Di 03.09. 2019 21:00Uhr 44:30 min

100 Jahre Bauhaus Das Traumschiff der Oberlausitz – Haus Schminke in Löbau

Komplette Sendung

Haus Schminke im Grünen. 44 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
MDR FERNSEHEN Di, 03.09.2019 21:00 21:45

Zeugnis der Moderne: Haus Schminke in Löbau

Bildergalerie Zeugnis der Moderne: Haus Schminke in Löbau

Das Haus Schminke in Löbau gilt als Leitbau der Moderne. Werfen Sie einen Blick in das 1933 fertiggestellte Haus des Architekten Hans Scharoun.

Haus Schminke Löbau
Das Haus Schminke von Hans Scharoun zählt zu den weltweit vier herausragenden Beispielen der Stilrichtungen "Neues Bauen" und "International Style". Neben dem Löbauer Haus Schminke gelten das Haus Tugenhat von Mies van der Rohe in Brünn, die Villa Savoye von Le Corbusier in Poissy bei Paris sowie das Haus Kaufmann "Fallingwater" in Mill Run in Pennsylvania von Frank Lloyd Wright zu den herausragenden Zeugnissen moderner Architektur. Bildrechte: Stiftung Haus Schminke/ Ralf Ganter
Haus Schminke Löbau
Das Haus Schminke von Hans Scharoun zählt zu den weltweit vier herausragenden Beispielen der Stilrichtungen "Neues Bauen" und "International Style". Neben dem Löbauer Haus Schminke gelten das Haus Tugenhat von Mies van der Rohe in Brünn, die Villa Savoye von Le Corbusier in Poissy bei Paris sowie das Haus Kaufmann "Fallingwater" in Mill Run in Pennsylvania von Frank Lloyd Wright zu den herausragenden Zeugnissen moderner Architektur. Bildrechte: Stiftung Haus Schminke/ Ralf Ganter
Haus Schminke Löbau
Alle vier Häuser wurden exakt auf die Bedürfnisse ihrer Bauherren zugeschnitten und beziehen die umgebende Natur ein. 26 Jahre nach seiner Fertigstellung wurde das Haus Schminke als revolutionär geltendes Architekturwerk der Moderne denkmalrechtlich erfasst und 1978 schließlich unter Denkmalschutz gestellt. Bildrechte: Stiftung Haus Schminke/ Ralf Ganter
Haus Schminke Löbau
Hans Scharoun entwarf das Haus 1930 für den Löbauer Nudelfabrikanten Fritz Schminke, der sich "ein modernes Haus für zwei Eltern, vier Kinder und gelegentlich ein bis zwei Gäste" wünschte. Die Umsetzung ist extravagant und funktionell zugleich. Bildrechte: Stiftung Haus Schminke/ Ralf Ganter
Haus Schminke Löbau
Weite und Transparenz sowie vielfältige Gestaltungselemente prägen das Raumerlebnis. Sie wurden eigens für das Haus entwickelt und setzen durch Form und Farbe besondere Akzente. Bildrechte: Stiftung Haus Schminke/ Ralf Ganter
Haus Schminke Löbau
Im Wohnbereich gehen die Räume fließend ineinander über. Großzügige Glasflächen beziehen den Garten als erweiterten Wohnraum mit ein. Bildrechte: Stiftung Haus Schminke/ Ralf Ganter
Haus Schminke Löbau
Die Gartenanlage gestaltete Herta Hammerbacher als ein dynamisches Verbindungsglied zwischen Architektur und Landschaft. Bildrechte: Stiftung Haus Schminke/ Ralf Ganter
Haus Schminke Löbau
Architekt Hans Scharoun war ein Verfechter der sogenannten Organform. Er sah darin die Möglichkeit, dass der in dem Haus lebende Mensch seine individuellen Kräfte besser entfalten kann. Bildrechte: Stiftung Haus Schminke/ Ralf Ganter
Haus Schminke Löbau
Die Wirtschaftsräume mit Frankfurter Küche und der Schlafbereich sind im Gegensatz dazu bewusst spartanisch gehalten - mit leicht zu reinigenden Oberflächen und platzsparenden Einbauschränken. Bildrechte: Stiftung Haus Schminke/ Ralf Ganter
Haus Schminke Löbau
Der gebogene Korpus mit Terrassen, Außentreppe und zahlreichen runden Bullaugenfenstern weckt die Assoziation zu einem Schiff. Bildrechte: Stiftung Haus Schminke/ Ralf Ganter
Haus Schminke Löbau
In den vergangenen Jahren hat das Haus Schminke immer mehr Besucher aus aller Welt angezogen. Nun soll es ein internationales Informationszentrum für Gebäude des "Neuen Bauens" werden. Dabei sollen international bedeutende Gebäude des "Neuen Bauens" von deutschen und tschechischen Forschungseinrichtungen gemeinsam untersucht und als touristische Bausteine grenzübergreifend vernetzt und erlebbar gemacht werden. Bildrechte: Stiftung Haus Schminke/ Ralf Ganter
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Das Haus Schminke in Löbau sieht aus wie ein voll verglaster Ozeandampfer, gestrandet in der Oberlausitz. Es ist ein Haus voller Geschichten: von Kindern, die durch Bullaugen schauen, von leidenschaftlichem Tanz und von funkenden Pionieren, von der Familie eines architekturverrückten Nudelfabrikanten und seinem genialen Baumeister – und von einem ganz großen Schlitzohr.

