Sa 14.12. 2019 11:45Uhr 29:54 min

Das Rathaus von Freiberg am Obermarkt im Herzen der Altstadt, in heutiger Gestalt aus der Zeit des zweiten Berggeschreys (15. Jahrhundert) stammend.
Das Rathaus von Freiberg am Obermarkt im Herzen der Altstadt, in heutiger Gestalt aus der Zeit des zweiten Berggeschreys (15. Jahrhundert) stammend. Bildrechte: MDR/René Römer
MDR FERNSEHEN Sa, 14.12.2019 11:45 12:15

Der Osten - Entdecke wo du lebst Auf Silber gebaut

Auf Silber gebaut

Freiberg und das Berggeschrey

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Freiberg
Die Bronze-Statue auf dem Obermarkt von Freiberg ist Otto der Reiche, 1168 der Markgraf von Meißen. Er führte das "Berggeschrey" aus. "Er erhebt ein großes Geschrey: Also er macht Kunde" erklärt Montanarchäologin Christiane Hemker. Dadurch verbreitete sich die Kunde des Silberfundes. Das Bergbaurevier entstand. Bildrechte: MDR/Nadine Jejkal
Freiberg
Die Bronze-Statue auf dem Obermarkt von Freiberg ist Otto der Reiche, 1168 der Markgraf von Meißen. Er führte das "Berggeschrey" aus. "Er erhebt ein großes Geschrey: Also er macht Kunde" erklärt Montanarchäologin Christiane Hemker. Dadurch verbreitete sich die Kunde des Silberfundes. Das Bergbaurevier entstand. Bildrechte: MDR/Nadine Jejkal
 Blick auf zwei ältere Häuser, anbei ein Turm mit einer Uhr
Die Patrizierhäuser mit ihren gewaltigen Dachflächen und die bergmännische Fassadenzier zeugen vom Wohlstand vergangener Jahrhunderte.

Das Rathaus wurde zu Zeiten, als in der Bergstadt viel Geld verdient wurde, mit einer Schatzkammer hinter Eisentüren und anderthalb Meter dicken Wänden ausgestattet.
Bildrechte: MDR/ René Römer
eine Frau mit Brille und weißen Handschuhen über ihren Händen hält ein altes Dokument in die Kamera
Die Kammer beherbergt spätmittelalterliche Schließfächer mit exakt 96 Schatzkästchen. Darin finden sich über 3.000 mittelalterliche Urkunden.

Das hier gezeigte Pergament ist die exakte Replik eines unbezahlbares Originals. Es kann als Geburtsschein Freibergs gelten und beurkundet den Kauf eines Weinbergs. Ines Lorenz (Stadtarchivarin) erzählt: "Die Urkunde ist jetzt etwas älter als 800 Jahre. Sie ist ausgestellt am 11. Juni 1218. In der Zeugenreihung, am Ende einer mittelalterlichen Urkunde werden immer die Zeugen des Rechstgeschäftes genannt, sind drei Herren aus Freiberg erwähnt. Und die nannten sich Herrmann, Wienand und Gottfried de Frieberch. Und dieses ‚de Frieberch’ ist die Ersterwähnung unseres Ortsnamens.“ 
Bildrechte: MDR/ René Römer
Blick auf eine goldene Orgel
Der Dom St. Marien kann mit gleich zwei Silbermann-Orgeln aufwarten: eine große und eine kleine. Den Orgelbaumeister lockte das Zinn, das neben dem Silber reichlich im Erzgebirge anfällt. Denn aus Zinn werden die Orgelpfeifen gemacht. Rund 2.500 sind es bei der großen Silbermannorgel.

Sabine Ebert liebt den Klang der Silbermann-Orgel. "Das ist ein ganz besonderer Schatz für Freiberg", schwärmt die Autorin.
Bildrechte: MDR/ René Römer
 ein Deckengemälde
Am Dom erhebt sich die Goldene Pforte: ein reich verziertes Eingangsportal, der ehemalige Haupteingang der Marienkirche, des Vorgängerbaues. 34 Engel schweben in zwölf Metern Höhe und scheinen jeden Augenblick himmlische Klänge anzustimmen.
Die Pforte war einst farbig gefaßt, also tatsächlich vergoldet.

