So 21.07. 2019 23:00Uhr 94:47 min

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Isabel, einst Grufti, ist heute Insolvenzverwalterin. Bildrechte: MDR/Andreas Voigt
MDR FERNSEHEN So, 21.07.2019 23:00 00:35

MDR DOK Alles andere zeigt die Zeit

Alles andere zeigt die Zeit

Leipzig und anderswo 1989 - 2015

Film von Andreas Voigt

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Etliche Filme hat der bei der DEFA ausgebildete Dokumentarfilmer Andreas Voigt vor und nach der Wende in Leipzig gedreht und so die Veränderungen der Stadt und ihrer sozialen Milieus dokumentiert. Einige seiner Protagonisten hat er dabei über 25 Jahre hinweg auf ihren Lebenswegen begleitet.

Bilder zum Film

Bilder zum Film

Der Regisseur Andreas Voigt erhält am 20.01.2017 in München bei der Verleihung des Bayerischen Filmpreises im Prinzregententheater seine Auszeichnung.
Über 25 Jahre hinweg hat Regisseuer Andreas Voigt Menschen aus der DDR seit der Wende begleitet. Sein Film "Alles andere zeigt die Zeit" folgt drei von ihnen und zeigt, welche unterschiedlichen Auswirkungen der gesellschaftliche Umbruch in Ostdeutschland hatte. Bildrechte: dpa
Jenny mit ihrem Bruder und ihrer Mutter
Jenny (l.) - die Tochter der einstigen LVZ-Redakteurin Renate Florstedt (M.) - geht der Lebensgeschichte ihrer Mutter nach, die sich 2001 das Leben nahm. Bildrechte: DOK Leipzig 2015
Der Regisseur Andreas Voigt erhält am 20.01.2017 in München bei der Verleihung des Bayerischen Filmpreises im Prinzregententheater seine Auszeichnung.
Über 25 Jahre hinweg hat Regisseuer Andreas Voigt Menschen aus der DDR seit der Wende begleitet. Sein Film "Alles andere zeigt die Zeit" folgt drei von ihnen und zeigt, welche unterschiedlichen Auswirkungen der gesellschaftliche Umbruch in Ostdeutschland hatte. Bildrechte: dpa
Isabell als Grufti
Isabell erlebt die Wende als 14-Jährige. Sie ist Schülerin und "Grufti", später Punk. Am Tag des neuen Geldes kommen ihr die Tränen. Sie weiß nicht, was werden soll. Außer, dass sie das Leben irgendwie schaffen will. Ein Jahr nach der Währungsunion bewaffnet sie sich, weil sie glaubt, sich nur so gegen zunehmende Angriffe wegen ihres Äußeren wehren zu können. Bildrechte: MDR/Andreas Voigt
Isabell heute
Isabell heute. Sie hat ihr Leben geschafft: Nach der Wende wird sie Rechtsanwahltsgehilfin in Stuttgart. Ihre Mutter hat sie dorthin gebracht. Isabell lernt schnell, vor allem, dass es im Westen nichts gibt ohne Gegenleistung. Sie studiert Jura und macht eine Insolvenzverwalterfirma auf. Sie liebt Autos - und Spinnen, denn die "babbeln" nicht so viel. Bildrechte: MDR/Andreas Voigt
Sven vorm Spiegel
Die Wende beendet Svens berufliche Laufbahn, ehe sie begonnen hat. Seine Lehre als Werkzeugmachter und Maurer kann er nicht beenden, weil die Firmen schließen. Er lebt als Red Skin und Hausbesetzer in Connewitz. Erst ist er links, dann rechts, dann wieder links. Er heuert bei einer Sicherheitsfirma an, bewacht das Werk II, inzwischen ein linkes Kulturzentrum im Süden der Stadt. Eigentlich träumt er von einem geordneten Leben und einer Zeit, in der es wieder mehr Solidarität unter den Menschen gibt. Bildrechte: MDR/Andreas Voigt
Jenny
Regisseur Andreas Voigt begleitet Jenny bei ihren Nachforschungen in den Stasi-Akten, die ein neues Licht auf das Leben ihrer Eltern werfen. Bildrechte: MDR/Andreas Voigt
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Isabel, einst Punkmädchen in Leipzig und heute Insolvenzverwalterin in Schwaben, Sven, der sich meist arbeitslos durchs Leben schlägt, und Jenny, die sich noch immer mit der Tätigkeit ihrer Mutter bei der Stasi beschäftigt.

Alle drei sind heute um die 40 und ihre Lebenszeit in der Bundesrepublik ist inzwischen länger als die, die sie in der DDR verbracht haben.

Drei individuelle Lebenswege, die zeigen, welche unterschiedlichen Auswirkungen der gesellschaftliche Umbruch in Ostdeutschland hatte: Strukturwandel und Arbeitslosigkeit, Abwanderung und sozialer Aufstieg im Westen, die Schatten der Diktatur auf die Bundesrepublik nach der Einheit.

Die detaillierte Langzeitbeobachtung verschiedener Lebensentwürfe und Schicksalsschläge macht den politischen und sozioökonomischen Wandel nach der Einheit auf anschauliche Art sichtbar.

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