Mo 21.01. 2019 03:15Uhr 29:30 min

Sven Lüdecke und eine ehrenamtliche Helferin bringen ein Regal an der Wand an. Auf 3,20 Quadratmetern ist die mobile Wohnbox im Idealfall ein Übergang zu einer festen Wohnung.
Sven Lüdecke und eine ehrenamtliche Helferin bringen ein Regal an der Wand an. Auf 3,20 Quadratmetern ist die mobile Wohnbox im Idealfall ein Übergang zu einer festen Wohnung. Bildrechte: MDR/WDR/Good Karma Productions, honorarfrei
MDR FERNSEHEN Mo, 21.01.2019 03:15 03:45

Wohnbox für Obdachlose

Wohnbox für Obdachlose

Was aus einer guten Idee wurde

Film von Martin Buchholz

  • Stereo
  • 16:9 Format
  • HD-Qualität
  • Untertitel

Bilder zur Sendung

Bilder zur Sendung

Sven Lüdecke baut mit seinem Verein "little home" Wohnboxen für Obdachlose.
Sven Lüdecke baut mit seinem Verein "little home" Wohnboxen für Obdachlose. Bildrechte: MDR/WDR/Good Karma Productions, honorarfrei
Sven Lüdecke baut mit seinem Verein "little home" Wohnboxen für Obdachlose.
Sven Lüdecke baut mit seinem Verein "little home" Wohnboxen für Obdachlose. Bildrechte: MDR/WDR/Good Karma Productions, honorarfrei
Noch ist Sven Lüdecke bei jedem Hausbau selbst dabei und packt mit an.
Noch ist Sven Lüdecke bei jedem Hausbau selbst dabei und packt mit an. Bildrechte: MDR/WDR/Good Karma Productions, honorarfrei
Sven Lüdecke (l) im Gespräch mit einem Obdachlosen. Die Häuser werden den Obdachlosen geschenkt. Danach trägt der Beschenkte die Verantwortung dafür.
Sven Lüdecke (l) im Gespräch mit einem Obdachlosen. Die Häuser werden den Obdachlosen geschenkt. Danach trägt der Beschenkte die Verantwortung dafür. Bildrechte: MDR/WDR/Good Karma Productions, honorarfrei
Alle (3) Bilder anzeigen
"Ich frage mich oft, ob ich genauso gehandelt hätte, wenn mir alle Konsequenzen schon damals klar gewesen wären", sagt Sven Lüdecke. Und meint den kalten Wintertag 2016, an dem er nicht wegsah, als eine obdachlose Frau mit ihren Plastiktüten rüde aus einem Bahnhof entfernt wurde. Sven will helfen und spricht sie an. Schließlich baut er ihr, inspiriert von einer Idee aus den USA, aus Europaletten eine 3,2 Quadratmeter große, abschließbare und wetterfeste Unterkunft, ein eigenes Mini-Zuhause.

Ehrenamtlich engagiert hatte sich Sven Lüdecke zuvor nie, sein Job als Fotograf für eine Hotelkette füllte ihn aus. Plötzlich aber stehen obdachlose Menschen bei ihm Schlange, die ihn ebenfalls um eine Wohnbox bitten.
Und Sven Lüdecke hilft, unermüdlich. Baut ein kleines Team auf, gründet den Verein "little home". Nach kurzer Zeit bekommt er nicht nur Stress mit seinem Arbeitgeber, sondern auch mit seiner Lebensgefährtin, die ihn kaum noch zu Gesicht bekommt.

Die Sorgen und Enttäuschungen durch die Probleme der Obdachlosen belasten ihn zusätzlich und dann sieht er sich plötzlich auch noch dem Vorwurf ausgesetzt, in seinem Verein seien angeblich Spendengelder veruntreut worden.

Sven Lüdecke ist heillos überfordert und am Ende seiner Kräfte. Trotzdem will er nicht aufgeben: "Wir haben schon so viel erreicht. Ich stehe das durch."

Der Film begleitet Sven Lüdecke ein Jahr lang. Wird er es schaffen?