Mi 22.01. 2020 00:05Uhr 95:03 min

"Reichskristallnacht" - in Deutschland brennen die Synagogen. Mutig versucht Eva  (Dagmar Manzel) jüdischen Frauen und Kindern beizustehen.
"Reichskristallnacht" - in Deutschland brennen die Synagogen. Mutig versucht Eva (Dagmar Manzel) jüdischen Frauen und Kindern beizustehen. Bildrechte: MDR/SWR/Sandor Domonkos
MDR FERNSEHEN Mi, 22.01.2020 00:05 01:38

Klemperer - Ein Leben in Deutschland

Klemperer - Ein Leben in Deutschland

3. Also bleibe ich / 4. Liebe, Liebe über alles

13-teilige Fernsehserie Deutschland 1999

  • Stereo
  • 16:9 Format
  • Untertitel

Bilder zur Sendung

Bilder zur Sendung

Professor Klemperer (Matthias Habich) wird von heute auf morgen von seinem Amt "entpflichtet". Man setzt ihn buchstäblich vor die Tür.
Dresden 1933: Mit der Machtübernahme Hitlers wird dem Professor Victor Klemperer (Matthias Habich) Berufsverbot erteilt.
Nichtsdestotrotz verfolgen er und seine Frau Eva ihren Traum vom Eigenheim, kaufen sich ein Auto, stellen ein neues Dienstmädchen ein.
Bildrechte: MDR/SWR/Ivan Maly
Professor Klemperer (Matthias Habich) wird von heute auf morgen von seinem Amt "entpflichtet". Man setzt ihn buchstäblich vor die Tür.
Dresden 1933: Mit der Machtübernahme Hitlers wird dem Professor Victor Klemperer (Matthias Habich) Berufsverbot erteilt.
Nichtsdestotrotz verfolgen er und seine Frau Eva ihren Traum vom Eigenheim, kaufen sich ein Auto, stellen ein neues Dienstmädchen ein.
Bildrechte: MDR/SWR/Ivan Maly
Fräulein Sonja (Esther Esche) ist Dienstmädchen bei den Klemperers geworden. Resolut erwehrt sie sich den Nachstellungen von Klemperers Kollegen Prof. Feller (Hans Peter Korff).
Im neuen Haus in Dölzschen beginnt Fräulein Sonja (Esther Esche) als Dienstmädchen. Mit den Nazis hat sie nichts am Hut, wie sie offen gesteht.
Obwohl die antisemitischen Anfeindungen zunehmen, denkt das Ehepaar Klemperer nicht daran, zu emigrieren.
Bildrechte: MDR/Sandor Domonkos
Auf der Beerdigung von Professor Abendroth trifft Eva Klemperer (Dagmar Manzel, l.) den bulgarischen Auslandskorrespondenten Natscheff (Valentin Platareanu, r.), einen Freund der Familie.
Victor Klemperer versteht sich als "deutscher Nationalist" - für den Zionismus hat er nur Hohn und Spott übrig. Diese Einstellung gerät selbst durch den Selbstmord seines Kollegen Abendroth nur vorübergehend ins Wanken.
Auf dessen Beerdigung trifft Eva (Dagmar Manzel, links) den Auslandskorrespondenten Natscheff (Valentin Platareanu, rechts).
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Lore Libeskind (Kathrin Angerer, r.) hat sich in den Volksschulleher Eberhard Klingler (Anian Zollner, l.) verliebt - eine von den Nazis verbotene, " "rassenschänderische" Beziehung, die unter Strafe steht.
Lore (Kathrin Angerer, rechts) ist in den Volksschullehrer Eberhard Klingler (Anian Zollner, links) verliebt - eine von den Nazis verbotene, "rassenschänderische" Beziehung, die unter Strafe steht.
Schlimmer noch: Lore erwartet ein Kind von Eberhard. Sie vertraut sich daraufhin den Klemperers an.
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Der geldgierige SS-Mann Müller (Michael Kind, r.) taucht in Dölzschen auf, um Eva Klemperer (Dagmar Manzel, l.) vor einer geplanten Strafverfolgung zu warnen. Um das Schlimmste zu verhindern, übergibt Eva ihm eine beträchtliche Summe.
Eva bekommt Besuch vom SS-Mann Müller (Michael Kind, rechts). Er warnt sie vor einer geplanten Strafverfolgung: Victor soll beschuldigt werden, der Beziehung zwischen Lore und Eberhard Vorschub geleistet zu haben.
Um das Schlimmste zu verhindern, übergibt Eva ihm eine beträchtliche Summe.
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Obersturmführer Malachowski (Franz Viehmann, r.) terrorisiert Eva Klemperer (Dagmar Manzel, l.).
Reichspogromnacht: In Deutschland brennen die Synagogen. Victor und Eva werden vom Ausbruch des braunen Terrors in ihrer Ortschaft überrascht.
Das Ehepaar beginnt zu ahnen, was die Zukunft für sie bereithält, als nachts SS-Obersturmführer Malachowski (Franz Viehmann, rechts) vor der Tür steht.
