Di 05.03. 2019 21:00Uhr 44:30 min

Der Osten - Entdecke wo du lebst Gefangen in Waldheim - Eine Stadt und ihr Knast

Komplette Sendung

heutige JVA Waldheim 44 min
Gefangen in Waldheim - Eine Stadt und ihr Knast Bildrechte: MDR/Schulz & Wendelmann Film GbR, honorarfrei
MDR FERNSEHEN Di, 05.03.2019 21:00 21:45

Das Gefängnis Waldheim

Das Gefängnis Waldheim

Axel Bulthaupt an der Personenschleuse
Zu Besuch in der JVA Waldheim: Moderator Axel Bulthaupt an der Personenschleuse Bildrechte: S/W-Film
Axel Bulthaupt an der Personenschleuse
Zu Besuch in der JVA Waldheim: Moderator Axel Bulthaupt an der Personenschleuse Bildrechte: S/W-Film
Die heutige JVA Waldheim, unweit vom Fluss Zschopau
Blick auf die heutige JVA Waldheim, unweit vom Fluss Zschopau Bildrechte: S/W-Film
Luftaufnahme der JVA Waldheim im Jahr 2015
Luftaufnahme der JVA Waldheim im Jahr 2015 Bildrechte: S/W-Film
Altstadt Waldheim mit Gefängnis im Hintergrund
Die Altstadt von Waldheim mit dem drei Jahrhunderte alten Gefängnis im Hintergrund Bildrechte: S/W-Film
Ehemaliger Häftling aus den 1960er-Jahren – Hartmut Brix
Ehemaliger Häftling aus den 1960er-Jahren – Hartmut Brix: Kurz nach dem Mauerbau wurde der Leipziger verhaftet. Der Grund: illegaler Besitz einer Pistole und das Hören von West-Radio. Bildrechte: S/W-Film
Ehemaliger Häftling aus den 1960er-Jahren – Jörg Bilke
Ehemaliger Häftling aus den 1960er-Jahren – Jörg Bilke: Die Stasi beobachtete den westdeutschen Germanistik-Studenten. Beim Besuch der Leipziger Buchmesse dann der Zugriff. Bilke hatte für eine Studentenzeitung im Westen mehrere DDR-kritische Artikel geschrieben. Bildrechte: S/W-Film
Ehrenamtliche Helferin Ingrid Rammelt
Ehrenamtliche Helferin Ingrid Rammelt: Einmal in der Woche besucht die ehemalige Altenpflegerin die Seniorenstation der JVA. Bildrechte: S/W-Film
Ingrid Rammelt im Gespräch mit Häftling in der Seniorenstation
Ingrid Rammelt im Gespräch mit Häftling in der Seniorenstation: "Nach allem, was sie (die Häftlinge – d. A.) getan haben, sind sie auch ein bisschen Mensch geblieben. Und dafür bin ich da." Bildrechte: S/W-Film
"Zuchthaus-Linde", gepflanzt im Jahr der Gefängnisgründung 1716
"Zuchthaus-Linde", gepflanzt im Jahr der Gefängnisgründung 1716: Das Gefängnis wurde bereits 1716 von König August dem Starken als Zucht-, Armen- und Waisenhaus in einem alten Jagdschloss errichtet. Es war das größte Zuchthaus Sachsens. Bildrechte: S/W-Film
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"Wenn Ihr nicht brav seid, kommt Ihr nach Waldheim". Jahrhundertelang wurde Kindern damit gedroht, wenn sie etwas angestellt hatten. Und auch die Älteren erinnern sich mit Schaudern an den Namen Waldheim: Sie denken an Gefängnis, Zuchthaus, Strafanstalt, Knast. Schon im 18. Jahrhundert hatte Waldheim prominente "Gäste". Der Bekannteste: Karl May. Vier Jahre lang saß der angehende Schriftsteller wegen wiederholter Hochstapelei und kleinerer Diebstählen ein.

Die JVA Waldheim ist das älteste noch aktive Gefängnis Deutschlands an seinem Ursprungsort. Das sächsische Waldheim hat rund 9.000 Einwohner und die JVA ist einer der größten Arbeitgeber im Ort. Das Besondere ist die Lage, denn der Knast liegt mitten im Ortskern. Die Anlage mit eigener Kirche war zunächst Burg, dann Augustinerkloster, später Jagdschloss und wurde 1716 unter August dem Starken zum sächsischen Zucht-, Armen- und Waisenhaus. Durch alle Zeiten hindurch war die Strafanstalt ein gefürchteter Ort - hier wurden Verbrecher, aber gern auch den jeweils Mächtigen unliebsame Personen weggesperrt.

In der Nazizeit waren hier mehr als 2.000 Menschen inhaftiert, mehr als die Hälfte aus politischen Gründen. Waldheimer Familien öffnen für den Film erstmals ihre Fotoalben und erzählen von ihren Vorfahren, die im Dritten Reich auf beiden Seiten standen: als Gefangene oder als Teil des Wachpersonals. Die auf dem Gefängnisgelände ansässige "Heil- und Pflegeanstalt Waldheim" schickte ihre Patienten in die Euthanasie-Tötungsanstalten der Nazis - Ein Fakt, der heute in der Stadt noch weitgehend unbeachtet ist. Anhand von Patientenakten beleuchtet der Film auch diese Verbrechen und verfolgt das Schicksal des Anstaltsleiters, der für seine Taten später hingerichtet wurde.

Traurige Berühmtheit erfuhren Ort und Gefängnis 1950, als in skandalösen Schnellverfahren unter Missachtung juristischer Grundregeln knapp 3.500 vermeintliche Kriegs- und Naziverbrecher zu hohen Strafen verurteilt wurden. Der Ausgang der "Waldheimer Prozesse" stand im Voraus fest. Und obwohl es auch einige 'echte' Nazitäter gab - die übergroße Mehrheit der Verurteilten war unschuldig. Später war Waldheim auch immer wieder Verwahrort für politisch Andersdenkende. Zeitzeugen erzählen von ihrer Haftzeit in den 60er Jahren.

Die JVA Waldheim spiegelt 300 Jahre deutsche Geschichte. Der Film von Christian Schulz verbindet unterschiedliche politischen Ereignisse und ihre Auswirkungen auf die Stadt und das Gefängnis und erzählt vom Leiden der hier oft zu Unrecht inhaftierten.

Ein Film von Christian H. Schulz

Politische und gesellschaftliche Dokus und Reportagen

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Vor dem Bahnhof sitzen Bettler bei jeder Witterung und trinken. An diesem Abend geht es Melanie (links im Bild) besonders schlecht. Sie hat vor wenigen Tagen ein Kind geboren. Das Baby wird vom Jugendamt versorgt. Bildrechte: MDR/Thomas Kasper
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Betteln, Saufen, Sterben

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Vor dem Bahnhof sitzen Bettler bei jeder Witterung und trinken. An diesem Abend geht es Melanie (links im Bild) besonders schlecht. Sie hat vor wenigen Tagen ein Kind geboren. Das Baby wird vom Jugendamt versorgt. Bildrechte: MDR/Thomas Kasper
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