Di 23.07. 2019 21:00Uhr 44:30 min

Der Osten - Entdecke wo du lebst Kohle, Kumpel, Kapitäne - Das Geiseltal im Wandel

Komplette Sendung

Tagebau und Industrie bestimmten jahrzehntelang die Landschaft im Geiseltal. 45 min
Bildrechte: TV Omega
MDR FERNSEHEN Di, 23.07.2019 21:00 21:45

Bilder zur Sendung

Bilder zur Sendung

Sendungsbild
Edelgard Schmidt, Annemarie König und Ingrid Funka (v.l.) haben alle im Braunkohlenkombinat Geiseltal gearbeitet. Bildrechte: MDR/Angela Thieme
Sendungsbild
Edelgard Schmidt, Annemarie König und Ingrid Funka (v.l.) haben alle im Braunkohlenkombinat Geiseltal gearbeitet. Bildrechte: MDR/Angela Thieme
Sendungsbild
Thomas Tribulowski war einst Hydrologe im Tagebau Geiseltal – und war beteiligt an den Vorbereitungen zur Umwandlung von der Kohlegrube in einen See. Heute schippert er mit seinem Fahrgastschiff "Felix" Besucher über den Geiseltalsee. Bildrechte: MDR/Angela Thieme
Sendungsbild
Die Geiseltaler Musikanten in Bergmanns-Uniform. Orchester und Chöre halten bis heute im Geiseltal die Bergbau-Tradition aufrecht. Bildrechte: MDR/Angela Thieme
Sendungsbild
Interview mit Axel Himmel an der ehemaligen Zentralwerkstatt Pfännerhall. Er war Hauptingenieur im Braunkohlenkombinat Geiseltal und setzte die Bergbautradition seiner Familie fort. Bildrechte: MDR/Angela Thieme
Sendungsbild
Die Winzer Lars (l.) und Rolf Reifert begannen im Jahr 2000 mit dem Anbau von Wein auf einer ehemaligen Kohlehalde am heutigen Geiseltalsee. Bildrechte: MDR/Angela Thieme
Sendungsbild
Der Hafen in Braunsbedra. Er ist nach der Marina Mücheln der zweite Hafen, der am Geiseltalsee entstanden ist. Der ehemalige Tagebau ist heute ein attraktives Erholungsgebiet. Bildrechte: MDR/Angela Thieme
Alle (6) Bilder anzeigen
Der Bergbau prägte die Landschaft und das Leben der Menschen im Geiseltal - 295 Jahre lang. Sie waren stolz darauf, Bergleute zu sein. Sie schätzten Kollegialität und Zusammenhalt. Dafür nahmen sie Lärm und Schmutz in Kauf, die der Bergbau mit sich brachte. Dafür nahmen sie in Kauf, dass 16 Dörfer der Kohle weichen mussten, dass der Bergbau das Gesicht des Geiseltales für immer veränderte. "Wir haben damit gelebt - und sind gern auf Arbeit gegangen", erinnert sich Ingrid Funka. Sie bediente einst einen der riesigen Kohlebagger im Tagebau und war, mit 19 Jahren, die jüngste Baggerführerin der DDR.

Ein Viertel der 8.000 Beschäftigten im Braunkohlenkombinat Geiseltal waren Frauen. Sie fuhren die Loks der Kohlezüge, arbeiteten als Schlosserinnen auf gigantischen Baggern, bedienten schwere Maschinen. Selbst die Leitung des Kombinats lag in den Händen einer Frau. "Die Frauen haben im wahrsten Sinne des Wortes 'ihren Mann''gestanden. Davor kann man nur den Hut ziehen", erzählt Axel Himmel. Er war Ingenieur im Braunkohlenkombinat Geiseltal und setzte die Bergbautradition seiner Familie fort.

Zu Beginn der 90er-Jahre änderte sich die Situation dramatisch: Das mit 100 Metern einst mächtigste Braunkohleflöz der Welt war "ausgekohlt". Am 30.Juni 1993 verlässt der letzte Zug mit Braunkohle den Tagebau Mücheln. Zurück bleibt eine Mondlandschaft. 48 Quadratkilometer voll Brachen und zum Teil gefährlicher Altlasten. Zurück bleiben auch tausende Menschen, die plötzlich keine Arbeit mehr haben und vor einer ungewissen Zukunft stehen. "Es war traurig, eine harte Zeit", sagt Ingrid Funka heute.

