So 13.01. 2019 10:15Uhr 76:13 min

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Das hübsche motorrollernde Fräulein Helene (Karin Schröder) und ihre "Geliebte weiße Maus", Polizeiwachtmeister Fritz Bachmann (Rolf Herricht). Bildrechte: MDR/Progress
MDR FERNSEHEN So, 13.01.2019 10:15 11:30

Geliebte weiße Maus

Geliebte weiße Maus

Spielfilm DDR 1964

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Der Verkehrspolizist Fritz Bachmann alias Rolf Herricht dirigiert den Verkehr auf dem Dresdner Körnerplatz als wahrer Meister seines Fachs. Erspäht er aber mit geschärftem Blick eine gewisse motorrollernde Blondine, wird er rot und signalisiert grün. Das wiederum gefällt einer gewissen vollschlanken Frau Messmer nicht, die einen "Verkehrssündenfall" provoziert.

Polizeiwachtmeister Bachmann (Rolf Herricht) steht auf dem Dresdner Körnerplatz und dirigiert den Verkehr. Als "weiße Maus" ist er ein Meister seines Faches - bis ihm zwei Damen im wahrsten Sinne des Wortes in die Quere kommen. Da ist die motorrollernde blonde Helene (Karin Schröder), die allmorgendlich seine Kreuzung passiert und da ist Frau Messmer (Marianne Wünscher), die mit ihrem Pudel dem ungetreuen "Wartburg fahrenden" Ehemann auflauert.

Als Bachmann Frau Messmer einen gebührenpflichtigen Denkzettel verpasst, der hübschen Helene aber - nicht ganz uneigennützig - nur eine Vorladung zur Verkehrserziehung überreicht, wittert die Dame Messmer himmelschreiende Ungerechtigkeit. Nun will sie ihrerseits der "weißen Maus" einen Denkzettel verpassen, zumal es zwischen Bachmann und Helene schon gefunkt hat. Und wer kann schon in Liebe leben, wenn`s der bösen Nachbarin missfällt?
Der Film "Geliebte weiße Maus" zählt zu den schönsten und publikumswirksamsten DEFA-Komödien. Rolf Herricht bezaubert als Verkehrspolizist Bachmann - zum ersten Mal ist die Rolle ganz auf seine liebenswerte Tollpatschigkeit zugeschnitten, als "weiße Maus" mausert er sich sozusagen zum Starkomiker. Als Spaßmacher der leisen Töne liebte und liebt ihn sein Publikum bis heute.

Das Lachen seiner Zuschauer begleitete ihn vom ersten Moment auf der Bühne, wenn auch anfangs nicht unbedingt gewollt. Es begann auf der heimatlichen Magdeburger Theaterbühne mit einer "tragenden" Rolle, als Rolf Herricht - ersatzweise - mit Tablett und drei Sätzen auf die Bühne musste, setzte sich fort bei der Eignungsprüfung, als er Schillers Monolog aus der "Jungfrau von Orleans" 'Da sank dem Tapfersten das Herz ...' vorzutragen hatte. Was also konnte er Besseres tun, als dieses Lachen anzunehmen, sich dem Heiteren zu verschreiben und das mit Leib und Seele? Und natürlich von der Pike auf: Er spielte in Magdeburg, Salzwedel, Stendal, Stassfurt, Güstrow, Frankfurt (Oder) und schließlich wieder in Magdeburg Theater. Dort wurde er 1959 von der DEFA für den Spielfilm "Musterknaben" entdeckt.

Zu jener Zeit hatte sich auch das Komiker-Duo Hans-Joachim Preil/Rolf Herricht gefunden - ersten gemeinsamen Auftritten folgte erster Ruhm. Ob im Leipziger "Haus der heiteren Muse" oder im Halleschen Steintor, überall erwartete das ungleiche Paar das gleiche Strickmuster: bauernschlauer Einfaltspinsel bringt mit entwaffnender Naivität Herrn Oberlehrer Preil auf die Palme - brechend volle Säle und tobende Menschenmassen.

In den Sechzigern avancierten die beiden zu den Superstars unter den volkseigenen Spaßmachern: Preil schrieb über 120 Sketche, die die Unterhaltungssendungen des DDR-Fernsehens zu Straßenfegern machten, Rolf Herricht drehte DEFA-Komödien wie "Geliebte weiße Maus" (1964), "Der Reserveheld" (1964) und "Meine Freundin Sybille" (1967), die allesamt zu Kassenschlagern wurden. Mit weiteren Filmen wie "Der Mann, der nach der Oma kam" (1971) und "Der Baulöwe" (1980) konnte Herricht an seine Erfolge anknüpfen. Neben Film- und Fernseharbeit aber galt Herrichts große Liebe dem Theater: 16 Jahre lang, bis zu seinem plötzlichen Tod 1981, gehörte er dem Ensemble des Berliner Metropoltheaters an.
Mitwirkende
Musik: Conny Odd
Kamera: Günter Haubold
Buch: Maurycy Janowski, Gottfried Kolditz
Regie: Gottfried Kolditz
Darsteller
Fritz Bachmann: Rolf Herricht
Helene Bräuer: Karin Schröder
Frau Messmer: Marianne Wünscher
Herr Simmel: Gerd Ehlers
Hauptmann Gabler: Jochen Thomas
Mutter Hirsch: Mathilde Danegger
Komponist Messmer: Walter Kainz
Lörke: Peter Dommisch
Nachbarin von Helene: Carola Braunbock
Werbeleiter vom Zirkus: Werner Lierck
Kellner: Rudolf Fleck
Volkspolizist: Rudolf Donath
und andere

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