So 03.11. 2019 09:00Uhr 29:30 min

Zu DDR-Zeiten war Großburschla Grenzort. Der bohrende Finger des Ostens im Fleische des Westens. Die Brücke über die Werra gilt seit 1989 als Symbol der Freiheit. Denn früher war hier die Welt zu Ende. Teilte die Brücke nicht nur zwei Länder, sondern zerriss auch viele Familien.
Zu DDR-Zeiten war Großburschla Grenzort. Der bohrende Finger des Ostens im Fleische des Westens. Die Brücke über die Werra gilt seit 1989 als Symbol der Freiheit. Denn früher war hier die Welt zu Ende. Teilte die Brücke nicht nur zwei Länder, sondern zerriss auch viele Familien. Bildrechte: MDR/Frank Stuckatz
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Unser Dorf hat Wochenende

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Großburschla

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Direkt an der Werrabrücke steht Großburschlas Dorfkirche: wuchtig, romanisch. Lange hatten Emporen und Umbauten im Inneren den Blick auf ihre Ursprünglichkeit verhindert. Deshalb wurde in den 1960ern rekonstruiert - die Emporen abgebaut und die romanischen und frühgotischen Elemente freigelegt. In der Kirche wird am 9. November das Jubiläum der Grenzöffnung mit einem Festgottesdienst gefeiert.
Bildrechte: MDR/Kathrin Welzel
Direkt an der Werrabrücke steht Großburschlas Dorfkirche: wuchtig, romanisch. Lange hatten Emporen und Umbauten im Inneren den Blick auf ihre Ursprünglichkeit verhindert. Deshalb wurde in den 1960ern rekonstruiert - die Emporen abgebaut und die romanischen und frühgotischen Elemente freigelegt. In der Kirche wird am 9. November das Jubiläum der Grenzöffnung mit einem Festgottesdienst gefeiert.
Bildrechte: MDR/Kathrin Welzel
Ein ehemaliges Geschäftshaus haben die Großburschlaner Fans des FC Bayern München zu ihrer Kultstätte umgestaltet. In Abstimmung mit dem Denkmalschutz erstrahlt das Fachwerk in neuem Glanz und in den Vereinsfarben. Wenn sie nicht im Stadion sind, schauen sie zu Hause in ihrem Bayern-Stübchen die Spiele ihrer Lieblingsmannschaft. Seit 1993 treffen sie sich in ihrer Runde.
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In der alten Bornmühle wohnt die ehemalige Müllers-Enkelin. Zusammen mit ihrem Mann Carsten hat Diana Steube das Haus nach der Wende wieder zu alter Schönheit geführt.
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Das kulturelle Erbe der Fachwerkhäuser ist auch eine Last für die kleine Gemeinde. Fördergelder für die Sanierung sind nur mit viel Mühe zu bekommen. Und alle Vorgaben des Denkmalschutzes zu erfüllen, kostet nicht nur Geld sondern verlangt viel Geduld.
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Auch am Wochenende wird am evangelischen Kindergarten gearbeitet. Denn das Gebäude, das vor 65 Jahren von den Großburschlaern gebaut wurde, muss saniert werden. Was in Eigenleistung zu stemmen ist, übernehmen Eltern und Großeltern. Gestern wurde ein Gruppenraum fertig. Die alte Steintreppe ist heute dran.
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Wie ein Finger ragt Großburschla von Thüringen aus nach Hessen. Was heute unspektakulär klingt, bedeutete zu DDR-Zeiten von Stacheldrahtzahn umgeben zu sein, vor einer geschlossenen Werrabrücke zu stehen, den Wald ums Dorf nicht zu kennen, weil das Betreten verboten war. Heute ist es ganz normal, vom Thüringer Dörfchen zu den hessischen Nachbarn zu spazieren.

Großburschla hat sich verändert. Wie lebt es sich im Dorf, das inzwischen als Ortsteil zu Treffurt gehört? Wir treffen auch am Wochenende Eltern und Großeltern, die für den evangelischen Kindergarten rackern. Denn der wird renoviert - mit viel Eigenleistung. Im Bürgersaal feiert der Posaunenchor sein 70-jähriges Jubiläum und alle Vereine helfen mit. Auch Hessen spielen inzwischen mit im Kirchenorchester von Großburschla.

Wir treffen einen begeisterten Schnitzer, einen ausgezeichneten Taubenzüchter und Fußballfans, die ein Fachwerkhaus rausputzten. Das kleine Sägewerk am Dorfrand wird heute von einer thüringisch-hessischen Familie betrieben, die dafür gemeinsam die alte Mühle restaurierte.

Auf Entdeckungsreise in Mitteldeutschland

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