Warum und wie dieses moderne Haus entstanden ist, wer es gebaut hat und welche Geschichten sich hinter dieser maritimen Fassade abgespielt haben – das verrät eine neue Folge aus der Reihe "Der Osten – Entdecke wo du lebst".

Entworfen hat das lichtdurchflutete Wohnhaus der Architekt Hans Scharoun - seit den 20er-Jahren neben dem Bauhaus - einer der Vorreiter der Architektur der Moderne in Deutschland. Das "Haus Schminke" zählt zu den weltweit vier wichtigsten Wohnhäusern der klassischen Moderne.

Den ungewöhnlichen Namen verdankt das Haus dem Löbauer Nudelfabrikanten Fritz Schminke, der seit 1920 in Löbau eine Teigwarenfabrik leitete und Nudeln der Marke "Anker" verkaufte. In unmittelbarer Nachbarschaft zur Nudelfabrik ließen Fritz und Ehefrau Charlotte Schminke 1932 bis 1933 ein Wohnhaus errichten, das für vor allem für ihre vier Kinder zu einem riesigen Abenteuerspielplatz wurde. Die 88jährige Fabrikantentochter Helga Zumpfe, geborene Schminke, erinnert sich bis heute sehr gut an ihre Kindheit, an die Weite des Hauses und an die vielen Spielmöglichkeiten dort.

Als im Mai 1945 die Rote Armee Löbau besetzt, wird das Haus Schminke zum provisorischen Sitz der örtlichen Militärkommandantur. 1946 wird die Nudelfabrik enteignet. Die Schminkes gehen in den Westen und fortan dient das "Haus Schminke" als Pionierhaus.

Dort trafen sich nicht nur Kinder und Jugendliche in ihrer Freizeit, seit 1974 beherbergte das Haus Schminke außerdem den Tanz-Turnier-Club "Metropol". Das erfolgreichste Paar des Clubs, Griseldis Hantsch und Henry Genenncher, erinnert sich bis heute an ihren ungewöhnlichen Trainingsort: "Es war anders als alles, was man so kannte. (...) Hier war alles sehr futuristisch und modern."

Was kaum jemand weiß: Konrad Kujau, der 1983 mit gefälschten Hitlertagebüchern die Illustrierte "Stern" und ihren Starreporter bis auf die Knochen blamierte, hatte sein erstes abstraktes Bild im "Haus Schminke" gemalt. Der in Löbau geborene Meisterfälscher hatte einen Teil seiner Jugend hier verbracht, bevor er die DDR in Richtung Westen verließ. 1998 kehrte er noch einmal in die sächsische Oberlausitz zurück, um im Haus Schminke seine Kunstfälschungen ganz offiziell an die Käufer zu bringen.

Seit 2009 hat eine Stiftung die Trägerschaft übernommen und sorgt seitdem dafür, dass das Denkmal ein lebendiges bleibt. Ein Museum zum Anfassen. Mehr noch, wer will, darf hier sogar übernachten – hier, wo einst Charlotte und Fritz Schminke schliefen.

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