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Nach einem Konzert, das die Klemperers (Dagmar Manzel und Matthias Habich) nur draußen vor der Tür mithören können, bricht Victor zusammen. Sein Herz ist angegriffen.
Nach einem Konzert bricht Victor zusammen. Er wird zu Dr. Annemarie Euler nach Heidenau gebracht. Annemarie riskiert nicht nur ihre Approbation, indem sie Juden behandelt.
In einem Flügel des Krankenhauses versteckt sie außerdem Victor und andere Patienten.
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Victor Klemperer (Matthias Habich) wird Opfer einer Denunziation und muss eine Gefängnisstrafe absitzen.
Juli 1940: Victor Klemperer wird Opfer einer Denunziation und muss ins Gefängnis. Eva erfährt, dass sie das Haus aufgeben muss. Sie hat nur dann eine Chance, es zu behalten, wenn sie sich scheiden lässt.
Ein Ausweg, der für Eva nicht in Frage kommt. Die Klemperer müssen ins "Judenhaus" ziehen.
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Eva Klemperer (Dagmar Manzel, r.) trifft sich heimlich mit dem blinden Eberhard Klingler (Anian Zollner, l.).
Ab sofort müssen alle Juden den gelben Stern tragen. Victor weigert sich daraufhin, das Haus überhaupt noch zu verlassen.
Eva, die sich heimlich mit dem erblindeten Eberhard Klingler trifft, fühlt sich von dem grantigen Victor ebenso im Stich gelassen wie er von ihr.
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In einem aus dem Osten zurückgekehrten Viehwaggon findet Victor Klemperer (Matthias Habich) einen Teddybären.
Victor ist inzwischen als Zwangsarbeiter verpflichtet worden. Bei der Arbeit beobachtet er die Güterwagen voller Menschen, die nach Osten gehen.
Er kann nur ahnen, was diese am Ziel der Fahrten erwartet. In einem zurückgekehrten Viehwaggon findet Klemperer einen Teddybären …
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SS-Müller (Michael Kind, l.) kommt zu Eva (Dagmar Manzel, M.) und Victor Klemperer (Matthias Habich, r.), um alle Medikamente im Judenhaus zu beschlagnahmen.
Ein SS-Mann kommt zu Eva und Victor, um alle Medikamente im "Judenhaus" zu beschlagnahmen. Die zuckerkranke Trudchen Treuhänder erleidet daraufhin einen Zucker-Schock.
Eva alarmiert mitten in der Nacht Annemarie Euler und erfährt zufällig, dass die treue Freundin Parteimitglied ist.
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In der Bombennacht von Dresden wird Victor Klemperer (Matthias Habich) von seiner Frau getrennt.
Juli 1944: Das "Judenhaus" wird beschlagnahmt. Die Frauen sollen in ein Lager, die Männer werden evakuiert - zum Arbeitseinsatz, wie es heißt ...
Eva und Victor harren im Lager aus, bis in einer Februarnacht 1945 die Bomben auf Dresden fallen.
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Victor Klemperer und andere fahren auf einem Zug
In der Bombennacht haben sich Victor und Eva aus den Augen verloren. Unbemerkt konnte Victor den gelben Stern von seiner Kleidung trennen und im Strom der Überlebenden untertauchen, als Flüchtling unter vielen.
Doch ohne Eva scheint das alles sinnlos. Bis er an einem Bahnhof eine Frau entdeckt, die vielleicht seine Ehefrau sein könnte …
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3. Also bleibe ich
Deutschland ist gleichgeschaltet. An den Universitäten werden die Hochschullehrer auf Adolf Hitler vereidigt. Auch Victor Klemperer leistet den Eid auf den Führer. Er hat keine Wahl, wenn er sein Amt behalten will. Dennoch ist Klemperer störrisch wie eh und je. Als "deutscher Nationalist" hat er für den Zionismus, Hoffnung und Zuflucht vieler Juden, nur Hohn und Spott übrig. Diese Einstellung gerät selbst durch den Selbstmord des emeritierten Kollegen Abendroth nur vorübergehend ins Wanken.

Klemperer arbeitet weiter, so gut es geht. Er schreibt, doch kein Verlag will ihn mehr drucken. Das Geld wird knapp. Ein Besuch von Agnes Dember, die über ihr Leben in der Türkei berichtet, bestärkt Klemperer in seiner Absicht, trotz allem in Deutschland zu bleiben. Intellektuellen Austausch findet er bei Natscheff, einem bulgarischen Zeitungskorrespondenten, der in seiner Wohnung eine Leihbücherei unterhält. Unterhaltungen mit Natscheff, Fahrten mit dem Auto und Sonjas kleiner Sohn Benno sind es, die für Abwechslung im Klemperschen Haushalt sorgen.

