Do 31.10. 2019 13:10Uhr 89:00 min

Dirk Bräuer & Thomas Haase
Dirk Bräuer & Thomas Haase Bildrechte: MDR/Dokfilm/Birte Rauschenberg
MDR FERNSEHEN Do, 31.10.2019 13:10 14:40

Freiheit '89 GrenzenLos

GrenzenLos

Wolfgang Stumph auf Spurensuche

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Bilder zur Sendung

Bilder zur Sendung

 Katrin Riemay und Wolfgang Stumph in Quedlinburg
Wolfgang Stumph geht auf Spurensuche und trifft Menschen, die vor 30 Jahren die DDR verließen. Bildrechte: MDR/Dokfilm/Thomas Koppehele
 Katrin Riemay und Wolfgang Stumph in Quedlinburg
Wolfgang Stumph geht auf Spurensuche und trifft Menschen, die vor 30 Jahren die DDR verließen. Bildrechte: MDR/Dokfilm/Thomas Koppehele
Ines Schnale aus Essen (stehende auf den Mauerresten in Glienicke) Am 10.11.1989 saß sie mit vielen Menschen auf der Berliner Mauer und freute sich über die Öffnung der deutsch-deutschen Grenzen. Nach der Öffnung strömten Millionen DDR-Bürger zu Besuchen nach West-Berlin und in die Bundesrepublik Deutschland.
Ines Schnale aus Essen (hier auf den Mauerresten in Glienicke) saß am 10.11.1989 mit vielen Menschen auf der Berliner Mauer und freute sich über die Öffnung der deutsch-deutschen Grenze. Nach der Öffnung strömten Millionen DDR-Bürger zu Besuchen nach West-Berlin und in die Bundesrepublik Deutschland. Bildrechte: MDR/Dokfilm/Birte Rauschenberg
Bianca Herrmann (aus Solingen) und Wolfgang Stumph blicken in die Kamera.
Bianca Herrmann aus Solingen kam am 5.10.1989 mit vielen DDR-Übersiedlern auf dem Bahnhof im bayerischen Hof an. Sie hatten sich teilweise wochenlang auf dem Gelände der Deutschen Botschaft in Prag aufgehalten und auf eine Einreisemöglichkeit in die Bundesrepublik Deutschland gewartet. Bildrechte: MDR/Dokfilm/Thomas Koppehele
Patrick Hanus (damaliger Polizeibeamter in Hof) und Wolfgang Stumph geben sich die Hand.
Patrick Hanus war damals Polizeibeamter in Hof, er half DDR-Übersiedlern. Bildrechte: MDR/Dokfilm/Birte Rauschenberg
Steffi Seifert und Tochter Katrin Sachsberger in einem PkW.
Steffi Seifert und Tochter Katrin Sachsberger leben heute in Ottobrunn. Am 03.09.1998 campierten Mutter und Tochter in ihrem Trabant vor der bundesdeutschen Botschaft in Budapest. Sie warten wie viele tausende andere DDR-Bürger auf eine Ausreisemöglichkeit in die Bundesrepublik Deutschland. Über 10.000 Übersiedler fuhren in den ersten 24 Stunden nach der Öffnung der ungarischen Grenze am 11.9. über die Grenze von Ungarn nach Österreich. Sie wollten Freiheit - raus aus dem DDR-Staat von Honecker. Bildrechte: MDR/Dokfilm/Thomas Koppehele
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Wolfgang Stumph geht nunmehr zum vierten Mal auf eine Spurensuche. Nach drei ganz unterschiedlichen Filmen und Spurensuchen führt seine diesmalige Suche zu Menschen, die vor 30 Jahren die DDR verließen und auf ihrem Weg in ein grenzenloses Leben fotografiert wurden. Seine Fahrt ist eine Zeitreise, ein Road-Movie mit vielen Stationen und sehr persönlichen Begegnungen in ganz Deutschland: von der Berliner Mauer bis zur innerdeutschen Grenze, von Solingen bis Hof, von Köln bis Ottobrunn. In der Dokumentation "GrenzenLos" spürt Wolfgang Stumph Menschen nach, die in ein grenzenloses Leben aufbrachen, und fragt nach, ob, wie und wo sie heute angekommen sind.

Wie hat sich ihr Leben seit damals verändert? Was bedeutete das Grenzenlose? Wurden Träume wahr oder folgte Ernüchterung? Sind die Erwartungen an ein vereintes Deutschland grenzenlos aufgegangen? Waren ihre Lebenswege glatt oder steinig?

Die Bilder aus dem bewegten Sommer und Herbst 89 sind unvergesslich. Fotos, die einen Augenblick der deutschen Geschichte festhalten und zu Dokumenten der Zeitgeschichte wurden: in Sopron und Budapest, in Prag, Hof, an der innerdeutschen Grenze oder der Mauer am Brandenburger Tor.

Einigen Menschen auf diesen Fotos wird Wolfgang Stumph auf seiner über 3.000 Kilometer weiten Reise durch Deutschland begegnen, von ihren berührenden Geschichten und Schicksalen erfahren. Seine Spurensuche machen das Unvorstellbare und die Turbulenz dieser Zeit wieder spürbar. Nichts war von Dauer, die Ereignisse überschlugen sich, das Leben war, als hätte man auf eine Schnelllauf-Taste gedrückt.

Die Begegnungen im Hier und Jetzt sind emotional, nah und authentisch: wie die Flucht einer fünfköpfigen Familie über Ungarn und der Sturz ihrer jüngsten Tochter aus dem fahrenden Zug. Ebenso das Ausharren in der Prager Botschaft und die Ankunft in Hof. Und auch die Auszahlung von Begrüßungsgeld am ersten, grenzoffenen Wochenende in einer kleinen Gemeinde und der Ansturm bei Öffnung der innerdeutschen Grenze im Niemandsland. Desgleichen die erste Begegnung eines jungen Bereitschaftspolizisten aus Nürnberg mit DDR-Flüchtlingen.

Offen und emotional die Gespräche über das neue Leben, das sich Zurechtfinden, die erste Arbeitsstelle im Westen, West-Freundschaften, das sich Durchbeißen und Nicht-unterkriegen-lassen. Jede Geschichte für sich ein Porträt mit Tiefgang, Nähe und Persönlichkeit.