Do 21.11. 2019 22:05Uhr 29:30 min

artour

Das Kulturmagazin des MDR

Komplette Sendung

Moderatorin Evelyn Fischer 30 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
MDR FERNSEHEN Do, 21.11.2019 22:05 22:35

Beiträge aus der Sendung

Museumsleiter Tobias Hollitzer 7 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Bühnenbild mit einer großen blau leuchtenden Katze. 3 min
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Die Themen:

* Eine Wiederentdeckung: Paul Dessaus Oper "Lanzelot" in Weimar
* Dokumentarfilm "Bitte nach Mitte!" über die Schauspielschule "Ernst Busch"
* Streit um die "Runde Ecke", das Leipziger Stasi Museum
* Neue Ausstellung zu 30 Jahre Mauerfall im Wendemuseum Los Angeles
* Kulturkalender

Mehr zu den Themen:

* Eine Wiederentdeckung: Paul Dessaus Oper "Lanzelot" in Weimar
Es ist ein gigantisches Werk, welches das Deutsche Nationaltheater Weimar und das Theater Erfurt am 23. November in Weimar zur Aufführung bringen. In Paul Dessaus Oper "Lanzelot" mit einem Libretto von Heiner Müller stehen 30 Solisten, 120 Choristen und ein riesiger Orchesterapparat auf der Bühne. Nach ihrer Uraufführung vor 50 Jahren wurde die Oper noch zweimal inszeniert. Nach 1972 verschwand sie in der Versenkung. Vielleicht, weil die Geschichte von dem machtgierigen, gefräßigen Drachen, der ein ganzes Land in Angst und Schrecken versetzt und das Volk einschüchtert, durchaus als Systemkritik verstanden wurde.
Das Deutsche Nationaltheater hat das Werk nun wiederentdeckt, das an Aktualität nichts verloren hat. Der Regisseur Peter Konwitschny verlegt den sagenhaften Stoff in die Gegenwart und inszeniert ihn als Parabel auf heutige Gesellschaftszustände.

* Dokumentarfilm "Bitte nach Mitte!" über die Schauspielschule "Ernst Busch"
Die älteste deutsche Schauspielschule "Ernst Busch" hat einen weltweit angesehenen Ruf. Sie brachte Stars wie Nina Hoss, Lars Eidinger, Devid Striesow und Claudia Michelsen hervor.
In ihrem Dokumentarfilm "Bitte nach Mitte - Die Schauspielschule Ernst Busch zieht um" erzählt Regisseurin Anne Osterloh von diesem einmaligen Ort der Widerspenstigen, porträtiert Lehrende und Lernende. Nachdem das alte Gebäude in Berlin-Schöneweide baufällig wurde, sollte die Schule aus vier verschiedenen Standorten Berlins in die Mitte der Stadt umziehen. Doch dann fehlte das Geld, der versprochene Neubau wurde abgesagt.
Mit dem Ruf "Bitte nach Mitte!" protestierten die Studenten und erkämpften sich einen Neubau, in den sie im letzten Jahr einziehen konnten. Auch davon erzählt dieser Film. Absolventinnen und Absolventen, heute bekannte Schauspielstars, sprechen über die Zeit ihrer Ausbildung und den Einfluss des Mythos 'Ernst Busch' auf ihre Karrieren. Der Film kommt am 21.11. ins Kino.

* Streit um die "Runde Ecke", das Leipziger Stasi Museum
Im 30. Jahr der Friedlichen Revolution gibt es Streit um das bekannte Leipziger Stasi-Museum "Runde Ecke". Mehrere Medien werfen dem Museum und seinem Leiter Tobias Hollitzer vor, sich als "Revolutionswächter" aufzuspielen und seine subjektive Sicht der Geschehnisse als alleingültige Geschichtsschreibung auszugeben. Das Museum sei völlig veraltet in seiner Darstellung der Ereignisse und museumspädagogisch überhaupt nicht auf dem Stand der Dinge. Hollitzer wehrt sich und bezeichnet die Kritik als "politische Kampagne".
"artour" interviewt Tobias Hollitzer, Leipzigs Kulturdezernentin Skadi Jennicke und die Historikerin Carola Rudnick, die ein Buch über das Museum in der "Runden Ecke" veröffentlicht hat.

* Neue Ausstellung zu 30 Jahre Mauerfall im Wendemuseum Los Angeles
Am 09.11.2019 wurde im Wendemusem in Los Angeles, der weltweit größten Sammlung von DDR-Kultur- und Alltagsgegenständen, die Ausstellung "Der Medea Aufstand" eröffnet. Eine Ausstellung über Künstlerinnen der Gegenkultur aus Ostdeutschland und Osteuropa, Frauen, die das System ins Wanken gebracht haben. Die Ausstellung soll auch ein neues Licht auf die Rolle der Frauen bei der Friedlichen Revolution werfen. Organisiert wurde sie in Zusammenarbeit mit den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, dem Goethe Institut und der Bundesregierung.
Jürgen Holstein, ein Antiquariatsbuchhändler aus Berlin-Charlottenburg, erwarb 1989 und 1990 aus Furcht, wichtige Belege zur Kunst der DDR würden aus Ignoranz zerstört, Bücher, Kataloge und Kleinschriften sowie Plakate, Unikate und Objekte der alternativen Szene. In der Sammlung finden sich zum Beispiel auch die Original-Baupläne des Palastes der Republik. Diese Materialsammlung, vermutlich die umfangreichste ihrer Art, ist nun im Getty Center in Los Angeles gelagert. Heute ist sie eine der wichtigsten Sammlungen zur Kunstgeschichte der DDR. Zahlreiche Wissenschaftler aus Deutschland und der Welt, die zum Thema DDR-Kunst forschen, nutzen sie. Ein Beitrag über das DDR-Museum in Los Angeles und die aktuelle Ausstellung zum 30. Jahrestag des Mauerfalls und über die Sammlung des Getty Centers.

* Kulturkalender
- "Klang trifft Idee", Komponisten der Musikhochschule Weimar haben Musik komponiert zu Original-Kurzfilmen von Bauhauskünstlern, 28.11. Schaubühne Lindenfels, Leipzig
- "Alice im Wunderland" - Märchenballett, Oper Halle, Premiere am 22.11., weitere Vorstellungen 24.11. & 8.12.
- Filmstart "Was gewesen wäre", Regie: Florian Koerner von Gustorf, mit Christiane Paul und Ronald Zehrfeld

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