Fr 19.04. 2019 17:30Uhr 29:30 min

Das Wunder von Heiligenstadt

Von Sturköpfen und Männerbünden

Film von Elke Thiele

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Leidensprozession zu Palmsonntag in Heiligenstadt 30 min
Leidensprozession zu Palmsonntag in Heiligenstadt Bildrechte: MDR/Elke Thiele
MDR FERNSEHEN Fr, 19.04.2019 17:30 18:00

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Leidensprozession zu Palmsonntag in Heiligenstadt
Leidensprozession zu Palmsonntag in Heiligenstadt Bildrechte: MDR/Elke Thiele
Leidensprozession zu Palmsonntag in Heiligenstadt
Leidensprozession zu Palmsonntag in Heiligenstadt Bildrechte: MDR/Elke Thiele
Helga Schotte bemalt die traditionellen Palmsonntagsschachteln.
Helga Schotte bemalt die traditionellen Palmsonntagsschachteln. Bildrechte: MDR/Olaf Kreiß
Dr. Torsten W. Müller, Direktor des Eichsfeldmuseums in Heiligenstadt.
Dr. Torsten W. Müller, Direktor des Eichsfeldmuseums in Heiligenstadt. Bildrechte: MDR/Elke Thiele
In der Woche vor Palmsonntag werden die Figuren für die Prozession hergerichtet.
In der Woche vor Palmsonntag werden die Figuren für die Prozession hergerichtet. Bildrechte: MDR/Elke Thiele
Leidensprozession zu Palmsonntag in Heiligenstadt
Leidensprozession zu Palmsonntag in Heiligenstadt Bildrechte: MDR/Elke Thiele
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In vier Tagen ist es soweit: Richard Spillner wird seinen Vater als Träger am Heiligen Grab ablösen. Ein Amt, das in Heiligenstadt schon seit vier Jahrhunderten vom Vater an den Sohn weitergegeben wird. Damit wird Richard Teil einer Tradition, die in Heiligenstadt fast schon Heiligenstatus hat: Die große Leidensprozession am Palmsonntag. Dem Azubi ist die Bedeutung bewusst. Nicht dass er sich als einer von zwölf Trägern die 320 Kilo schwere Darstellung des Grabes Jesu nicht zutrauen würde - aber die Ehre wiegt schwer.

Die Leidensprozession zeigt in sechs dramatischen Bildern den Leidensweg Jesu mit Kreuzigung und Tod. Die überlebensgroßen Holzstatuen werden von den Gläubigen mit Gebet und Gesang durch die Stadt getragen. Seit 1581 gibt es dieses Mysterienspiel. Als die Prozession von den Jesuiten ins Leben gerufen wurde, fand sie noch am Karfreitag statt, dem Tag, der an die Kreuzigung Jesu erinnert. Später wurde sie aus praktischen Gründen auf Palmsonntag vorverlegt.

Es braucht kein Organisationskomitee und kein Veranstaltungsbüro, um die größte Prozession Mitteldeutschlands mit 8.000 Teilnehmern alljährlich auf die Beine zu stellen. Die Aufgaben sind verteilt und werden innerhalb der Familien weitergegeben. Die Kunzes, Heinevetters und Spillners zum Beispiel kümmern sich in der Woche vor dem Ereignis um die Herrichtung der sechs überlebensgroßen Darstellungen des Leidensweges Jesu.

Es gleicht einem Wunder, wie es den Heiligenstädtern gelungen ist, ihre Prozession über die Jahrhunderte hinweg stoisch zu verteidigen. Nur einmal, im Kriegsjahr 1945, fand die Prozession nicht statt und es gab Zeiten, in denen Mut dazu gehörte, sich den Gläubigen anzuschließen. Unter den Nazis wurden jugendliche Teilnehmer mit Straflager verwarnt. Zu DDR-Zeiten setzten Abiturienten ihren Studienplatz aufs Spiel. Doch die Prozession zu unterbinden, wagte niemand - noch nicht einmal die Genossen der SED.

Hinter Gebet und Tradition stand und steht ein Bekenntnis: Für die Heimat, für den Glauben und gegen politisch auferlegte Doktrin. 2016 wurde die Palmsonntagsprozession ins bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes der Deutschen UNESCO aufgenommen. Die Ehre schmeichelt den Eichsfeldern schon, aber eigentlich wollen sie eine Woche vor Ostern nur eines: Glaubensstark und andächtig miteinander und mit Jesus durch Heiligenstadt ziehen.

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