Mi 28.08. 2019 02:55Uhr 44:30 min

Willmar Ott. Der Sohn des Schanzenbauers Peter Ott war selbst einst erfolgreicher Springer sowie auch Trainer von Andreas Wank, dem späteren Olympiasiegers im Mannschaftsspringen, der in Rothenburg seinen ersten Sprung gewagt hat.
Willmar Ott. Der Sohn des Schanzenbauers Peter Ott war selbst einst erfolgreicher Springer sowie auch Trainer von Andreas Wank, dem späteren Olympiasiegers im Mannschaftsspringen, der in Rothenburg seinen ersten Sprung gewagt hat. Bildrechte: MDR/Karin Roxer
MDR FERNSEHEN Mi, 28.08.2019 02:55 03:38

Der Osten - Entdecke wo du lebst Große Sprünge im Saaletal - Die Schanze von Rothenburg

Große Sprünge im Saaletal - Die Schanze von Rothenburg

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Die Schanze in Rothenburg: Im Jahr 1975 wurde zuerst die Schanzenbaude errichtet und bis 1977 die Jugendschanze fertig gestellt.
Die Schanze in Rothenburg: Im Jahr 1975 wurde zuerst die Schanzenbaude errichtet und bis 1977 die Jugendschanze fertig gestellt. Bildrechte: MDR/Willmar Ott
Die Schanze in Rothenburg: Im Jahr 1975 wurde zuerst die Schanzenbaude errichtet und bis 1977 die Jugendschanze fertig gestellt.
Die Schanze in Rothenburg: Im Jahr 1975 wurde zuerst die Schanzenbaude errichtet und bis 1977 die Jugendschanze fertig gestellt. Bildrechte: MDR/Willmar Ott
1977 konnte die Mattenschanze im Nußgrund in Betrieb genommen werden. 8.500 Stunden hatten die Sportler der BSG Motor Rothenburg daran mitgebaut - unentgeltlich.
1977 konnte die Mattenschanze im Nußgrund in Betrieb genommen werden. 8.500 Stunden hatten die Sportler der BSG Motor Rothenburg daran mitgebaut - unentgeltlich. Bildrechte: MDR/Willmar Ott
Die Rothenburger Schanze mit Matten auszustatten, war zu DDR-Zeiten nicht ganz unkompliziert: Zuerst kamen gebrauchte Matten von den Anlagen in Oberhof und Lauscha zum Einsatz.
Die Rothenburger Schanze mit Matten auszustatten, war zu DDR-Zeiten nicht ganz unkompliziert: Zuerst kamen gebrauchte Matten von den Anlagen in Oberhof und Lauscha zum Einsatz. Bildrechte: MDR/Willmar Ott
Skispringen - und das (fast) an der Saale: Der Nußgrund in Rothenburg bot für die skibegeisterten Sportler ideale Bedingungen.
Skispringen - und das (fast) an der Saale: Der Nußgrund in Rothenburg bot für die skibegeisterten Sportler ideale Bedingungen. Bildrechte: MDR/Willmar Ott
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Während rund um Rothenburg Menschen an einem warmen Sommertag Eis essen und unter der Hitze stöhnen, gehen die Rothenburger im Saaletal einem Wintersport nach.

Ein paar Meter über dem Saaletal im kleinen Ort Rothenburg machen sich regelmäßig ab April Skispringer zum Training fertig. Hier beginnt die Saison im Frühjahr - und endet ungewöhnlicher Weise vor dem Winter, wenn der erste Schnee fällt. Denn die Rothenburger Anlage ist mit Kunstmatten ausgelegt. Die elfjährige Emily Teubner zieht sich auch bei über 30 Grad noch den Sprunganzug hoch und nimmt ihren Helm. Ihre Skier muss sie nicht tragen - das macht gern ihr Vater. Auch Andreas ist Skispringer und schleppt öfter zwei Paar Skier die Stufen zur 35 Meter hohen Schanze hinauf.

Beide gehören zum Rothenburger Skiverein. Emily springt - wie ihr Vater - ganz locker ins Tal. Nur noch nicht ganz so weit. "Irgendwann holt sie mich ein", sagt Andreas. Er hat nach etwa 20 Jahren Pause wieder mit dem Skispringen angefangen. Seit einigen Monaten ist er auch der stellvertretende Vereinsvorsitzende in Rothenburg. Und verbringt wie so viele Vereinsmitglieder fast jede freie Minute an der Schanze.

Eigentlich sind es ja drei Sprungschanzen in Rothenburg: Die Peter-Ott-Schanze, die Andreas-Wank-Schanze und die Zwergenschanze, von der sich schon vierjährige Mädchen und Jungen wagen. Klein angefangen haben alle mal. Auch Andreas Wank, Olympiasieger 2014 in Sotschi im Mannschaftsspringen, hat in Rothenburg seinen ersten Sprung gewagt. Das "Fliegen" kam erst viel später. "Das genießt Du nur noch, willst alles aufnehmen, den Wind spüren, die Geschwindigkeit …", beschreibt er das Gefühl beim Springen. Noch heute ist Andreas Wank dem Verein und seiner Heimat eng verbunden. Zum Baumblüten-Wettbewerb ist er fast immer wieder in Rothenburg und trifft neben alten Freunden auch seinen früheren Trainer Wilmar Ott.

Der hat den Bau der Schanzen im Nussgrund hautnah miterlebt, denn sein Vater hatte die fixe Idee und die nötige Hartnäckigkeit, eine Sprungschanze an die Saale zu bringen. Möglich war das nur mit Hilfe des damaligen Drahtseilwerkes. Dort hat Peter Ott, der Schanzenbauer, gearbeitet und viel Unterstützung bekommen. Überhaupt sind die Rothenburger immer dabei, wenn es um vollen Einsatz geht: "Ohne die Eltern der jungen Springer, ohne die vielen Freiwilligen läuft hier gar nichts."

Heute trägt die größte der drei Schanzen im Tannengrund den Namen Peter Ott. Sohn Wilmar, selbst einst erfolgreicher Springer und Trainer, ist stolz auf das, was sein Vater in Rothenburg erreicht hat. "Ein Traum ist in Erfüllung gegangen."

Der Film "Große Sprünge im Saaletal - Die Schanze von Rothenburg" von Karin Roxer und Heiko Kunzmann begleitet die leidenschaftlichen Rothenburger bei ihren großen Sprüngen im Saaletal.

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