Mo 27.01. 2020 23:05Uhr 96:11 min

Vlastimil Brodsky (li.) als Jakob, Erwin Geschonneck als Kowalski
Vlastimil Brodsky (li.) als Jakob, Erwin Geschonneck als Kowalski Bildrechte: MDR/rbb/DRA/Herbert Kroiß
MDR FERNSEHEN Mo, 27.01.2020 23:05 00:40

75 Jahre Ende Zweiter Weltkrieg Jakob der Lügner

Jakob der Lügner

Spielfilm DDR 1974

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1944 in einem Ghetto im besetzten Polen. Man lebt hier von der Außenwelt isoliert. Die Deportationen nehmen zu, die Selbstmorde auch. In dieser Situation verbreitet Jakob Heym Hoffnung. Er gibt vor, ein Radio zu besitzen und hält mit erfundenen Nachrichten über den Vormarsch der Roten Armee die Eingeschlossenen aufrecht.

Der jüdische Friseur Jakob Heym (Vlastimil Brodsky) lebt 1944 in einem Ghetto im besetzten Polen. Wegen angeblicher Überschreitung der Ausgangsperre soll er sich eines Tages beim Gestapo-Revier melden, kommt jedoch wider Erwarten mit dem Leben davon. Der Zufall will es, dass Jakob bei der Gestapo aus dem Radio eine Nachricht über den Anmarsch der Russen aufschnappt. Diese Meldung wirkt für Jakob wie ein Lebenselixier und sie soll auch seinen Freunden neuen Lebensmut geben.

Damit diese ihm einerseits die Nachricht glauben und andererseits nicht für einen Gestapo-Spitzel halten, wenn er erzählt, dass er die Nachricht bei der SS aufgeschnappt hat, muss Jakob lügen. Er gibt vor, ein Radio zu besitzen. Doch damit beginnt Jakobs tragikomischer Leidensweg. Tagtäglich wollen alle Neues von ihm wissen: Über den Frontverlauf, die Weltpolitik und vieles mehr. Selbst die kleine Lina (Manuela Simon), die er versteckt hält, ist neugierig.

Hoffnung breitet sich im Ghetto aus, die Selbstmorde hören auf, Zukunftspläne über ein Leben ohne den gelben Stern werden geschmiedet. Und Jakob lügt weiter, ist doch die Hoffnung in ihrer Situation noch wichtiger als das Stück Brot. Doch allmählich wird die Illusion zum Selbstbetrug. Jakob erträgt die sich selbst aufgebürdete Last nicht mehr und vertraut sich seinem Freund Kowalski (Erwin Geschonneck) an.

Das Drehbuch zu "Jakob der Lügner" reichte Jurek Becker, der als Kind selbst einige Jahre im Ghetto und mehreren Konzentrationslagern verbrachte, schon 1965 bei der DEFA ein. Regie sollte Frank Beyer führen. Doch der fiel durch "Spur der Steine" in Ungnade und durfte vorerst keinen Film drehen. So arbeitete Jurek Becker das Thema zu einem Roman um, der den Autor 1968 auch international bekannt machte.

1974 durfte Frank Beyer den Roman endlich in einer Koproduktion mit dem Deutschen Fernsehfunk verfilmen. Er verwob Reales und Märchenhaftes, Tragik und Komik und so entstand ein Film von großer berührender Sensibilität, eine zeitlose Parabel auf die unzerstörbare Würde des Menschen. Zum Erfolg trägt auch die hervorragende Besetzung bei, Vlastimil Brodsky und Erwin Geschonneck brillieren in den Hauptrollen. So war "Jakob der Lügner" als erster DEFA-Film im offiziellen Programm der Berlinale vertreten, Brodsky bekam als bester Schauspieler den "Silbernen Bären". 1977 wurde der Film als erster und einziger DEFA-Film für den Auslands-Oscar nominiert. Zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus und die 75-jährige Befreiung des KZ Auschwitz am 27.1.
Mitwirkende
Musik: Joachim Wetzlau
Kamera: Günter Marczinkowsky
Buch: Frank Beyer, Jurek Becker
Vorlage: nach dem gleichnamigen Roman von Jurek Becker
Regie: Frank Beyer
Darsteller
Jakob Heym: Vlastimil Brodsky
Kowalski: Erwin Geschonneck
Lina: Manuela Simon
Mischa: Henry Hübchen
Rosa: Blanche Kommerell
Herr Frankfurter: Dezsö Garas
Frau Frankfurter: Zsuzsa Gordon
Prof. Kirschbaum: Friedrich Richter
Josefa: Margit Bara
Herschel Schtamm: Reimar-Joh. Baur
Roman Schtamm: Armin Mueller-Stahl
Wachhabender: Hermann Beyer

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Victor Klemperer (Matthias Habich, r.) taucht unbemerkt im Flüchtlingsstrom unter. Ein Unbekannter (Alexander Hoechst, M.) macht ihn auf eine kleine Bahnstation voller Flüchtlinge aufmerksam. Bildrechte: MDR/SWR/Sandor Domonkos
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