So 26.01. 2020 16:25Uhr 44:30 min

Dieses Dampfschiff wurde von Touristen im peruanischen Urwald in einem Seitenarm des "Madre de Dios" gefunden - und in Roßlau gebaut
Dieses Dampfschiff wurde von Touristen im peruanischen Urwald in einem Seitenarm des "Madre de Dios" gefunden - und in Roßlau gebaut. Bildrechte: MDR/Schiffbau- und Schifffahrtsmuseum Roßlau,
MDR FERNSEHEN So, 26.01.2020 16:25 17:10

Der Osten - Entdecke wo du lebst Der weite Weg zum Meer – Schiffbau in Roßlau

Der weite Weg zum Meer – Schiffbau in Roßlau

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Tausende Exponate und dutzende Schiffsmodelle haben die Männer vom Schifferverein über die Geschichte ihrer Werft zusammengetragen.
Zwei Männer haben die Geschichte der Roßlauer Werft zusammengetragen. 1866 ging es mit dem Schiffsbau an der Elbe los. Bildrechte: MDR/Hoferichter&Jacobs/Lutz Hofmann
Tausende Exponate und dutzende Schiffsmodelle haben die Männer vom Schifferverein über die Geschichte ihrer Werft zusammengetragen.
Zwei Männer haben die Geschichte der Roßlauer Werft zusammengetragen. 1866 ging es mit dem Schiffsbau an der Elbe los. Bildrechte: MDR/Hoferichter&Jacobs/Lutz Hofmann
Hans Friedrich und Dieter Herrmann waren Ingenieure auf der Roßlauer Schiffswerft - ihr gesamtes Arbeitsleben haben sie auf der Roßlauer Werft verbracht. (v.l.)
Hans Friedrich (li.) und Dieter Herrmann haben als Ingenieure ihr gesamtes Arbeitsleben auf der Roßlauer Werft verbracht. Nun erforschen sie ihre Geschichte. Bildrechte: MDR/Hoferichter&Jacobs/Lutz Hofmann
Der Dampfschlepper "Woltman" im Hamburger Hafen wurde 1904 auf der Roßlauer Schiffswerft gebaut, bis 1976 im Dienst im Hamburger Hafen, dann von Liebhabern vor dem Schrottplatz gerettet. Hans Friedrich (links) und Dieter Herrmann (beide vorne an Deck) waren Ingenieure auf der Roßlauer Schiffswerft.
Der Dampfschlepper "Woltman" im Hamburger Hafen wurde 1904 auf der Roßlauer Schiffswerft gebaut. Damals war sie die größte Binnenwerft Europas. Bildrechte: MDR/Hoferichter&Jacobs/Lutz Hofmann
Dieses Dampfschiff wurde von Touristen im peruanischen Urwald in einem Seitenarm des "Madre de Dios" gefunden - und in Roßlau gebaut
Dieses einst in Roßlau gebaute Dampfschiff haben Touristen mitten im peruanischen Urwald entdeckt. Wie kam es dort hin? Bildrechte: MDR/Schiffbau- und Schifffahrtsmuseum Roßlau,
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Roßlau liegt fast 300 Kilometer vom Meer entfernt und trotzdem hat die Stadt in Sachsen-Anhalt eine bewegte 150jährige maritime Geschichte. 3500 Schiffe liefen in Roßlau vom Stapel, 840 davon allein während der DDR-Zeit.

1866 wird aus der Dampfmaschinenfabrik der Gebrüder Sachsenberg die Schiffswerft Roßlau. Die Pioniere der Industrialisierung an der Elbe revolutionieren zunächst die Dampfschifffahrt und den Stahlschiffbau. Sie erobern dabei mit ihren Dampf- und Kettenschleppern, Raddampfern, Tank- und Seeschiffen erst Elbe, Saale, Rhein und Main, den Bodensee und später die Nord- und Ostsee und sogar die Weltmeere. Anfang des 20. Jahrhunderts ist die Roßlauer Werft schon die größte Binnenwerft Europas und die Unternehmer Sachsenberg die höchstbesteuerten Fabrikanten des Herzogtums Anhalt.

Auf ihrem Erfolgsweg geraten die Unternehmer in alle politischen Strudel ihrer Zeit. Sie verlieren während der Weltwirtschaftskrise ihre Werft, kaufen sie 16 Jahre später wieder zurück, um nach dem 2. Weltkrieg erneut alles zu verlieren.

Dann geht es für die Roßlauer Schiffswerft erst richtig los. Als Teil des Kombinates Schiffbau wird sie zur wichtigsten Binnenwerft der DDR. Die Rosslauer trotzen allen Hindernissen, manövrieren ihre immer größer werdenden Schiffe auf 400 Elbe-Kilometern bis zum Meer. Dieter Herrmann ist einer der 20-köpfigen Überführungscrew, der durch den Westen die Schiffe bis nach Hamburg bringen durfte. Er erinnert sich, dass manche mit Pontons erleichtert werden mussten, um nicht auf Grund zu laufen. "Nicht selten gerieten wir auch zwischen die politischen Fronten, als wir mit der DDR-Flagge an Hamburg vorbeifuhren, hat uns die Wasserschutzpolizei aufgebracht.", erzählt er. Im geeinten Deutschland steht die Werft erneut vor dem Aus und wieder gibt es eine Rettung in buchstäblich letzter Minute – kurz vor der endgültigen Liquidation durch die Treuhand.

Schiffbauer und Montagearbeiter, Seeleute, Liebhaber der Rosslauer Dampfschiffe, Ingenieure und Unternehmer, der Enkel eines Zwangsarbeiters – sie alle erzählen aus ihrem Leben und sind die Dokumentaristen der bewegten Geschichte ihrer Roßlauer Schiffswerft.

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Der Dampfschlepper "Woltman" im Hamburger Hafen wurde 1904 auf der Roßlauer Schiffswerft gebaut, bis 1976 im Dienst im Hamburger Hafen, dann von Liebhabern vor dem Schrottplatz gerettet. Hans Friedrich (links) und Dieter Herrmann (beide vorne an Deck) waren Ingenieure auf der Roßlauer Schiffswerft. mit Video
Der Dampfschlepper "Woltman" im Hamburger Hafen wurde 1904 auf der Roßlauer Schiffswerft gebaut, bis 1976 im Dienst im Hamburger Hafen, dann von Liebhabern vor dem Schrottplatz gerettet. Hans Friedrich (links) und Dieter Herrmann (beide vorne an Deck) waren Ingenieure auf der Roßlauer Schiffswerft. Bildrechte: MDR/Hoferichter&Jacobs/Lutz Hofmann

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