Do 14.03. 2019 19:50Uhr 24:30 min

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So kompakt sieht "Emma" nicht mehr lange aus. Die Freunde vom Kleinbahnverein wollen sie gleich bis zum auf den Kessel auseinandernehmen. Bildrechte: MDR/Savidas-Film
MDR FERNSEHEN Do, 14.03.2019 19:50 20:15

Zug um Zug - Vom Leben auf schmaler Spur

Zug um Zug - Vom Leben auf schmaler Spur

Folge 2

  • Stereo
  • 16:9 Format
  • HD-Qualität
  • Untertitel
  • VideoOnDemand
Östlich von Magdeburg, im kleinen Ort Magdeburgerforth, arbeiten mehrere Männer an ihrem Traum. Ehrenamtlich und meist am Wochenende in ihrer Freizeit. Sie wollen eine kleine Schmalspurbahn wieder zum Leben erwecken. Und dafür tuen die Eisenbahnfreunde vom Kleinbahnverein "Jerichower Land" alles. Sogar eine abenteuerliche Reise nach Rumänien planen sie, auf der Suche nach Ersatzteilen für eine alte Lok.

Aus der Luft ist die alte Trasse noch gut zu erkennen, auch wenn die meisten Schienen schon vor Jahrzehnten entfernt worden sind. Sie ging von Burg nach Ziesar und von Ziesar über Loburg nach Gommern. Mit allen Nebenstrecken brachte es die kleine Bahn auf 102 Streckenkilometer. 1965 endete vorerst die Geschichte. Omnibusse übernahmen den Personenverkehr und LkW transportierten von nun an Getreide und Rüben. Die alten Dampfloks waren nicht mehr effektiv und landeten meist auf dem Abstellgleis.

Seit Jahren kämpfen Eisenbahnfans aus Magdeburg, Potsdam und dem Jerichower Land darum, dass die Kleinbahn nicht in Vergessenheit gerät. Ihr Hauptquartier ist der hübsche alte Bahnhof im kleinen Ort Magdeburgerforth. Von hier aus sind sie immerhin 800 Meter in die eine und 500 Meter in die andere Richtung vorgestoßen. Das reicht sogar, um an einigen Wochenenden im Jahr mit einer kleinen Diesellok wieder den Fahrbetrieb aufzunehmen.

Ingo und Carsten vom Verein tauschen dann Arbeitsklamotten und Warnwesten gegen historische Bahnuniformen und leben die gute alte Zeit. Sie geben Signale, rufen "Alles einsteigen!" und "Zurückbleiben an der Bahnsteigkante!". Aber perfekt ist die Illusion erst, wenn wieder eine Dampflok auf den 750 mm schmalen Gleisen schnauft.

Und seit der Verein zum Schrottpreis eine Henschel-Lok, Baujahr 1922, kaufen konnte, sind sie alle wie elektrisiert. Es ist das größte Projekt ihrer Vereinsgeschichte. Vielleicht sogar eine Nummer zu groß. Nicht wenige warnen, wie Manfred und Richard, die Sache doch lieber auf Eis zu legen. Denn eine Dampflok besteht aus über tausend Einzelteilen und verschlingt bei der Sanierung enorme Gelder. Aber Ingo und Carsten haben sich in den Kopf gesetzt, dass zum letzten Bahnhofsfest des Jahres wieder eine Dampflok fährt. Werden die Eisenbahnfreunde das schaffen?

Operation Emma

Heute wollen die Freunde vom Kleinbahnverein "Jerichower Land" die alte Dampflok "Emma", Baujahr 1922, in ihre Einzelteile zerlegen. Wenigstens bis zum Kessel, dem Herzstück einer jeden Lok. Die Aktion ist heikel und keiner im Verein ist ein Spezialist für so eine Operation. Außerdem sind die genauen Baupläne der Lok noch in Rumänien, wo sie zuletzt gewartet wurde.

Immer mehr Vereinsmitglieder tendieren dazu, doch gleich nach Rumänien zu fahren, um dort die fehlenden Pläne und einige wichtige Ersatzteile aufzutreiben. Für die Mission wählen sie Ingo und Carsten aus. Doch gerade Carstens Personalie ist im Verein umstritten, weil er kaum über Maschinenbaukenntnisse verfügt und meistens nur als Schaffner auf der Museumsbahn fährt.

Dabei setzt der Apotheker Carsten schon seinen berühmten Lakritzlikör an, der bei den Verhandlungen in Rumänien vielleicht nützlich werden könnte.

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