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Das Geschäft mit unserem Geschäft

Klärschlammverbrennung im Geiseltal

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Johanna Zippel zeigt ihr Familienalbum. Schon immer lebt sie in Frankleben am Geiseltalsee. Alle Verwandten haben ihr Geld in der Kohle verdient. "Der Staub der Trockenkohle war Gift und da musste man ins Haus gehen. Aber jetzt soll hier diese Klärschlammverbrennung hin. Und da haben wir wieder Angst, dass Gestank und giftige Luft kommen", erklärt Johanna Zippel. Die alte Dame hat schon an den Ministerpräsidenten und sämtliche Verwaltungsbehörden geschrieben. Und sie ist nicht allein mit ihrem Protest gegen die geplante Klärschlammverbrennungsanlage. Nach Jahrzehnten im Dreck und Staub der Braunkohle haben die Menschen hier am Geiseltalsee eigentlich Besseres verdient.

Sven Voss trifft Doris Arndt, Chefin der Bürgerinitiative: "Wir sind eine privilegierte Region, denn wir haben hier eine Menge Arbeitsplätzte in Leuna und Schkopau. Unsere Kinder müssen ihre Heimat nicht verlassen, um Arbeit zu finden. Aber in dieser Region haben wir genug geschultert. Man sollte die Belastungen auf alle verteilen, und nicht immer noch draufpacken. Das geht auf unsere Lebensqualität." Vor allem für den Tourismus ist die geplante Klärschlammverbrennung ärgerlich. "Echt" besucht Lothar Heilmann, Hobby-Imker und Vermieter eines kleinen Ferienhauses, das 1.000 Meter westlich von der geplanten Klärschlammverbrennungsanlage steht: "Grüne Inseln wie wir sie hier am Geiseltalsee pflegen, sind wichtig in einer ehemaligen Industrielandschaft. Gerade hier in diesem Naherholungsgebiet sollten sich Industriebetriebe dem sanften Tourismus unterordnen."

Auffällig ist auch die gewaltige Kapazität der Anlage. Hier könnten laut Plänen des Investors 100.000 Tonnen Klärschlamm verbrannt werden. "Uns ärgert, dass die Bayern ihren Dreck hier hochbringen und uns belasten. Wir aber wollen ein Erholungsgebiet sein", erklärt Johanna Zippel. Das wird zum Himmel stinken, sagen auch die Menschen in Braunsbedra und Merseburg, auf deren Gemarkung die geplante Anlage steht. Exklusiv im "Echt"-Interview Merseburgs Oberbürgermeister Jens Bühligen: "Ein Expertengutachten der FH Merseburg hat uns versichert, dass es sich bei der geplanten Verbrennung um eine industrielle Anlage handelt, weil hier die Phosphat-Rückgewinnung im Vordergrund steht." Deswegen gehört für die Stadt Merseburg die Klärschlammverbrennung nicht auf die Grüne Wiese, sondern in ein Gewerbegebiet.

ABER: Die Geschichte hat auch eine andere Seite, denn Klärschlammverbrennung und das Recycling des darin vorhandenen Phosphors sind sinnvoll für Natur und Umwelt. "Echt" zeigt, was man aus Klärschlamm alles machen kann. Sven Voss besucht ein Testlabor in Weimar. Das Geschäft mit unserem Geschäft.

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21. Januar 1945: Die Einwohner von Lübchen (Schlesien) verlassen ihre Dörfer und fliehen vor dem Vormarsch der sowjetischen Truppen nach Westen. Hanns Tschirra ist einer von ihnen. Er ist Fotograf. Er übernimmt die Führung dieser Kolonne, die größtenteils aus Frauen, Kindern und Alten besteht.
21. Januar 1945: Die Einwohner von Lübchen (Schlesien) verlassen ihre Dörfer und fliehen vor dem Vormarsch der sowjetischen Truppen nach Westen. Hanns Tschirra ist einer von ihnen. Er ist Fotograf. Er übernimmt die Führung dieser Kolonne, die größtenteils aus Frauen, Kindern und Alten besteht. Bildrechte: MDR/Hans Tschirra
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