Di 27.08. 2019 22:05Uhr 42:37 min

Protagonist Wolfgang Pickert (Jahrgang 1930) als Pimpf.
Protagonist Wolfgang Pickert (Jahrgang 1930) als Pimpf. Bildrechte: MDR/LE Vision
MDR FERNSEHEN Di, 27.08.2019 22:05 22:48

Kriegskinder

Kriegskinder

Vater muss jetzt an die Front

Film von Martin Hübner

Folge 1

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Bilder zur Sendung

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Ein kleiner Junge sitzt an einer Schulbank.
Als am 1. September 1939 der Zweite Weltkrieg ausbricht, bedeutet das für Millionen von Kindern den Anfang vom Ende ihrer Kindheit. Der Krieg ist fortan allgegenwärtig - auch und zunächst vor allem in der Schule. Bildrechte: MDR/LE Vision/Tom Schulze
Ein kleiner Junge sitzt an einer Schulbank.
Als am 1. September 1939 der Zweite Weltkrieg ausbricht, bedeutet das für Millionen von Kindern den Anfang vom Ende ihrer Kindheit. Der Krieg ist fortan allgegenwärtig - auch und zunächst vor allem in der Schule. Bildrechte: MDR/LE Vision/Tom Schulze
Ein kleines Mädchen sitzt in der Schule
Die ARD-Dokumentation "Kriegskinder" zeigt die Sicht der Kinder von damals auf das politische Geschehen. Dabei stehen nicht nur Kinder aus Deutschland im Mittelpunkt, sondern aus einer ganzen Reihe an europäischen Ländern. Bildrechte: -
Ein dreckiges und zersaustes Kind schaut in die Kamera.
Früher oder später zeigt sich der Krieg auch immer mehr im realen Leben vieler. Ist es zunächst in Deutschland noch ein großes Abenteuer, wandelt sich das im Laufe der Jahre. In den Ländern, die von Deutschland überfallen werden, zeigt der Krieg dagegen von Beginn an seine erbarmungslose Seite.... Bildrechte: -
Ein Mädchen zieht einen Handwagen mit einem kleinen Kind darin und Gepäck durch eine Winterlandschaft.
In Polen werden die Kinder seit dem deutschen Überfall mit Hunger, Flucht, Verschleppung und Tod konfrontiert Bildrechte: -
Eine Mädchen zieht einen Handwagen mit einem kleinen Kind und Gepäck durch eine Winterlandschaft
Oftmals werden die Kinder in dieser grausamen Zeit auch von ihren Eltern getrennt und müssen sich monatelang allein durchschlagen. Bildrechte: -
Sendungsbild
Tamara Gratschewa erlebt den Krieg in der Sowjetunion. Die damals erst Zwölfjährige wird in Leningrad zur Bergung von Leichen eingesetzt. Bildrechte: MDR/LE Vision
Protagonist Jan Karpinski heute.
Ebenfalls zwölf Jahre alt ist Jan Karpinski, als das Unheil über ihn hereinbricht. Ohne Vater oder Mutter landet der Junge im Ghetto von Krakau. Mit ihm sind in dem Konzentrationslager 15.000 Menschen eingepfercht. Bildrechte: MDR/LE Vision
Protagonist Wolfgang Pickert mit Eltern.
In Deutschland sind viele Kinder und Jugendliche wie Wolfgang Pickert (rechts) vom Krieg geradezu elektrisiert. Dank der emsigen Propagandamaschinerie kennt seine Begeisterung kaum Grenzen: "Lass den Krieg so lange dauern, dass ich auch noch Soldat werden kann!" Bildrechte: MDR/LE Vision
Ein kleines Kind sitzt in einer Ziegenkutsche.
Die realen Seiten lernt Pickert für eine lange Zeit nicht kennen und erlebt eine sorglose Kindheit. Bildrechte: ARD/MDR
Eine Familie posiert vor einem Weihnachtsbaum für ein Gruppenfoto.
Weihnachten ist für viele Kinder in Deutschland ein Fest des Überflusses. Möglich machen dies auch die Plünderungen im Rest Europas. Bildrechte: ARD/MDR
Ein Junge mit zwei Mädchen.
In der ARD-Produktion kommen auch "prominente" Kriegskinder wie hier Dieter Hallervorden (mit seinen Schwestern) zu Wort. Bildrechte: MDR/HA Kommunikation
Ein älterer Mann sitzt mit zwei Kindern auf einer Holzbank.
Der Komiker und Schauspieler erlebte seine Kriegskindheit in Dessau und Quedlinburg. Bildrechte: © MDR/LE VISION
Sendungsbild
Ein weiterer prominenter Zeitzeuge ist Joachim Fuchsberger. Wie viele aus der Zeit schildert er die "Normalität" seiner Jugend. Bildrechte: MDR/LE VISION - honorarfrei - Verwendung gemäß der AGB im engen inhaltlichen, redaktionellen Zusammenhang mit genannter MDR-Sendung bei Nennung
Eine Familie sitzt an einem weihnachtlich geschmückten Tisch.
Wie Hallervorden erlebt Fuchsberger seine Jugend wohlbehütet. Im Rheinland nimmt er Teil an Zeltlagern, die er damals als romantisch empfindet. Bildrechte: MDR/LE VISION - honorarfrei - Verwendung gemäß der AGB im engen inhaltlichen, redaktionellen Zusammenhang mit genannter MDR-Sendung bei Nennung
Ein Schuljunge sitzt vor einem Schreibheft.
Doch mit der unbeschwerten Zeit am Lagerfeuer und mit albernen Liedern ist es auch für ihn am 1. September 1939 vorbei. Der im Jahr 1927 geborene Schauspieler kommt zunächst zum Reichsarbeitsdienst und schließlich zu den Fallschirmjägern der Wehrmacht. Bildrechte: MDR/LE VISION - honorarfrei - Verwendung gemäß der AGB im engen inhaltlichen, redaktionellen Zusammenhang mit genannter MDR-Sendung bei Nennung
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Die Dokumentation "Kriegskinder" geht dem Schicksal einer ganzen Generation auf den Grund, die bislang kaum über ihre Erlebnisse gesprochen hat. Im Mittelpunkt der Filme stehen ausschließlich die Kriegskinder selbst, also jene, die aus eigenem Erleben darüber erzählen können, was mit und in ihnen geschah. Keine Draufsicht, sondern Innensicht, keine Analyse, sondern Erleben, keine Häppchen-Zitate, sondern Zuhören.