Sabine Ebert weiß: "Das war so unerhört spektakulär für die damalige Zeit, dass die Freiberger so reich sind, dass sie die Pforte ihres Domes vergolden können."
Bildrechte: MDR/ René Römer
Blick auf alte Särge mit Beschlägen und Inschriften
Von italienischer Meisterhand für die Ewigkeit bestimmt ist die Begräbniskapelle oder landesfürstliche Grablege: Im Dom haben sich neun Wettinische Oberhäupter beerdigen lassen. Ein solch prächtiges Fürstengrab gibt es kein zweites Mal in Deutschland. Bildrechte: MDR/ René Römer
drei glänzende Figuren stehen auf Sockeln an einer Wand, dazwischen Tafeln mit Inschriften und Säulen
Etliche der hier beerdigten Wettinischen Oberhäupter sind im Dom als lebensgroße Bronzefiguren ausgeführt. Bildrechte: MDR/ René Römer
ein Mann hält eine Kamera in richtung von Statuen
Zwei Kanzeln ermöglichen die Predigt. Zum einen ist das die Tulpenkanzel: eine steinerne Blume, hoch wie ein Baum. Sie wird als ein selbsttragender Geniestreich gesehen, ein Triumph des Steinmetzes über das Material und die Schwerkraft.
Zum anderen ist da die Bergmannskanzel: Bergknappen schultern die Treppe. Ein Symbol dafür, dass ihr Glaube tatsächlich Berge versetzte.
Bildrechte: MDR/ René Römer
 vier Menschen in einer Grabstätte
Zu Füßen des Freiberger Domes St. Marien lag ein uralter Gottesacker. Derzeit legen Archäologen ganz frühe Gräber frei. Sie bergen die Überreste der ersten Freiberger, jener Menschen also, die aus Christiansdorf eine Stadt gemacht haben - Zeitzeugen des ersten Berggeschreys. Bildrechte: MDR/ René Römer
ein Mann hält eine Kamera in richtung eines Schriftstückes
Anja Kaltofen (Grabungsleiterin) weiß: "Bestattet wurden hier die Bürger des Domviertels. Das waren Kaufleute, Handwerker, Bergleute, Tagelöhner und ihre Familien. Und das über einen Zeitraum von 370 Jahren. Das entspricht ungefähr 14 Generationen." Bildrechte: MDR/ René Römer
Reiche Zeche
Alles kommt vom Berg und geht zum Berg. So heißt es hier.
(Abgebildet ist hier die Einfahrt in die Reiche Zeche, dem Ausbildungs- und Forschungsbergwerk der TU Bergakademie Freiberg.)
Bildrechte: MDR/Nadine Jejkal
Ein Bergmann bei der Arbeit im Bergwerk
Der Schlüssel für die Eroberung der Tiefe hieß Wasser. Noch heute findet sich im Freiberger Land ein Netz von Gräben, die kilometerweit mit präzisem Gefälle ausgeführt worden sind. Sei es, dass das Grundwasser aus den Schächten herausgepumpt werden musste, sei es, dass Bergbaumaschinen mit Wasserkraft angetrieben wurden. Bildrechte: colourbox.com
eine Kamera ist auf eine blonde Frau mit weißem Kittel gerichtet
Christiane Hemker (Montanarchäologin) berichtet: "Das sind doch schon schöne Abbauspuren, die wir hier haben. Und sicherlich Schlägel und Eisen." Bildrechte: MDR/ René Römer
eine blonde Frau mit weißem Kittel brauchst etwas mit einer Handbrause ab
"Das, was wir archäologisch dort vor allem finden, sind eben solche Hölzer, die zu Installationen gehören. Wir haben Rinnen, sehr viele Rinnen. Die Bergeisen, die ja im Grunde genommen das lebenswichtigste Instrument des Bergmannes gewesen sind - der Bergmann hat das auch sicherlich als Gebund 20, 30 Bergeisen um seinen Gürtel getragen", erklärt die Archäologin. Bildrechte: MDR/ René Römer
ein Mann hält die Kamera in Richtung der sitzenden Autorin Sabine Ebert
Die Schrifstellerin Sabine Ebert hat aus dem ersten Berggeschrey ihren ersten Bestseller gemacht: "Das Geheimnis der Hebamme".