Die Menschen im Geiseltal aber gaben nicht auf, sondern nahmen ihre Geschicke in die Hand. Mit vielen Visionen und mit noch mehr Mühe und Arbeit begannen sie, ein kleines Paradies zu schaffen, das sich heute - 25 Jahre später - an den Ufern des größten künstlichen Sees Deutschlands erstreckt. Nach Jahren der Flutung füllt nämlich inzwischen der Geiseltalsee, den Tagebau - und verwandelt die einst in der Landschaft klaffende Wunde in die denkbar schönste Narbe.

Heute trifft man dort einen Hydrologen aus dem Tagebau, der die Entstehung des Sees vorbereitete und jetzt als Kapitän Passagiere über den See schippert. Oder die Winzerfamilie Reifert, die vor fast 20 Jahren den Mut hatte, auf einer früheren Abraumhalde einen Weinberg anzulegen. Und selbst an die verschwundenen Dörfer des Geiseltales wird heute auf ganz besondere Weise erinnert …

Von Menschen, ihrer Heimat und ihren Geschichten, von Kohle, Kumpeln und Kapitänen erzählt dieser Film von Sven Stephan und Holger Schmidt.

Politische und gesellschaftliche Dokus und Reportagen

Sendungsbild + Video
Parlament Bildrechte: MDR/WTS MixedMedia
MDR FERNSEHEN So, 25.08.2019 22:20 23:05

MDR Wissen Mehr Bürger an die Macht?

Mehr Bürger an die Macht?

Wie sich Demokratie verändern muss

  • Stereo
  • Audiodeskription
  • 16:9 Format
  • HD-Qualität
  • Untertitel
  • VideoOnDemand
Sendungsbild
Jan Albrecht. Bildrechte: MDR/SWR/Indi Film
MDR FERNSEHEN So, 25.08.2019 23:05 00:35
  • Stereo
  • 16:9 Format
  • HD-Qualität
  • Untertitel
  • VideoOnDemand
Protagonist Wolfgang Pickert (Jahrgang 1930) als Pimpf.
Protagonist Wolfgang Pickert (Jahrgang 1930) als Pimpf. Bildrechte: MDR/LE Vision
MDR FERNSEHEN Di, 27.08.2019 22:05 22:48

Kriegskinder

Kriegskinder

Vater muss jetzt an die Front

Film von Martin Hübner

Folge 1

  • Stereo
  • 16:9 Format
  • VideoOnDemand
Aus einer Demonstration werden Böller und Flaschen geworfen, davor Polizei
Bildrechte: xcitePRESS
MDR FERNSEHEN Mi, 28.08.2019 20:45 21:15

Exakt - Die Story Chemnitz - Ein Jahr danach

Chemnitz - Ein Jahr danach

Wir sind nicht eins

Film von Marcel Siepmann

  • Stereo
  • 16:9 Format
  • HD-Qualität
  • Untertitel
  • VideoOnDemand
Echt - Logo
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
MDR FERNSEHEN Mi, 28.08.2019 21:15 21:45

Echt

Echt

Die Giftgasfabrik von Halle – Tickt die Zeitbombe?

  • Stereo
  • 16:9 Format
  • HD-Qualität
  • Untertitel
  • VideoOnDemand
Echt - Logo
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
MDR FERNSEHEN Do, 29.08.2019 02:35 03:05

Echt

Echt

Die Giftgasfabrik von Halle – Tickt die Zeitbombe?

  • Stereo
  • 16:9 Format
  • HD-Qualität
  • Untertitel
  • VideoOnDemand
Sendungsbild
St. Petersburg Bildrechte: MDR/phoenix/ZDF/arte
MDR FERNSEHEN Fr, 30.08.2019 00:55 01:40

Kulturbrücke Sankt Petersburg Metropolen von unten

Metropolen von unten

Sankt Petersburg

  • Stereo
  • 16:9 Format
  • HD-Qualität
  • VideoOnDemand