Sa 26.10. 2019 11:45Uhr 29:41 min

Graffiti ist Kunst auf Zeit auf gigantischen Wänden
Graffiti ist Kunst auf Zeit auf gigantischen Wänden Bildrechte: MDR/Katrin Hartig
MDR FERNSEHEN Sa, 26.10.2019 11:45 12:15

Der Osten - Entdecke wo du lebst Nudeln, Brot und Tauschgeschäfte

Nudeln, Brot und Tauschgeschäfte

Von der Konsummühle zur Graffiti-Arena

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Ein Film von Katrin Hartig, Claudia Berger und Uta Kroemer

Man muss sie schon suchen, Europas größte Open-Air-Graffiti-Arena - gelegen im Magdeburger Industriehafen. In Sprayer-Kreisen ist die "Aerosol-Arena" dagegen bestens bekannt. Die Künstler schwärmen von den riesigen Flächen, die sie hier ungestört von Polizei und Straßenlärm gestalten können.

Deniz ist extra aus Frankfurt am Main angereist und sagt: "Man kommt sich vor wie Alice im Wunderland. Das gibt es noch nicht einmal in New York, der Geburtsstadt des Graffiti!" Vor allem das Ambiente hat es den Sprayern aus ganz Europa angetan - riesige Backsteinbauten im Stil des Neuen Bauens ragen in den Himmel, in ihrem Schatten ehemalige Produktionshallen mit gigantisch großen Wänden.

Nur in einem zehn Etagen hohen Getreidesilo ist in der Woche noch Leben. Holger Paulmann arbeitet dort für die Öko-Korn Nord - einen Biobetrieb. Vor mehr als 40 Jahren hatte er dort seine Elektrikerlehre angefangen. Seinerzeit arbeiteten hunderte Beschäftigte in der Mühle sowie einer hochmodernen Nudelfabrik und einer Groß-Bäckerei. Vor allem die in der DDR so beliebten Makkaroni wurden in der "Konsum Mühlen- und Teigwarenfabrik" produziert. In einer anderen Halle liefen täglich Tausende Brote vom Band. Verkauft wurden Brot und Brötchen zu Preisen, die heute undenkbar wären, erinnert sich Paulmann: "Es gab 78er Brot, 96er Brot und Brötchen für 5 Pfennig."

Wie viele andere Produktionsstätten überlebte auch dieser Betrieb die Wende nicht lange. Seit Mitte der 1990er-Jahre stehen die Maschinen still, wurden ausgeschlachtet und verhökert. Dass heute dort Sprayer der Industriebrache ein buntes Gesicht verleihen, ist Jens Märker zu verdanken: "Ich hätte nicht gedacht, dass so eine verrückte Idee so gut angenommen wird, von Künstlerseite wie von Bürgerseite."

Street Art statt Brot und Nudeln - eine Entwicklung, die manchen früheren Mitarbeiter schmerzt. Silomitarbeiter Holger Paulmann, der letzte der Ehemaligen, ist dagegen froh über diese Entwicklung: "Viele Betriebe sind nur noch Ruine und jetzt sieht man eben, wie man aus Ruinen was Schönes machen kann. Graffiti, wenn's richtige Künstler sind, sieht richtig gut aus, finde ich."

Auf Entdeckungsreise in Mitteldeutschland

Grafik vom Dorf Affalter in Sachsen mit Ortseingangsschild
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Uta Bresan am Lilienstein Bildrechte: MDR/Annett Liebisc
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So schön ist die Sächsische Schweiz

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Aussicht an den Herkulessäulen in der Sächsischen Schweiz
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