Sabine Ebert resümiert:
"Das war natürlich schon ein Wendepunkt in meinem Leben. Das hätte ich ja nie gedacht [...]. Ich wusste ja noch nicht einmal, ob ich überhaupt einen Roman fertig kriege. Und ich habe da fünf Jahre dran gesessen."
Bildrechte: MDR/ René Römer
Autorin Sabine Ebert lächelt in die Kamera
Sabine Ebert ist in ihren Romanen oft die Chronistin Freiberger Geschichte. Die Freiberger fühlen sich in ihrer Identität von der Ebert verstanden. Sie schreibt ihnen aus der Seele.

Sabine Ebert weiß: "Es ist ein Glücksfall für mich; es ist auch ein Glücksfall für Freiberg."
Bildrechte: MDR/ René Römer
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Der Siedlertreck aus dem Fränkischen wäre vielleicht verhungert, wenn nicht ganz in der Nähe des neu gegründeten Dorfes ein Gesteinsbrocken im Sonnenlicht geglänzt hätte: Silber! 1168 folgten Tausende dem Lockruf des Silbers nach Christiansdorf, der Keimzelle des heutigen Freiberg. Wer hier schürfte - im Dunkelwald, den sie bald das Erzgebirge nannten - musste den Zehnt, den zehnten Teil an den Markgrafen Otto in Meißen abgeben. Ansonsten war der Gewinn, war das Leben frei. Der Berg machte in der Ära von Leibeigenschaft und Frondiensten frei - FREIBERG eben. Schnell wuchs eine 7.000-Einwohner-Metropole heran. Im Mittelalter eine Großstadt und für Jahrhunderte eine sprudelnde Wirtschaftsquelle.

Der Film folgt den Spuren des ersten Berggeschreys und seinem architektonischen Nachhall durch die malerischen Gassen von Freiberg zwischen Dom, Ober- und Untermarkt und den historischen Gruben "Alte Elisabeth" und "Reiche Zeche". Der Zuschauer wird dabei kundig geführt von Bestseller-Autorin Sabine Ebert. Sie machte aus dem Stoff um Silber und Siedler einen Welterfolg: "Das Geheimnis der Hebamme". Mit ihr folgen die Fernsehmacher den Spuren jener Tage am Schloss Freudenstein, der einstigen Münzstätte. Und Sabine Ebert kostet von der Freiberger Eierschecke, die ohne Quark auskommt - übrigens auch eine Folge der ergiebigen Silberfunde.

Das Reporterteam begleitet zudem die Landesarchäologen, die in die ganz frühen Bergwerke des Erzgebirges unter Lebensgefahr einsteigen und diese mit 3D-Lasern scannen, um sie so für die Nachwelt virtuell zu erhalten, bevor die Bergsicherung die historischen Gruben mit Beton verfüllt. Spannende Funde und Erkenntnisse wurden bisher ans Tageslicht gebracht: 800 Jahre alte Förderkörbe oder die Reste einer Seilwinde aus dem ganz frühen Silberbergbau. Dabei taucht auch die Frage auf, ob Freiberg tatsächlich der Anfang von allem war oder ob es zeitnah Konkurrenz gab - etwa in Dippoldiswalde? Müssen die Montan-Archäologen die Geschichte neu schreiben?

Auf Entdeckungsreise in Mitteldeutschland

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Das Vessertal ist seit den 1930er Jahren Naturschutzgebiet und wurde vor 40 Jahren zum ersten Biosphärenreservat in Deutschland erklärt. Vesser ist somit ein idealer Urlaubsort für Wanderer.
Das Vessertal ist seit den 1930er Jahren Naturschutzgebiet und wurde vor 40 Jahren zum ersten Biosphärenreservat in Deutschland erklärt. Vesser ist somit ein idealer Urlaubsort für Wanderer. Bildrechte: MDR/Frank Stuckatz
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