Erzählerisch und optisch wird diese "Geschichte von unten" unterstützt durch die Verwendung von Familienfotos der Zeitzeugen sowie unverbrauchten Bildern aus privaten Archiven, durch Kinderzeichnungen aus der frühen Kriegszeit und Tagebuchauszüge der Volkssturmjugend, und durch verhalten eingesetzte, aufwendig gedrehte kindliche Stimmungs­bilder.

Ganz bewusst beschränkt sich die Reihe nicht ausschließlich auf das Schicksal der 15 Millionen deutschen Kinder, sondern geht auch den Geschichten der Jüngsten in den überfallenden und besetzten Ländern nach, insbesondere denen in Polen, Frankreich, England und in der Sowjetunion. Der internationale Blickwinkel ist neu und öffnet das Erzählspektrum und den Ereignishorizont auf diese ganze - europäische - Generation.

Für die Kinder in Deutschland ist der Krieg zu Anfang ein Abenteuer. Vom Einmarsch in Polen erfahren sie im heimischen Wohnzimmer aus dem Volksempfänger. "Wir waren die Guten und haben doch nur zurück geschossen, so hat Hitler das gesagt, und so haben wir es auch geglaubt", berichtet Wolfgang Pickert (Jahrgang 1930). In der Schule ist von Siegen und Heldentaten der Soldaten zu hören. Auf der Landkarte markieren die kleinen Fähnchen ein immer größer werdendes Deutschland. Nur die Großeltern und Eltern sind, zur Überraschung der kleinen Pimpfe, manchmal weit weniger begeistert. Besonders dann, wenn der Einberufungsbefehl für den Vater ankommt. "Meine Mutter saß in der Küche und weinte verzweifelt", erinnert sich Karlheinz Radatz (Jahrgang 1933), "und ich hab immer ihr Knie gestreichelt und gar nicht verstanden, warum sie so traurig ist."

In Großbritannien erfahren gleich zu Beginn hunderttausende Kinder, was es bedeutet, in Kellern zu hocken und wehrlos den Bomben ausgeliefert zu sein. Die erste groß angelegte Evakuierung der gefährdeten Kinder aus den südenglischen Industriemetropolen in sichere ländliche Regionen beginnt schon im Herbst 1939 - und damit eine Trennung von den Eltern auf unbestimmte Zeit.

Für die Kinder in Polen und in Frankreich ist der Krieg von Anfang an verbunden mit Terror, Gewalt und Tod. Jan Kapinski, damals zwölf Jahre alt, wird von seinen Eltern getrennt und landet mutterseelenallein im Ghetto von Krakau. Stephanie Santamaria aus dem französischen Abbevillle verliert bei einem Bombenangriff ihre Mutter und ihren linken Arm.

Die Kinder in Stuttgart und Leipzig aber fiebern nach wie vor jeden Sonntag mit der Wochenschau im Kino mit, plappern von "Lebensraum" und "Untermenschen", singen "Bomben auf Engeland".

Folge 2

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Die Protagonistin Tamara Gratschewa. Die damals erst zwölfjährige Tamara Gratschewa wurde in Leningrad zur Bergung von Leichen eingesetzt. Bildrechte: MDR/LE Vision
MDR FERNSEHEN Di, 03.09.2019 22:05 22:48

Kriegskinder

Kriegskinder

Mit den Bomben kam die Angst

Folge 2 von 2

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Politische und gesellschaftliche Dokus und Reportagen

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