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MDR FERNSEHEN Fr, 28.06.2019 02:45 03:15

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Das Kulturmagazin des MDR

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Die Themen:
* Ein Schauspiel auf Schienen - "Das letzte Kleinod"
* Die DEFA im Kino
* Fotos aus Italien im Museum der Italiener
* Das NASA-Archiv: 60 Jahre im All
* Kulturkalender

Mehr zu den Themen:

* Ein Schauspiel auf Schienen - "Das letzte Kleinod"
Dieses Theaterprojekt nennt sich "Das letzte Kleinod" und ist in Deutschland einmalig. Mit einem Zug, 140 Meter lang, fährt die Truppe von Spielort zu Spielort. Von der Nordseeküste in die Niederlande oder nach Polen führten die Gastspiele des Eisenbahntheaters. Jetzt haben sie am Rennsteig ein Abstellgleis "gekapert" und spielen ihr Stück "Spitzkehre". Mit einem zweiten Zug fahren die Darsteller und das Publikum von Ilmenau zum Bahnhof Rennsteig. Unterwegs wird gehalten und Theater gespielt. Es sind Szenen aus der Geschichte dieser Thüringer Region, die auf Erzählungen von Zeitzeugen beruhen. Da geht es um das Ilmenauer Porzellan, die Glasherstellung in Stützerbach oder um die Lebensgeschichte von Egon Witzmann, der in vierter Generation eine Sägemühle betrieben hat. "Wie das gehen soll, Theater ohne Bühne und Kulissen, das konnte ich mir nicht vorstellen" erzählt Herr Witzmann. "artour" stellt die Theatertruppe und ihre Inszenierung vor.

* Die DEFA im Kino
Fast 30 Jahre nach ihrem Ende ist die Geschichte der DEFA jetzt selbst Filmstoff. Im Sommer 1961 arbeitet der junge Emil (Dennis Mojen) als Komparse im DEFA-Studio Babelsberg. Bei Dreharbeiten lernt er die französische Tänzerin Milou (Emilia Schüle) kennen - eine Liebe auf den ersten Blick. Doch die Grenzschließung der DDR am 13. August 1961 trennt die beiden, Emil bleibt hinter der Mauer gefangen. Ein Wiedersehen scheint unter den politischen Umständen unmöglich. Das ist der Hintergrund, vor dem Regisseur Martin Schreier eine so witzige wie irrwitzige Tragikomödie entwickelt, in der die DDR ausnahmsweise mal nicht nur als Hort der Tristesse, sondern vor allem von Poesie und Kreativität gezeigt wird. Dabei ist "Traumfabrik", kaum originell, die alte Geschichte zweier Liebender, die zueinander nicht können, es aber trotzdem schaffen, allen Grenzen und Widerständen zum Trotz. Ein märchenhafter Heimatfilm, der seltsamerweise gerade deshalb überzeugt, weil er so realitätsfern bleibt. Michael Gwisdek, seit den 60er Jahren DEFA-Schauspieler und hier als alter Emil in einer Nebenrolle auf seine Abenteuer vor 50 Jahren zurückblickend, weinte, als er den Film im Kino sah. Vor Glück.

* Fotos aus Italien im Museum der Italiener
Im Lindenau-Museum Altenburg hat eine Ausstellung des Fotografen Matthias Schaller begonnen. Gezeigt werden vier Serien, die sich auf die einmalige Altenburger Spezialsammlung an frühitalienischer Malerei beziehen. Der Fotograf machte zum Beispiel 150 Bilder von Opernhäusern von Sizilien bis nach Verona und veränderte sie leicht. Die Serie spielt darauf an, dass die Herstellung der Einheit Italiens im 19. Jahrhundert maßgeblich von der Musik mitgetragen wurde. Die Fotografie kommentiert die Entstehung dieses "Italienischen" in der Zeit, in der auch die als vorbildlich für die Kunst angesehene Frühitaliener-Sammlung nach Altenburg kam: Eine produktive Begegnung von alter und neuer Kunst.

* Das NASA-Archiv: 60 Jahre im All
Als die NASA, die National Aeronautics and Space Administration, 1958 ihren Betrieb aufnahm, war das auch ein Akt der Psychohygiene für eine geschockte und hysterisierte amerikanische Nation, über die seit einem Jahr russische Sputniks hinwegzogen. Wenige Jahre später hatte sich das Häufchen von Rocketmen, Technikern und Testpiloten, die schon früh von PR-Profis Unterstützung erhielten, zu einem führenden Technologieunternehmen und einer Mythenfabrik gemausert. Astronauten wurden zu neuen Nationalhelden, und Programme wie Mercury, Gemini und schließlich Apollo fesselten Millionen und machten Cape Canaveral zu einer nationalen Pilgerstätte. Der Wissenschaftsjournalist und Weltraumhistoriker Piers Bizony zeichnet nun in einem Prachtband diese Geschichte nach, die in Zusammenarbeit mit der NASA entstand und ein Dokument ist für Fortschrittsglauben, Pioniergeist und ein wenig - Größenwahn.

* Kulturkalender
- Theater Altenburg vor der Sanierung - letzte Premiere Musiktheater "Untergang der Titanic" am 28.6. und Folgetermine, im September in Gera
- Vorstellung der Werkdatenbank sächsischer Bildender Künstler in Dresden