Fr 12.04. 2019 03:05Uhr 29:30 min

Roger Melis: Auf dem Rummelplatz, Berlin 1969
Roger Melis: Auf dem Rummelplatz, Berlin 1969 Bildrechte: Roger Melis / Stiftung Reinbeckhallen
MDR FERNSEHEN Fr, 12.04.2019 03:05 03:35

artour

artour

Das Kulturmagazin des MDR

  • Stereo
  • 16:9 Format
  • HD-Qualität
  • Untertitel
  • VideoOnDemand
Themen der Sendung:

* Van Gogh - "An der Schwelle zur Ewigkeit"

Er ist einer der einflussreichsten Maler der Moderne und hat unsere Sehgewohnheiten von Grund auf verändert: Der Niederländer Vincent van Gogh. "An der Schwelle zur Ewigkeit" heißt eines seiner Bilder aus dem Jahr 1890, das zwei Monate vor seinem Tod entstand. Und genau so hat der Maler und Regisseur Julian Schnabel auch seine Filmbiografie über den Künstler genannt.

Im Mittelpunkt stehen van Goghs letzte Lebensmonate, die Zeit, die er im französischen Arles verbrachte, bevor er in die Nervenheilanstalt von Saint-Rémy kam. Es war die produktivste Phase seines Schaffens. Hollywoodstar Willem Dafoe spielt die Hauptrolle. Für seine grandiose Darstellung wurde er bei den Filmfestspielen in Venedig 2018 als bester Schauspieler ausgezeichnet. Am 18. April kommt der Film in die deutschen Kinos. Wir sprachen mit dem Regisseur über seinen Film.

Autorin: Hilka Sinning


* Die Sängerin Noa und Bach auf einer neuen CD:

Die israelische Sängerin Noa wird weltweit gefeiert und hat seit ihrem Durchbruch vor 25 Jahren unter anderem für den Papst, Bill Clinton, Steven Spielberg und Yitzhak Rabin gesungen und sich die Bühne mit Sting, Stevie Wonder und Carlos Santana geteilt. 1997 sang sie den Titelsong zu Roberto Benignis oscarprämiertem Kinofilm "Das Leben ist schön".

Als Quincy Jones die 48jährige zum ersten Mal hörte, war er sofort verzaubert. Ihre wandelbare Stimme, ihre Ausdruckskraft und ihre Persönlichkeit faszinierten ihn so sehr, dass er unbedingt ein Album mit ihr produzieren wollte. Das hat eine Weile gedauert, nun ist es erschienen: "Letters to Bach" ist eine Hommage an den Leipziger Thomaskantor und wohl größten Komponisten aller Zeiten.

Noa hat zu zwölf Instrumentalstücken von Johann Sebastian Bach Texte auf Englisch und Hebräisch geschrieben. Texte, die sich mit Religion, Klimawandel und Feminismus und dem Israelisch-Palästinensischen Konfliktauseinandersetzen. Was ein bisschen angestrengt klingt, bringt Noa jedoch spielerisch rüber, mit einer Stimme, die von Scat-Gesang bis hin zu Rock, Jazz und Soul alles kann. Mit optischen Effekten, die Spaß machen, wie ihr Video zur CD beweist. Am 02.05. tritt sie zudem bei den Weimarer Bachwochen auf.

Autorin: Anna Schmidt


* "Die Ostdeutschen" -– Buch und Ausstellung mit Fotos von Roger Melis

Der 2009 verstorbene Roger Melis war einer der bekanntesten Fotografen der DDR. Berühmt waren seine Portraits von Schriftstellern und Intellektuellen und seine Fotoreportagen. Nun erscheinen einige seiner wichtigsten Fotos in einem Buch, herausgegeben von seinem Ziehsohn, dem Publizisten Mathias Bertram und verlegt im Leipziger Lehmstedt Verlag. Zu sehen sind diese Fotos auch ab 12.04.2019 in der Ausstellung "Die Ostdeutschen" in den Berliner Reinbeckhallen.

Autor: Andreas Lueg


* Theaterstreit in Halle

Das TOOH (Theater, Oper, Orchester GmbH) Halle macht Schlagzeilen - nicht in erster Linie in künstlerischer Hinsicht, wie man vermuten könnte und müsste. Nein, es bietet seit nun fast zwei Jahren Stoff für eine filmreife Seifenoper, inzwischen mit richtig schmutzigen Zutaten. Mobbingvorwürfe stehen im Raum, das Nacktbild einer Mitarbeiterin wurde veröffentlicht, der Theaterchef Matthias Brenner droht öffentlich mit seinem Rücktritt, dem Opernintendanten Florian Lutz ist bereits gekündigt. Der Geschäftsführer Stefan Rosinski fordert einen Runden Tisch, obwohl das Klima im TOOH so vergiftet ist, dass sich wohl keiner der Beteiligten sicher fühlen würde.

Am Freitag (12.4.) wird der Aufsichtsrat tagen und will das Problem lösen. Das muss er auch, denn die Öffentlichkeit bezahlt die Häuser mit über 30 Millionen Euro und kann verlangen, dass Theater endlich wieder auf der Bühne, ausschließlich auf der Bühne stattfindet.

Wir haben mit den Beteiligten gesprochen, tragen zusammen, was bisher geschehen ist und fragen, wie ein Ausweg aussehen könnte.

Autor: Tilman Jens


* Das Deutsche Bratwurstmuseum zieht um - aber wohin?

Das erste Deutsche Bratwurstmuseum sorgte vor ca. zwei Monaten für einen internationalen Eklat, denn das Haus wollte nach Mühlhausen umziehen, ausgerechnet auf ein Gebiet, das einst Außenlager des KZ Buchenwald war. Jetzt hat das Bratwurstmuseum einen neuen Plan präsentiert - das neue Haus inclusive Hotels, Indoorspielplatz, Riesentheke etc. soll einen Steinwurf entfernt vom Gelände des ehemaligen KZ-Außenlagers entstehen.

Ein Witz? Nein, heißt es. Man habe sogar einen Historiker mit der Aufarbeitung der KZ-Geschichte beauftragt und plane, die Geschichte des Geländes durchaus ins Bratwurstmuseum zu integrieren. Geht das? Wir sprachen mit dem Oberbürgermeister Mühlhausens, dem Architekten des neuen Bratwurstmuseums und dem Museumschef.

Autor: Hans-Michael Marten


Kulturkalender

* Premiere "The King`s Speech", Theater Halle, Premiere am 12.4., weitere Vorstellungen 13. & 24.4, .9./10. & 23.5.

* Konzert mit Katharina Franck und dem Club der toten Dichter mit neuem Programm "So und nicht anders - Theodor Fontane neu vertont", 12.4. Bad Elster, 13.4. Gera. 14.4. Magdeburg, 3.5. Erfurt, 4.5. Leipzig

* Filmfest Dresden - 9. bis 14.4. - internationales Kurzfilmfestival

Autorin: Ulrike Reiß

"artour" ist das Kulturmagazin für das MDR-Sendegebiet und für Ostdeutschland. "artour" wird in Rostock wie in Weimar geschaut, aber natürlich auch in Hamburg und München. Das Kulturmagazin mit Ostkompetenz greift Themen auf, die die Zuschauer bewegen.

Von Thälmann bis Theater, von der Kittelschürze bis zum Konzert, von der Off-Bühne bis zur Oper. Themen werden auch mal gegen den Strich gebürstet, egal, ob es sich um eine Kunstausstellung oder einen kulturpolitischen Skandal handelt.

Mehr zu den Themen