Di 30.04. 2019 22:05Uhr 44:30 min

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Dieter Landes, VEB Erdöl Erdgas Grimmen Bildrechte: MDR/Andreas Stahl
MDR FERNSEHEN Di, 30.04.2019 22:05 22:48

Orte der Arbeit

Orte der Arbeit

Fortschritt und Niedergang

Film von Andre Berthold

Folge 2 von 3

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Stille Zeugen der DDR-Vergangenheit

Lost Places Stille Zeugen der DDR-Vergangenheit

Verlassen, verfallen, vergessen. Ein Schicksal, das viele DDR-Betriebe teilen. Einst waren sie das zweite Zuhause für Tausende Arbeiter. Geblieben sind meist nur leere Hallen - stumme Zeugen der einstigen Größe.

Takraf Bleichert
Die TAKRAF-Werke Heute erinnert nicht mehr viel an den einstigen Stahl-Riesen aus Leipzig. Zu DDR-Zeiten war die TAKRAF - kurz für Tagebau-Ausrüstungen, Kräne und Förderanlagen - ein Großzentrum des Schwermaschinenbaus und beschäftigte insgesamt 26.000 Mitarbeiter. Bildrechte: Hoferichter & Jacobs GmbH
Takraf Bleichert
Die TAKRAF-Werke Heute erinnert nicht mehr viel an den einstigen Stahl-Riesen aus Leipzig. Zu DDR-Zeiten war die TAKRAF - kurz für Tagebau-Ausrüstungen, Kräne und Förderanlagen - ein Großzentrum des Schwermaschinenbaus und beschäftigte insgesamt 26.000 Mitarbeiter. Bildrechte: Hoferichter & Jacobs GmbH
TAKRAF Bleichert
Der Betrieb verkaufte Gabelstapler in die halbe Welt, egal ob nach Äthiopien, Bosnien oder Griechenland. Das Geschäft florierte und die TAKRAF-Produkte waren gefragt - zumindest bis 1989. Bildrechte: Hoferichter & Jacobs GmbH
Takraf Bleichert
Denn mit der Wende kam auch das Aus für den Stahlbau-Giganten. Tausende Arbeiter wurden arbeitslos, standen plötzlich auf der Straße. Seit 1993 liegt das Gelände brach und verfällt. Bildrechte: Hoferichter & Jacobs GmbH
TAKRAF Bleichert
Wie viele Großbetriebe der DDR hat auch die TAKRAF in ihrer damaligen Form den Sprung ins Heute nicht geschafft. Von den mehr als 8.000 Großbetrieben, die es zum Ende der DDR gab, wurden etwa drei Viertel geschlossen. Ganz Ostdeutschland hat damit binnen kürzester Zeit eine bis dahin beispiellose De-Industrialisierung erfahren. Was den Arbeitern der TAKRAF widerfahren ist, hat viele Menschen im Osten getroffen – auch in Riesa. Bildrechte: Hoferichter & Jacobs GmbH
Verfallene Halle in Riesa, in der früher das Zündholzwerk war
Die Zündwarenwerke Riesa Unweit der Hochöfen der einstigen Stahlwerke steht die fast vergessene Industrie-Ruine der Zündholz-Fabrik. Hier wurden fast 70 Jahre lang Streichhölzer hergestellt. Bildrechte: Hoferichter & Jacobs GmbH
Zündhölzer in Riesa
Die Zündwarenwerke Riesa werden 1976 zum Volkseigenen Betrieb. Bald ist Riesa der einzige Standort für die Streichholzproduktion in der DDR. Zu Hochzeiten arbeiteten hier 600 Menschen, die meisten davon Frauen. Bildrechte: Hoferichter & Jacobs GmbH
Riesa Zündhölzer
Die "Zündholz", wie die Fabrik von vielen genannt wurde, existiert heute nur noch in der Erinnerung ihrer einstigen Mitarbeiter. Der Betrieb konnte sich noch bis 1993 halten, dann wurde er abgewickelt und an einen westdeutschen Investor verkauft. Hunderte Menschen wurden über Nacht entlassen. Bildrechte: Hoferichter & Jacobs GmbH
Riesa Zündhölzer
Heute werden immer noch Zündhölzer und Feuerzeuge unter dem Riesaer Logo vertrieben, doch hergestellt werden sie nicht mehr in Sachsen, sondern in Osteuropa und Fernost. Bildrechte: Hoferichter & Jacobs GmbH
Feinpapierfabrik NEU Kaliß
Feinpapierfabrik Neu Kaliß Noch immer prägt die alte Papierfabrik den kleinen Ort Neu Kaliß in Mecklenburg-Vorpommern. Doch die meisten Produktionsgebäude und Wohnhäuser stehen leer. Bildrechte: Hoferichter & Jacobs GmbH
Feinpapierfabrik NEU Kaliß
Früher bevölkerten 400 Mitarbeiter das Areal. Die Papierfabrik war der Treffpunkt des Ortes, fast jede Familie war hier vertreten. Verschiedene Generationen standen zusammen in der Werkhalle. Bildrechte: Hoferichter & Jacobs GmbH
Feinpapierfabrik NEU Kaliß
Nach dem Zweiten Weltkrieg stand das Werk kurz vor dem Aus. Die Hallen waren stark beschädigt und die Maschinen wurden als Reparationsleistung nach St. Petersburg gebracht. Doch in der jungen DDR brauchte man Papier und so bauten ein paar Ingenieure und der alte Besitzer eine Maschine aus dem Nichts. Jedes Teil, jeder Bolzen wurde von den Männern selbst geschmiedet. Bildrechte: Hoferichter & Jacobs GmbH
Feinpapierfabrik NEU Kaliß
Trotz aller Engpässe und Schwierigkeiten lief die Papiermaschine bis zur Wende. Doch in den 90ern änderte sich viel für die Arbeiter der Papierfabrik. Die Treuhand verkaufte das Werk an den Papier-Giganten Melitta. Der übernahm Hallen, Maschinen und Mitarbeiter. Bildrechte: Hoferichter & Jacobs GmbH
Feinpapierfabrik Kaliß
Die Produktion in den alten Hallen war jedoch unrentabel. So wurde in dem Ort ein neues Werk gebaut. Ein Stück DDR-Geschichte lebt also in Neu Kaliß weiter, trotz aller Wendewirren und Umbrüche.
(Über dieses Thema berichtete der MDR auch im TV: Orte der Arbeit - 23.04.2019 | 30.04.2019 | 07.05.2019 | jeweils 22:05 Uhr.)
Bildrechte: Hoferichter & Jacobs GmbH
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Arbeit in der DDR war mehr als nur ein Lebensgefühl. Es war die Luft, die in den Fabrikhallen dampfte und das Glück, eine neue Wohnung zu ergattern. Es war der Ort, wohin man morgens schlich und woher man meist viel zu spät zurückkehrte: Arbeit war die Welt, zu der man gehört, ohne je gefragt zu haben. Und die Arbeitswelt war das, was mit der Wende den größten Umbruch erlebte.

