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MDR FERNSEHEN Do, 27.02.2020 22:05 22:35

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Die Themen:

* "Filmland Thüringen - von der DEFA bis zum Kinderfilm"
* "Die rechtschaffenen Mörder" - der neue Roman von Ingo Schulze
* Wiedereröffnung Semperbau Dresden
* "Russland von oben"
* Kulturkalender

Mehr zu den Themen:

* "Filmland Thüringen - von der DEFA bis zum Kinderfilm"

Wer kennt sie nicht, die großen DEFA-Klassiker "Alfons Zitterbacke" oder "Nackt unter Wölfen". Für die historische Großproduktion "Lotte in Weimar" nach dem gleichnamigen Roman von Thomas Mann konnte Regisseur Egon Günther sogar den internationalen Star Lili Palmer besetzen. Alle diese Filme wurden von der DEFA in Thüringen gedreht, insgesamt an die 900.

Die Dokumentation "Filmland Thüringen" von Regisseur Bernd Sahling erzählt jetzt die Filmgeschichte dieser Region. Dazu geht er noch einmal an die Drehorte und spricht mit Schauspielern, Regisseuren und Drehbuchautoren. Dabei entdeckt die Doku auch Neues, Filme wie "Denk bloß nicht, ich heule" von 1965, die zu systemkritisch waren. In der DDR landeten sie auf dem Index und durften nicht gezeigt werden. Doch das Ende der DEFA bedeutete nicht das Ende des Filmlandes Thüringen.

Nach der Wende hat sich Thüringen mit Kika und Kinderfilmfestival "Goldener Spatz" als Kinderfilmland einen Namen gemacht. Die Dokumentation "Filmland Thüringen" wird am 27.2. nach um 23.05 Uhr im MDR gesendet.

Autorin: Ulrike Reiß


* "Die rechtschaffenen Mörder" - der neue Roman von Ingo Schulze

Am Ende der Geschichte liegen zwei Tote am Fuße eines Elbsandsteinfelsens. Es sind der Antiquar Paulini und seine Freundin, und unklar ist, wie sie zu Tode kamen und was ein erfolgreicher Berliner Erzähler namens Schultze - mit "t" wohlgemerkt - damit zu tun hat. Ingo Schulzes neuer Roman "Die rechtschaffenen Mörder" ist kein Krimi, sondern eine mehrspurige Irreführung mit offenem Ausgang.

Erzählt wird von dem aufrechten Büchermenschen und Antiquar Norbert Paulini, bei dem immer das gesamte klassische Bildungsgut auf dem Ladentisch lag. Dann erlebte er nach 1990, wie seine Bücher-Güter fast wertlos wurden, später schwemmt die Elb-Flut sein Lebenswerk hinweg - und er scheint als fremdenfeindlicher Täter zu enden. Ingo Schulze erzählt als Autor Schultze einen fiktiven Lebensbogen, für den es so oder so Parallelen im Leben zu geben scheint - und mancherlei Überlegungen, was warum oder warum nicht so hat kommen können und müssen.

Autor: Meinhard Michael


* Wiedereröffnung Semperbau Dresden

Für 49 Millionen Euro wurde innerhalb von sieben Jahren der Semperbau in Dresden komplett saniert und umgebaut. Erstmalig präsentieren sich die über 700 Gemälde der Alten Meister gemeinsam mit der Skulpturensammlung bis 1800 in einer komplett neugestalteten Ausstellung. Dafür wurden 20 Meisterwerke der Bildersammlung aufwendig restauriert, darunter auch "Das brieflesende Mädchen" von Vermeer van Delft, das mit einer sensationellen Entdeckung nun wieder präsentiert wird. Auf der anderen Seite des Semperbaues, gegenüber den Alten Meistern, fand die Antikensammlung der Skulpturensammlung nun ihren endgültigen Platz. Neue farbige Wandbespannung sowie eine umfangreiche Akzentbeleuchtung lassen Gemälde und Skulpturen künftig in bestem Licht erscheinen.

Wir stellen die neue Ausstellung vor, berichten vom Umzug, geben Einblicke in die Restaurierungswerkstätten der Alten Meister und sprechen mit dem Direktor der Gemäldegalerie Stephan Koja und mit Restauratoren. Mit einer "Nacht der Alten Meister" beginnt am 28. Februar eine Festwoche zur Wiedereröffnung.

Autorin: Sibylle Muth


* "Russland von oben"

Wie beschreibt man das größte Land der Erde und wie erzählt man davon? Am besten von oben. Den Regisseuren Petra Höfer und Freddie Röckenhaus ist es mit ihrem Helikopter-Kameramann aus Neuseeland, mit Drohnenkameraleuten aus Russland, mit Biologen, die die Crew beraten haben, in 24 Monaten gelungen. Siebzehn Millionen Quadratkilometer von Europa nach Asien in zwei Stunden Film. Man könnte ewig weitererzählen, so groß ist das Land und so unterschiedlich sind die Landschaften, sagt Freddie Röckenhaus im Interview. Gefrorene Meere, der größte Süßwassersee der Welt, Wüste, Taiga, Tundra, das alles hat man schon gehört, so aber noch nie gesehen. "Großartige Bilder", das beschreibt es nur ungenau: es sind majestätische Bildgemälde.

Der Regisseur erzählt von den Problemen mit Drehgenehmigungen für Gegenden, in die normale Menschen niemals kommen. Er erzählt von Norilsk, der giftigsten, von St. Petersburg, der schönsten Stadt in Russland und von Moskau, das die Flugverbotszone für diesen Film aufgehoben hat. Am 27. Februar kommt er ins Kino.

Autor: Hans-Michael Marten


* Kulturkalender

- "Von Trollen und Kobolden", 28. Festtage des Puppentheaters,
Merseburg 1. bis 5.3.
- Kurt Weill Fest 2020 - Was sind Grenzen?, Dessau, 28.2. bis 15.3.
- Clara Mosch und Ralf-Rainer Wasser. Aktion und Fotografie,
Chemnitz, Kunstsammlung bis 17.5.

Autorin: Ulrike Reiß

Mehr zur Sendung

Übungsaufgabe mit viel Spaß beim Jugend-Filmkritik-Workshop "Sir Reitmann" in der Stadt- und Kreisbibliothek Meiningen.
Übungsaufgabe mit viel Spaß beim Jugend-Filmkritik-Workshop "Sir Reitmann" in der Stadt- und Kreisbibliothek Meiningen: Anhand eines Beispielfilms (hier "Alfons Zitterbacke") lernen die Teilnehmer*innen, wie man eine Kritik zu einem Kinderfilm erarbeitet. Gefördert wird das Projekt von der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen. Bildrechte: MDR/ExtraVista/Bernd Sahling