Do 05.09. 2019 20:15Uhr 44:30 min

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MDR FERNSEHEN Do, 05.09.2019 20:15 21:00

Lebensretter

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Mit Sven Voss

  • Stereo
  • 16:9 Format
  • HD-Qualität
  • Untertitel
  • VideoOnDemand

Der lange Arm der Stasi

Am 14.08.1962, fast genau ein Jahr nach dem Mauerbau, kommt es zu einer folgenreichen Konfrontation an der innerdeutschen Grenze bei Wiesenfeld im südlichen Teil der DDR, der wahrscheinlich am stärksten geschützten Stelle der Grenzanlagen.

Bewacht wird dieser Abschnitt von der 14. Kompanie der ostdeutschen Grenzer, die in Wiesenfeld stationiert ist. Chef der Kompanie ist der 36-jährige Hauptmann Rudi Arnstadt. Der lässt sich am 14.08.1962 vom Obergefreiten Jürgen Riedel direkt zur Grenze fahren, wo es zum Streit um einen eventuellen Grenzübertritt des Bundesgrenzschutzes der Bundesrepublik kommt. Arnstadt zieht seine Waffe und wird daraufhin von der Kugel eines Bundesgrenzschützers tödlich getroffen.

Die Propagandamaschine der DDR läuft nach Arnstadts Tod an. Es ist von "feigem Mord" die Rede. Karl-Eduard von Schnitzler und Horst Sindermann reden sich in Rage. Das Begräbnis Rudi Arnstadts wird im TV übertragen. Die Bundesrepublik legt schnell den Mantel des Schweigens über die Geschichte. Der Name des Todesschützen wird nicht genannt und der Fall zu den Akten gelegt.

1997 gibt sich der ehemalige Bundesgrenzschützer Hans Plüschke in der "Hessenschau" als Schütze zu erkennen. Er arbeitet inzwischen als Taxifahrer und wird sieben Monate nach der Ausstrahlung der "Hessenschau" erschossen auf der Landstraße aufgefunden. Ein Raubmord-Motiv ist nicht erkennbar und schon tauchen erste Vermutungen auf. War es ein Rache-Mord der Staatssicherheit?

Der ehemalige Bundesgrenzschützer Helmut Böckel hat sich intensiv mit dem Fall Arnstadt/Plüschke beschäftigt und der Historiker Helmut Müller-Enbergs erklärt die Zusammenhänge und ordnet die Geschehnisse ein.