In der DDR bestimmte meist ein großer Volkseigener Betrieb das Leben ganzer Regionen. Vor allem auf dem Land. Hier standen sogar ganze Familien in den Werkhallen und oft arbeitete ein Großteil der Bevölkerung in einer Branche. Manche von ihnen ihr Leben lang.

Dabei hatten Frauen auch eine besondere Stellung, denn vor allen in den ländlichen Regionen herrschte Fachkräftemangel. Ingenieure waren gefragt, und die Frauen drängten in die einstigen Männerdomänen. Und das ist bis heute spürbar. Zwar haben nur selten die Volkseigenen Betriebe auf dem Land überlebt, doch ihre Tradition lebt weiter. In einigen Teilen als Museum, in anderen als Industriebrache und in manchen Standorten wurde die Produktion wiederaufgenommen.

In der dreiteiligen Reihe "Orte der Arbeit" kehren Menschen zurück an Orte, die einst ihr Leben prägten. Eine von Ihnen ist Christine Lehnert. Eigentlich war sie gelernte Schaufensterdekorateurin, doch nach einem Ingenieurstudium kam sie zur Landmaschinen-Produktion in Singwitz und kümmerte sich um die Kundenkontakte, feilschte mit Schweden und Franzosen. Auch Anna Marie Splitttgerber wurde Ingenieurin und war für die Qualitätskontrolle im Pasewalker Kraftfuttermischwerk verantwortlich. Noch heute kann sie am Geruch von Getreide erkennen, welchen Zustand es hat.

Heute erinnern meist nur Ruinen an die Zeiten von Planerfüllung und Gestattungsproduktionen. Doch manchmal gibt es noch Leben in den alten Hallen. Und das liegt auch an den Frauen, die damals aber auch heute an den Orten der Arbeit ihr Bestes geben.

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