska darüber, welche Rolle das Geschlecht für ihren Beruf spielt und mit welchen Hürden Frauen bis heute besonders stark zu kämpfen haben.

* Michael Triegel - der "Papstmaler" wird 50
Seit der Leipziger Michael Triegel im Jahr 2010 ein Porträt von Papst Benedikt XVI. gemalt hat, ist er in der Öffentlichkeit als "Papstmaler" bekannt. Das Angermuseum in seiner Heimatstadt Erfurt richtet ihm anlässlich seines 50. Geburtstages im Dezember eine große Ausstellung ein: 70 Gemälde und zahlreiche Zeichnungen und Druckgrafiken sollen einen Überblick über das bisherige Werk geben. Triegels 'altmeisterliche' Malerei fasziniert und irritiert mit ungeahnten Kombinationen. Er liebt es, die "Magie" der Dinge in ihrer präzisen Darstellung erleben zu lassen. Er versucht, antike und christliche Motive zu reanimieren und für ewig gültige Themen zu verwenden: Einsamkeit und Schmerz, Hoffnung, Trost und Erlösung. Michael Triegel hat einige Altäre für Kirchen gemalt. Sein Eintritt in die Kirche mit der Taufe 2014 hat dennoch irritiert: Ist Michael Triegel ein Kirchenmaler geworden? Wie haben ihn in seinem Atelier getroffen. Die Ausstellung ist ab 17. November zu besichtigen.

* Die rasende Beschleunigung des Alltags
Schrumpft unsere Gegenwart? Viele Menschen haben ständig das Gefühl, der Zeit nur hinterher zu hetzen, dauernd im Hamsterrad zu strampeln und doch nie fertig zu werden mit den Dingen, die sie sich vorgenommen haben. Die Zeit rast so schnell, bis sie deshalb sogar zum Erliegen kommt: Etwa im Stau, wenn alle Menschen gleichzeitig ganz schnell irgendwo hin müssen. Gibt es einen Ausweg? Der Beschleunigungsforscher Hartmut Rosa, der an der Friedrich-Schiller-Universität Jena lehrt, sagt: Gegen die Beschleunigung der Gesellschaft sind individuelle Eskapismus-Strategien zum Scheitern verurteilt. Aber wie raus aus dem Stress?

* Kulturkalender
- "Expressiv weiblich. Helene Funke" - noch bis 13.1.2019 in den Kunstsammlungen Chemnitz
- Film "Cold War" Start am 22.11.2018
- Buchkinder-Lesung mit Clemens Meyer & Sandra Hüller 16.11. Schaubühne Lindenfels Leipzig