Sonja, deren Vater Straßenbahner und alter Sozialdemokrat ist, lädt die Klemperers zu einem Fest der Dresdener Straßenbahner ein. Als es zu einer ebenso mutigen wie sinnlosen Kundgebung der verbotenen SPD kommt, bereitet die SS der Feier ein brutales Ende. Müller, mittlerweile SS-Hauptscharführer, steht mit seinen Leuten und der Polizei schon am Ausgang bereit. Dank Evas Entschlossenheit entkommen die Klemperers und Sonjas Familie ungeschoren der Razzia.

Doch schon folgt der nächste, lang erwartete Schlag: Victor Klemperer wird von seinem Amt "entpflichtet". Die Hochschule entlässt ihn von heute auf morgen.

4. Liebe, Liebe über alles
Lore Libeskind ist bis über beide Ohren in den Volksschullehrer Eberhard Klingler verliebt. Seit der Verkündung der Nürnberger Gesetze "zum Schutze des deutschen Blutes" 1935 gilt das als "rassenschänderische" Beziehung, die unter Strafe steht. Schlimmer noch: Lore erwartet ein Kind von Eberhard. Sie vertraut sich den Klemperers an, und Eva handelt, ohne zu zögern. Sie und Victor begutachten Eberhard Klingler und kommen schnell zu dem Schluss, dass Eberhard ein vertrauenswürdiger junger Mann ist, der Lore von ganzem Herzen liebt. Doch zunächst einmal müssen Lores Eltern behutsam ins Bild gesetzt werden.

Die Klemperers greifen zu einer List. Auf einem gemeinsamen Ausflug nach Heidenau stellen sie Eberhard der Familie Libeskind als alten Bekannten vor. Dort, im Johanniter-Krankenhaus, soll der Geburtstag von Dr. Annemarie Euler gefeiert werden. Angesichts der blutjungen schwangeren BDM-Mädchen, denen Annemarie in Heidenau Unterschlupf gewährt, wird auch Lores "Zustand" für alle Beteiligten offensichtlich. Die Libeskinds fügen sich zögernd in ein Schicksal, das sie nicht mehr ändern können. Sie alle fürchten die ungewisse Zukunft, die auf Lore und Eberhard wartet.

Angst vor der Zukunft hat auch Fräulein Sonja. Zumal Feller keine Minute verliert, um ihr mitzuteilen, dass sie nach den neuen Gesetzen nicht mehr in einem jüdischen Haushalt arbeiten darf. Schweren Herzens schreibt Sonja den Klemperers einen Abschiedsbrief. Doch schließlich siegen Bennos Heimweh und Sonjas schlechtes Gewissen über die Gesetzestreue.
Mitwirkende
Musik: Andreas Hoge
Kamera: Rudolf Blahacek
Buch: Peter Steinbach
Regie: Kai Wessel
Darsteller
Victor Klemperer: Matthias Habich
Eva Klemperer: Dagmar Manzel
Opa Findeisen: Rolf Hoppe
Müller: Michael Kind
Prof. Abendroth: Rudolf Wessely
Dekan Best: Dieter Wien
Benno: Kevin Leisner
Annemarie: Nicole Heesters
Sonja: Esther Esche
Lore Libeskind: Kathrin Angerer
Frau Libeskind: Hildegard Alex
Eberhard Klingler: Anian Zollner
Heinrich Feller: Hans Peter Korff
und andere

Vor 75 Jahren: Ende des Zweiten Weltkriegs

Victor Klemperer (Matthias Habich, r.) taucht unbemerkt im Flüchtlingsstrom unter. Ein Unbekannter (Alexander Hoechst, M.) macht ihn auf eine kleine Bahnstation voller Flüchtlinge aufmerksam.
Victor Klemperer (Matthias Habich, r.) taucht unbemerkt im Flüchtlingsstrom unter. Ein Unbekannter (Alexander Hoechst, M.) macht ihn auf eine kleine Bahnstation voller Flüchtlinge aufmerksam. Bildrechte: MDR/SWR/Sandor Domonkos
MDR FERNSEHEN Mi, 26.02.2020 00:15 01:03

75 Jahre Ende Zweiter Weltkrieg Klemperer - Ein Leben in Deutschland

Klemperer - Ein Leben in Deutschland

Allein auf der Welt

13-teilige Fernsehserie Deutschland 1999

Folge 13

  • Stereo
  • 16:9 Format
  • Untertitel